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  • Bayern
  • Teure Annehmlichkeiten
19.10.2022

Zukunftsmuseum Nürnberg – ein teures Prestigeprojekt?

Das neue Zukunftsmuseum in Nürnberg erhitzt die Gemüter

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Was ist passiert?

Nürnberg (BY). In Nürnberg entstand unter der Trägerschaft des Deutschen Museums in München, dem wohl größten Technikmuseum der Welt, am Standort „Augustinerhof“ eine „Außenstelle“, das sogenannte „Zukunftsmuseum Nürnberg“. Dort werden Besuchern unter dem Themenschwerpunkt „Visionen und Innovationen in Technik und Wissenschaft“ die aktuellen Fragen wie die Verkehrs- und Energiewende nähergebracht. Es ist ein lebendiges, aktives Museum entstanden, das gerade bei jungen Menschen verstärkt das Interesse an technischer Entwicklung wecken soll.

Die Ausstellungen des Zukunftsmuseums erstrecken sich über 2.900 qm Ausstellungsfläche und fünf Themenfelder: Diese beginnen im persönlichen Lebensumfeld des Einzelnen mit „Arbeit und Alltag“ und „Körper und Geist“, erweitern dann den Blickwinkel auf das „System Stadt“ und das „System Erde“ und enden schließlich beim Traum der Menschheit von Reisen durch „Raum und Zeit“. Im Deutschen Museum Nürnberg soll schlechthin Zukunft erlebbar den Besuchern nähergebracht werden.

„Zudem sollen in den Museumsbetrieb die vor Ort befindlichen Hochschulen und auch außeruniversitäre Wissenschaftseinrichtungen wie Fraunhofer- und Max-Planck-Institute eingebunden werden. […] Ausschlaggebend für die Festlegung auf den Augustinerhof war die sehr attraktive Lage in der Altstadt mit hoher Passanten-Frequenz und fußläufiger Entfernung zu anderen Nürnberger Museen und Sehenswürdigkeiten“, so das Bayerische Staatsministerium der Finanzen.

Das Deutsche Museum ist eine Anstalt des öffentlichen Rechts und hat als autonome Rechtspersönlichkeit mit dem Grundstückseigentümer den Mietvertrag in eigener Zuständigkeit geschlossen. Der Freistaat Bayern finanziert seit Ende 2019 die Mieten für das Museumsgebäude auf dem Nürnberger Augustinerhof-Areal mit einer Gesamtfläche von rund 5.500 qm.

„In der Aufbauphase (bis zur Eröffnung) unterstützt der Freistaat das Deutsche Museum Nürnberg mit investiven Mitteln in Höhe von insgesamt 27,6 Mio. Euro aus dem Staatshaushalt: 19,6 Mio. Euro für die Konzeption und Erstellung der neuen Ausstellung und 8,0 Mio. Euro für die Bauherrichtung. […] Die Kosten zur Realisierung der Ausstellung umfassen sämtliche für die Planung und Umsetzung notwendigen Ausgaben, wie z. B. Personalkosten in der Aufbauphase mit zugehörigen Sachkosten, die gesamte Ausstellungsgestaltung und die Ausgaben für Virtual Reality.

Unter die Bauherrichtung fallen beispielsweise der museumsspezifische Innenausbau (Theken- und Infomöbel, Kassensystem, Mobiliar, Garderoben, Bibliothek, Seminarraum), die gesamte Technik, die Herrichtung und Ausstattung der Besucherlabore sowie raumakustische Maßnahmen“, ließ das Bayerische Staatsministerium für Wissenschaft und Kunst den Bund der Steuerzahler wissen.

Bei dem Mietvertrag sorgte die lange Laufzeit von 25 Jahren wie auch die Höhe der Miete für Debatten im Bayerischen Landtag. Die Mietausgaben einschließlich der Betriebskostenvorauszahlung belaufen sich auf jährlich rund 2,8 Mio. Euro und sind im Mietvertrag fixiert. Der Freistaat Bayern hat die Übernahme der Mietkosten ab dem Jahr 2020 für die gesamte Laufzeit des Mietvertrags von 25 Jahren zugesagt.

Dem Bund der Steuerzahler gegenüber wurde die Angemessenheit des Mietpreises kritisiert. Die Meinungen über eine adäquate Miete gingen in der politischen Diskussion ebenfalls auseinander, da insbesondere Mietpreise von „Vergleichsmieträumen“ nicht vorhanden waren.

Wegen der anhaltenden Lock-Down-Bestimmungen während der Corona-Pandemie musste der Eröffnungstermin des Zukunftsmuseums immer wieder verschoben werden. Statt – wie geplant – im Dezember 2020 öffnete das Zukunftsmuseum erst im September 2021 seine Pforten, was sich wiederum kostenträchtig auswirkte.

Foto: Maria Ritch/Michael Stocker

Der Bund der Steuerzahler meint

Im Sinne der Steuerzahler bleibt zu hoffen, dass das neue Zukunftsmuseum Nürnberg – auch wegen der ausgegebenen Steuergelder – zu einem „Stargate“ und zu einem musealen Erfolg wird.

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Autor des Artikels

Maria Ritch

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