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  • Nordrhein-Westfalen
  • Teure Diener
27.10.2020

Miese Vorstellung

Bürger zahlen für zwei Intendantinnen beim Wuppertaler Tanztheater

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Was ist passiert?

Wuppertal (NW). Mitte Juli 2018 wurde der Intendantin des Tanztheaters Wuppertal nach nur gut einem Jahr im Amt fristlos gekündigt. Der Vertrag lief eigentlich bis Ende Juli 2022. Nach Darstellung der Stadt, die zu 100 Prozent am Tanztheater Wuppertal beteiligt ist, hatte es erhebliche Konflikte zwischen der Intendantin und weiteren Leitungskräften des Tanztheaters gegeben. Zudem warf man der Intendantin Versäumnisse bei der Planung der Spielzeit 2018/2019 vor. Doch diese setzte sich zur Wehr und klagte auf Wiedereinstellung und Zahlung ihres Monatsgehalts von 11.500 Euro brutto seit ihrer Kündigung.

Zwischen Sommer 2018 und Dezember 2019 gab es mehrere Verhandlungen vor dem Arbeitsgericht Wuppertal, dem Landesarbeitsgericht NRW und dem Bundesarbeitsgericht. In allen Verfahren wurde die Kündigung als unwirksam erklärt, die angeführten Gründe reichten für eine fristlose Kündigung nicht aus. Nach dem eindeutigen Urteil des Arbeitsgerichts Wuppertal ging die Stadt dennoch in Berufung: „Die Auffassung des Arbeitsgerichtes Wuppertal wurde damals seitens der Tanztheater Wuppertal Pina Bausch GmbH und der Stadt Wuppertal nicht geteilt.“ Dass die Kündigung der Intendantin unrechtmäßig ist, stellte das Landesarbeitsgericht auch in zweiter Instanz fest. Das Gericht merkte zudem an, dass es nicht einmal eine „wirksame kündigungsvorbereitende Abmahnung“ gegeben habe. Eine Revision gegen dieses Urteil wurde nicht zugelassen. Dagegen reichte die Stadt Wuppertal dann beim Bundesarbeitsgericht Beschwerde ein, die abgewiesen wurde.

Obwohl die gerichtlichen Auseinandersetzungen über eine Weiterbeschäftigung der Intendantin noch liefen, wurde zum 1. Januar 2019 ihre Stelle neu besetzt. Im Januar 2020 kam es dann zu einer außergerichtlichen Einigung. Die Intendantin verzichtete auf eine Wiedereinstellung, und die Parteien einigten sich über die finanziellen Ansprüche; über die Summe wurde Stillschweigen vereinbart. Für welchen Zeitraum die Intendantin Gehaltsfortzahlungen erhält, ob weitere Zahlungen wie Abfindungen, Prämien oder Schadenersatz vereinbart wurden – zu alldem erfahren die Bürger nichts. Nach WDR-Berichten handelt es sich um Gesamtkosten im siebenstelligen Bereich. Hinzu kommen Prozess- und Verfahrenskosten für das Tanztheater, zu denen die Stadt ebenfalls keine Angaben macht. Die Rechnung wird aber wohl der Steuerzahler begleichen. Die Vorfälle rund um die fristlose Kündigung wurden auch intern geprüft. Über den Inhalt dieser Besprechungen wurde allerdings Verschwiegenheit vereinbart.

Das Landesarbeitsgericht jedenfalls stellte fest, dass es seitens der Stadt und des Tanztheaters an Versuchen gefehlt habe, die Streithähne an einen Tisch zu bringen und zu einer Klärung und Deeskalation der Situation beizutragen.

Foto: Janine Bergendahl

Der Bund der Steuerzahler meint

Beim Tanztheater und bei der Stadt sichtbaren niemand in der Lage zu sein, bei Konflikten, die gegen möglicheuern. Kündigung, langwierige Rechtstreitigkeiten und darauf, dass die Bürger für diese miese Vorstellung zahlen.

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Autor des Artikels

Andrea Defeld

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