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  • Nordrhein-Westfalen
  • Nachlese
27.10.2020

Umstrittener Geysir in Monheim sprudelt

Statt 415.000 Euro soll das umstrittene Kunstprojekt nun rund 605.000 Euro kosten

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Was ist passiert?

Monheim (NW). Ausgerechnet die Mittelinsel im Kreisverkehr Krischerstraße/Rheinpromenade hat sich die Stadt Monheim als Standort für ein umstrittenes Kunstprojekt ausgesucht. Dort soll ein künstlicher Geysir eine ca. 12 m hohe Fontäne in den Himmel schicken. Wie oft und wann der Geysir ausbricht, bleibt ein Geheimnis – schließlich, so die Stadt, stehe dahinter die künstlerische Idee, die Unberechenbarkeit der Naturphänomene darzustellen. Deshalb verbiete es sich, die „Ausbrüche“ vorher mit festen Terminangaben anzukündigen. Auch die Zahl der „Ausbrüche“ werde nicht öffentlich bekanntgegeben.

Eigentlich sollte das Projekt für 415.000 Euro realisiert werden, dann stiegen die Kosten auf 605.000 Euro. Dem zuerst ermittelten Betrag lag lediglich eine Kostenschätzung und keine ausgearbeitete Planung zugrunde, so die Stadt auf Anfrage. Ursprünglich sei die Stadtverwaltung davon ausgegangen, dass es möglich ist, die nötigen technischen Anlagen für den Geysir unterhalb der Mittelinsel des Kreisverkehrs zu installieren, doch nun muss ein Teil der Technik in einen Parkplatz neben dem Geysir ausgelagert werden. In den Kosten enthalten sind auch ein schalltechnisches und ein strömungstechnisches Gutachten, die 15.400 Euro gekostet haben. Weitere 4.600 Euro kamen im Juli 2020 hinzu, weil der Künstler feststellte, dass der Beckenrand des Geysirs aus künstlerischen Gründen erhöht werden müsse. Die Folgekosten für das Kunstprojekt werden pro Jahr auf rund 6.000 Euro geschätzt.

Um die Verkehrsteilnehmer vor den unvermittelten „Ausbrüchen“ des Geysirs „zu schützen“, will die Stadt zunächst eine Baustellenampel am Kreisverkehr errichten. Zwischen der Unteren Verkehrsbehörde und der Oberen Verkehrsbehörde ist aber strittig, ob das Aufstellen einer festen Ampel durch gesetzliche Bestimmungen gedeckt ist. „Um das Kostenrisiko für eine dauerhafte Ampelanlage so lange zu vermeiden, bis diese Frage geklärt ist, wird für den Zeitraum vom 28. September bis 31. November 2020 eine provisorische Baustellenampel für 4013 Euro gemietet“, erklärte die Stadt dazu. In den Wintermonaten werde der Geysir wegen zu niedriger Temperaturen vermutlich nicht ausbrechen. Sollte es jedoch einen milden Winter geben, würde die Stadt Monheim nochmal Ampeln bestellen, um einen sicheren Ausbruch gewährleisten zu können.

Foto: Andrea Defeld

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Der Bund der Steuerzahler kritisiert

Der Sinn des Kreisverkehrs, den die Bürger zuvor bezahlt haben, damit er für flüssigen Verkehr sorgt, wird ad absurdum geführt. An diesem völlig ungeeigneten Standort wird wortwörtlich Steuergeld in die Luft geblasen.

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Autor des Artikels

Andrea Defeld

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Bemerkungen :

  • user
    Jürgen Weißauer 14/02/2021 um 11:19

    Bei der Geysiranlage handelt es sich um Kunst im öffentlichen Raum. Die Botschaft des Künstlers zum Kunstwerk überzeugt nicht. der Bund der Steuerzahler ist wie immer calvinitisch. Kunst durch die öffentliche Hand ist danach grundsätzlich immer schlecht, weil Kunst Geldverschwendung ist. Wie schäbig und kleinbürgerlich. Der verkehr würde angeblich schwer beeinträchtigt. An etwa 20 Tage Ausbrüche x etwa 10 Minuten Dauer macht 3,5 Stunden im gesamten Jahr. Entsetzlich lange Zerstörung des fließenden Verkehrs (ein Jahr hat 8760 Stunden). Unerträglich, welch wirtschaftlicher Schaden und massivster Eingriff in persönliche Freiheiten. Den Bund der Steuerzahler kann ich nicht mehr ernst nehmen.

  • user
    Günter Michel 21/12/2020 um 15:50
    Blanke Geldverschwendung, ein Skandal.