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  • Nordrhein-Westfalen
  • Nachlese
09.11.2021

„MiQua“ noch teurer und noch später fertig

Kosten für Archäologieprojekt liegen mittlerweile bei 127 Mio. Euro

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Was ist passiert?

Köln (NRW). In einem Rundgang unterhalb des Rathausplatzes will die Stadt Köln zeigen, was von einem römischen Statthalterpalast, einem mittelalterlichen jüdischen Viertel und einem Goldschmiedeviertel die Jahrhunderte überdauert hat. „MiQua” heißt das Projekt, das eine unterirdische Archäologische Zone mit einem oberhalb liegenden Jüdischen Museum verbindet. Archäologiefans hatten sich einst auf die Eröffnung im Jahr 2017 gefreut. Jetzt wird es wohl vor 2025 nichts mit einem Besuch werden. Auch die Kosten explodierten: 2010 ging der Rat davon aus, dass das Projekt 48 Mio. Euro kosten würde, jetzt ist man bei 127 Mio. Euro angekommen. Von Anfang an war klar, dass das „MiQua“ einen erhöhten Schwierigkeitsgrad bei allen Planungs- und Ausführungsprozessen mit sich bringen und dass der Schutz der archäologischen Funde die wichtigste Förderauflage des Projekts sein würde.

Als Ursachen für die weiteren Kostensteigerungen nennt die Stadt unter anderem folgende Gründe: So habe es Mehrkosten durch Planungsänderungen gegeben, die dem Bestand geschuldet sind. Auch die erste Bauzeitverschiebung von 2 Jahren, bedingt durch verzögerte Tiefbauarbeiten verursachte Baupreissteigerungen bei allen Gewerken. Zudem ergab sich zusätzlicher Änderungsbedarf aus Erkenntnissen von weiteren 12 Monaten Sandabsaugung und der Freilegung der archäologischen Funde. Auch die Barrierefreiheit im unterirdischen Ausstellungsparcours musste angepasst und verbessert werden. Hinzu kamen notwendige Planungsänderungen durch Sicherheitseinschätzungen der Kriminalpolizei wegen jüngster antisemitischer Ereignisse. 

Für die Stadt besonders fatal ist, dass sie die Kostensteigerungen ohne finanzielle Unterstützung des Landes tragen muss. 2015 hatte sie ihren Eigenanteil noch mit 28,8 Mio. Euro angegeben, jetzt sind es mehr als 93 Mio. Euro. Nicht zum ersten Mal ist die finanziell angeschlagene Stadt auf die Verlockungen einer Landesförderung hereingefallen, die suggeriert, dass solche Projekte mit einem Zuschuss vom Land leicht zu stemmen sind. In der Regel erhöhen sich bei einem Anstieg der Baukosten jedoch nicht auch die Fördermittel des Landes. Köln bekommt vom Land Nordrhein-Westfalen 33,7 Mio. Euro Zuschuss und damit lediglich 1 Mio. Euro mehr, wegen Corona.

Und dann sind da noch die Folgekosten: Über 1 Mio. Euro wird die Bewachung des „MiQua“ jährlich kosten, zu einer Hälfte von der Stadt Köln und zur anderen Hälfte vom Landschaftsverband Rheinland als dem künftigen Betreiber des „MiQua“ zu tragen. Die städtischen Betriebskosten und die Personalkosten sind insgesamt mit 3,2 Mio. Euro jährlich kalkuliert.

Foto: Oliver T. Müller

Der Bund der Steuerzahler kritisiert

Kölns Verschuldung beträgt rund 5 Mrd. Euro, die Pro-Kopf-Verschuldung liegt weit über dem Durchschnitt Nordrhein-Westfalens. Bei dieser Finanzlage hätte sich die Stadt auf dieses Projekt mit solch unkalkulierbaren Risiken nicht einlassen dürfen.

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Autor des Artikels

Andrea Defeld

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