Newsletter

Der Schutz Ihrer Daten ist uns wichtig. Diese Hinweise zum Datenschutz finden Sie in unseren Datenschutzrichtlinien. Diesen stimme ich zu.

Die mit einem * gekennzeichneten Felder sind Pflichtfelder


Besuchen Sie uns

News Bild 690
  • Niedersachsen
  • Teure Annehmlichkeiten
09.11.2021

Überteuertes öffentliches WC am See

Teures Geschäft – 335.000 Euro für einen Toilettenpavillon

Scrollenaccordion-icon

Was ist passiert?

Kirchwalsede (NI). Eigentlich sollte der aus den 1970er-Jahren stammende landkreiseigene „Pavillon am Bullensee“ mit Imbiss und Toiletten nach einer grundlegenden Sanierung an einen privaten Betreiber verpachtet werden. Großes Interesse zeigte der 2015 neu gegründete Verein „Lotte am Bullensee e. V.“. Er wollte die marode Einrichtung nicht nur in eigener Verantwortung sanieren und modernisieren, sondern auch erweitern. Das hochtrabende Konzept sah eine soziokulturelle Begegnungsstätte am Bullensee vor. Der Landkreis widmete entsprechend im Jahr 2015 die haushaltsrechtlich veranschlagten Baukosten von 260.000 Euro in eine Ermächtigung für einen gleich hohen Investitionszuschuss an den Verein um. Der Verein selbst rechnete mit Gesamtkosten von rund 480.000 Euro.

Doch der Verein „Lotte“ hielt nicht das, was er vollmundig versprochen hatte. Erst zog sich die Anerkennung der steuerlichen Gemeinnützigkeit in die Länge, dann scheiterte die Baugenehmigung, weil die geforderten prüffähigen Unterlagen und Nachweise nicht termingerecht vorgelegt wurden. Hinzu kam, dass die Gesamtfinanzierung des Projekts durch den Verein nicht sichergestellt war. Ende Februar 2019 löste sich „Lotte“ wieder auf.

Daraufhin beschloss der Kreisausschuss im Juni 2019, den Umbau selbst in die Hand zu nehmen. Die sogenannte kleine Lösung sah einen Teilabbruch, moderne WC-Anlagen sowie wettergeschützte Unterstell- und Sitzmöglichkeiten mit einem Kostenvolumen von 207.000 Euro vor. In dieser Summe waren die Anschlüsse an einen mobilen Imbisswagen enthalten.

Als die neue WC-Anlage Anfang Juni 2021 feierlich eröffnet wurde, waren die Gesamtkosten um knapp 62 Prozent auf 335.000 Euro in die Höhe geschnellt. Wie es dazu kommen konnte? Auf Nachfrage teilt der Landkreis Rotenburg (Wümme) mit, dass insgesamt 18 verschiedene Aufträge erteilt worden seien. Davon waren 4 zuvor öffentlich ausgeschrieben, weitere 4 beschränkt, 7 freihändig und 3 direkt vergeben worden. In Zeiten der Pandemie und des gleichzeitigen Baubooms musste der Landkreis offensichtlich regelrecht um eine Beteiligung an den Ausschreibungen bzw. um die Abgabe von Angeboten werben.

Kurios sind indes die Mehrkosten hinsichtlich der energetischen Dämmung der Außenwände und des Flachdachs. Obwohl die Toilettenanlage von November bis März geschlossen bleibt und lediglich gegen Frost gesichert werden muss, verlangen die Bauvorschriften auch in diesem Fall die gleiche energetische Dämmung wie bei einer ganzjährigen Nutzung.

Foto: Karin Zentgraf

Der Bund der Steuerzahler meint

Die „kleine Lösung“, die der Landkreis am Großen Bullensee mit der WC-Anlage und dem Imbisswagen gewählt hat, ist groß ins Geld gegangen. Für 335.000 Euro baut manche Familie auf einem ererbten Grundstück ein schickes Einfamilienhaus.

Fragen an den Autor

Autor des Artikels

Bernhard Zentgraf

Spenden Sie für unsere Arbeit!

Als gemeinnützige Organisation sind wir auf Ihre Mithilfe angewiesen um Steuergeldverschwendungen wie diese aufzudecken. Unterstützen Sie uns mit einer kleinen Spende damit wir weiterhin Steuergeldverschwendung aufdecken können.

Sag uns deine Meinung

Teil uns mit, was du
denkst!

Kommentare und Antworten

×

Name ist erforderlich!

Geben Sie einen gültigen Namen ein

Gültige E-Mail ist erforderlich!

Gib eine gültige E-Mail Adresse ein

Kommentar ist erforderlich!

Akzeptieren der Bedingungen ist erforderlich!

bitte bestätigen

* Diese Felder sind erforderlich.

Sei der erste der kommentiert