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  • Berlin
  • Brücken, Straßen und Verkehr
09.11.2021

Teure Flaniermeile Friedrichstraße

Evaluation und Marketing sind die größten Kostenpositionen

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Was ist passiert?

Berlin. Seit August 2020 ist die Berliner Friedrichstraße auf einer Länge von knapp 500 m für den Autoverkehr gesperrt. Zwischen Leipziger und Französische Straße wurde in der Fahrbahnmitte ein circa 4 m breiter Radweg markiert. Für die Fußgänger ist nun auch auf der Fahrbahn Platz, um in der beliebten Einkaufsstraße zu flanieren. Eigentlich sollte das Projekt nur bis Ende Januar 2021 laufen. Das Land und der Bezirk Mitte hatten dann allerdings beschlossen, die Sperrung für den Kfz-Verkehr noch bis Ende Oktober 2021 fortzusetzen.

Da zwar viel über die kontroversen Diskussionen berichtet wurde, aber aus offiziellen Quellen nichts zu den Kosten des Projekts zu erfahren war, fragte der Bund der Steuerzahler nach.

Laut Senatsverwaltung für Umwelt, Verkehr und Klimaschutz beliefen sich die Gesamtkosten für die erste Projektphase bis zum 31. Januar 2021 brutto auf „etwa“ 1.076.100 Euro. Davon entfielen voraussichtlich 111.000 Euro auf die Markierungs- und Beschilderungsarbeiten. Für die Wiederverwendung von zwei Parklets –

Sitzgelegenheiten, die 2018 ein halbes Jahr die Kreuzberger Bergmannstraße schmückten, und vier weiteren Parklets aus Bühnenelementen seien 93.000 Euro angefallen. Der Aufbau von fünf „Showcases“ aus dem Bestand des Bezirksamts Mitte sowie die Anschaffung von fünf weiteren dieser Schaukästen hätten mit mehr als 15.000 Euro zu Buche geschlagen. Der Kauf von 65 Bäumen, ihre Bewässerung und die Anmietung von Holzverkleidungen kostete mehr als 44.000 Euro. Knapp 27.000 Euro entfielen auf die Stromversorgung und weitere knapp 58.000 auf die Weihnachtsbeleuchtung. Die gestalterische und technische Planung und Umsetzung kostete nochmals fast 53.000 Euro.

Der Löwenanteil der Projektkosten entfiel aber auf die Evaluation und Kommunikation. Gut 455.000 Euro kosteten eine Verkehrserhebung und eine Verkehrsdatenauswertung. Hinzu kämen Kosten für eine Passantenbefragung zum Nutzungsverhalten und zur Wahrnehmung der Flaniermeile in Höhe von 24.500 Euro. Weitere gut 191.000 Euro hätte eine Agentur für eine Marketingkampagne zur Stärkung des Standorts erhalten.

Unklar ist nach wie vor, wie hoch die Gesamtkosten ausfallen werden und welche zusätzlichen Kosten ggf. noch nach der ersten Projektphase anfallen könnten. Unklar ist auch, ob die Kosten für einen Rückbau enthalten sind.

 

Foto: Alexander Kraus

 

 

Der Bund der Steuerzahler meint

Mit Blick auf die Gesamtkosten von gut 1 Mio. Euro ist es bedenklich, dass 674.781 Euro – und somit fast zwei Drittel der Ausgaben – für Auswertungen und Werbung angefallen sind. Zwar sind Evaluierungen wichtig, die Entscheidung für eine Fußgängerzone in der Friedrichstraße ist letztlich jedoch eine politische.

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Autor des Artikels

Alexander Kraus

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Bemerkungen :

  • user
    d 12/11/2021 um 09:27
    In Berlin gibt es regelmäßig unsinnige Dinge, für die viel Geld ausgegeben wird.
    Was ist eigentlich mit der Brücke über den Friedrich-Olbricht-Damm?
    Dort sind laut meiner Information die Kosten explodiert.
  • user
    Günter Mecher 12/11/2021 um 07:53
    Ich denke, es wird einen gesetzlichen Grund geben, dass für solche Maßnahmen eine Rechtfertigung gegenüber dem Autoverkehr her muss. Die dann natürlich kostet. Würde es dagegen zum Standard erhoben, dass ein bestimmter Anteil innerstädtischer Straßen auf diese Weise für Fußgänger und Radfahrer vorbehalten wird, so bedarf es der Ausgaben für Untersuchungen und Marketing nciht mehr. Zudem würden die Subventionen für Autoverkehr und (durch mehr Nutzer) für den ÖPNV sinken.