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  • Nordrhein-Westfalen
  • Richtig skurril!
27.10.2020

Würden Sie mit einem launischen Hamburger chatten?

EU und Land NRW fördern für teures Geld eine App, bei der Essen eifersüchtig wird

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Was ist passiert?

Nordrhein-Westfalen. Mit der App „Rendezfood“ soll die digitale Transformation im Werbungs- und Anzeigengeschäft vorangetrieben werden. Es werden eine neue Plattform und Schnittstellen entwickelt, die mit Chatbots und Augmented Reality neue Interaktionsformen zwischen Nahrungsmitteln und Kunden erlauben. Durch Personifizierung erhalten die beworbenen Produkte spezifische Charaktereigenschaften (z. B. ein launischer Burger), wodurch Nutzer mit Marketingmaßnahmen adressiert werden können, so das Ministerium für Wirtschaft, Innovation, Digitalisierung und Energie des Landes Nordrhein-Westfalen auf Anfrage des Bundes der Steuerzahler. Es werde damit ein Innovationsimpuls für die zukünftige Entwicklung der gesamten Medien- und Kreativwirtschaft erwartet, von dem auch andere Branchen profitieren sollen.

Die 1,45 Mio. Euro teure App wird von der EU mit insgesamt 673.000 Euro finanziert, vom Land NRW mit 317.000 Euro und mit privaten Mitteln in Höhe von 460.000 Euro. Im März 2022 soll die App veröffentlicht werden, Zielgruppe sind lokale Gastronomen und Einzelhändler. Sie können ihre Angebote in die App eingeben, und die Nutzer werden dann entsprechend ihrer Vorlieben informiert, wenn sie in die Nähe eines Ladenlokals mit dem passenden Angebot kommen. Mit dem Gericht ihrer Wahl können sie auch chatten und so Aktionscodes freispielen.

Unfreiwillige Komik zeigt übrigens das Werbevideo für das Projekt: Eine App-Nutzerin wird von einer veganen Currywurst ausgerechnet in eine Pommesbude gelockt. Ob man im Bundesministerium für Ernährung, das für weniger Salz, Fett und Zucker in Fertigprodukten kämpft, und im NRW-Ministerium für Landwirtschaft, das sich für regionale und saisonale Produkte statt für Fast Food einsetzt, auch darüber lachen kann? Den Steuerzahlern dürfte das Lachen vergehen.

Foto: Oliver T. Müller

Das Video zum Fall

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Der Bund der Steuerzahler kritisiert

Bei aller Sympathie für die Förderung moderner Technologien: Die Werbewirtschaft sollte selbst in der Lage sein, ihre Forschung zu finanzieren. „Launische Burger“, die eifersüchtig werden und meckern, wenn man sie eine Zeitlang nicht isst, müssen jedenfalls nicht vom Steuerzahler bezahlt werden.

Fragen an den Autor

Autor des Artikels

Jens Ammann

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Bemerkungen :

  • user
    V. Gerlach 21/11/2020 um 12:52
    Wann kommt es denn endlich mal dazu dass diese Steurverschwendungen nicht nur angeprangeert werden , sondern auch mal zu regress gebracht wird. Die Steuerverschwendungen sind doch genauso "kriminell" wie die Korruption.