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  • Hamburg
  • Richtig skurril!
09.11.2021

Teure Friedhofs-Schranke

Schrankensystem an Friedhof kostet fast 400.000 Euro

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Was ist passiert?

Hamburg (HH). Eine Verkehrszählung hat ergeben, dass mehr als 5.000 von 8.600 Fahrzeugen, die täglich auf den Ohlsdorfer Friedhof fahren, das Areal lediglich zur Durchfahrt nutzten. Dadurch würde laut Friedhofsverwaltung die Ruhe des Friedhofs gestört. Das sollte eine Schranke ändern. Polizei und Feuerwehr dürfen weiter durchfahren und auch jeder, der zu einer Beisetzung möchte. Über eine Klingel kann man sich anmelden – und während der Öffnungszeiten des Friedhofs öffnet ein Wachdienst, der weiß, wo die Trauerfeier stattfindet.

Während sich einige Friedhofsbesucher über die neu gewonnene Ruhe freuen, kritisieren andere, dass selbst ein kurzer Besuch nicht mehr möglich sei, weil man jetzt – abhängig vom Wohnort – um den ganzen Friedhof herumfahren müsse. Wegen der Umstellung bekam die Friedhofsverwaltung in der Anfangsphase laut Medienberichten täglich mehr als 100 Beschwerden.

Der Bau der Schranke sorgte nicht nur unter den Pendlern und Friedhofsbesuchern für Unruhe. Auch die Kosten dafür waren sehr hoch. Laut Medien soll das Projekt „Schranke“ 448.000 Euro gekostet haben – das ergab eine Antwort des Senats an CDU-Abgeordnete. Diese Zahl bestätigte die zuständige Behörde nicht: Das Schrankensystem habe 114.172 Euro gekostet. Zusätzlich sei ein Glasfasernetz ausgebaut worden. Die Endabrechnung weise dafür Kosten in Höhe von 249.639 Euro aus – macht zusammen also 363.811 Euro.

Wegen technischer Probleme musste Personal an der Schranke bereitgestellt werden. Von Oktober bis Dezember fielen daher auch Personalkosten in Höhe von 18.606,80 Euro an. Unter anderem konnte die Schranke nicht von der weit entfernten Zentrale geöffnet werden, wenn ein Autofahrer um die Durchfahrt bat. Da sind die Kosten für nachträglich angeschaffte Hinweisschilder in Höhe von 1.500 Euro fast zu vernachlässigen.

Ursprünglich hatte der Aufsichtsrat der Hamburger Friedhöfe sogar eine Gebühr von bis zu 3 Euro pro Auto geplant. Nach einer Welle der Empörung wurde die Friedhofs-Maut aber begraben.

Foto: Sascha Mummenhoff

 

 

Der Bund der Steuerzahler meint

Das erzwungene Umfahren des Friedhofs kommt den Steuerzahler teuer zu stehen. Eine intelligente Schrankenlösung, die die Durchfahrtszeiten der Autos kontrolliert und den unerwünschten Durchgangsverkehr damit unterbindet, wäre deutlich kostengünstiger gewesen, als neues Personal für die Bedienung der Schranke zu beschäftigen.

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Autor des Artikels

Sascha Mummenhoff

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Bemerkungen :

  • user
    Marc M.D. 09/11/2021 um 17:26
    Ich finde die Errichtung der Schranke überhaupt keine Steuergeldverschwendung. Ich denke es wurde für verkehrsberuhigende Maßnahmen schon deutlich mehr Geld ausgegeben. Und wenn ich bedenke, dass der Bau von 3 Meter (nicht km) Autobahn in Berlin in etwa genau so viel kostet, bekommt der Hamburger hier einiges an Mehrwehrt. Die gewonnene Lebens- und Aufenthaltsqualität auf dem Ohlsdorfer Friedhof ist enorm gestiegen. Früher glich der Ohlsdorfer Friedhof zur Rushhour einer innerstädtischen Autobahn. Fußgänger*innen und Radfahrende wurden massiv gefährdet und genötigt. An die 30 KmH hielt sich der Durchgangsverkehr nie. Heute ist dieser Ort wieder eine Oase der Stadt. Die Schranke würde ich eher als Leuchtturmprojekt in Sachen Klimaschutz und Mobilitätswende sehen. Gut investiertes Kapital. Ob die Höhe der Kosten gerechtfertigt sind, bzw. ob es nicht auch hätte etwas weniger kosten dürfen kann ich - aber vermutlich auch Sie - nicht beurteilen. Was hätte denn diese "intelligente" Schrankenlösung gekostet welche die Durchfahrtszeit der Autos kontrolliert hätte? Es hätten dann ja an allen 4 Eingängen Schranken errichtet werden müssen. An jeder Schranke hätte entweder aufwändig ein "Ticket" gezogen werden müssen, oder die Kennzeichen maschinell erfasst werden (Was da wohl das Datenschutzschwarzbuch gesagt hätte). Klingt für mich nicht nach einer günstigeren und effizienteren Alternative.