Newsletter

Der Schutz Ihrer Daten ist uns wichtig. Diese Hinweise zum Datenschutz finden Sie in unseren Datenschutzrichtlinien. Diesen stimme ich zu.

Die mit einem * gekennzeichneten Felder sind Pflichtfelder


Besuchen Sie uns

News Bild 867
  • Bund
  • Kostenexplosion
30.03.2022

Läuft schief: Sanierung der ehemaligen US-Botschaft

Herrichtung als Bürogebäude für den Deutschen Bundestag wird 54 Mio. Euro teurer

Scrollenaccordion-icon

Was ist passiert?

Bund. Das historische Gebäude in der Neustädtischen Kirchstraße 4 - 5 in Berlin wird derzeit als Bürogebäude für den Deutschen Bundestag hergerichtet. Dabei lief einiges schief: Der Zeitplan wurde gerissen und die Kosten liefen komplett aus dem Ruder.

Die Kostenplanung für die Gebäudesanierung ist so wechselhaft wie die Geschichte des Hauses selbst, das vor fast 140 Jahren errichtet wurde. Neben einem Warenhaus für Armee und Marine war es später das „Haus des Deutschen Handwerks“, beheimatete danach den Sitz der Volksbank Berlin, später die Handwerkskammer der DDR und im Anschluss die diplomatische Vertretung der USA in der DDR. Nach der Wiedervereinigung war dort die Botschaft der USA in der Bundesrepublik Deutschland untergebracht. 2017 begannen die Bauarbeiten, um dieses Gebäude und einen angrenzenden Gebäudeteil für den Deutschen Bundestag nutzbar zu machen. 2021 sollte das Gebäude übergeben werden.

Bei den Bauarbeiten kam es zu „Verzögerungen durch die Integration von zusätzlich gewonnenen Bestandserkenntnissen während der Baudurchführung (z. B. die unterirdische illegale Überschreitung der Grundstücksgrenze durch die Nachbarbebauung und zusätzliche Schadstofffunde)“, wie das zuständige Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung auf Anfrage des Bundes der Steuerzahler mitteilte. Des Weiteren soll die „fragile Altbausubstanz mit sehr kleinteiligen, abschnittsweise durchzuführenden Sanierungsschritten“ zu weiteren Verzögerungen geführt haben. Hinzu kamen „aufwändige Gebäudesicherungsmaßnahmen sowie unvorhersehbare Beeinträchtigungen durch die Covid-19-Pandemie“. Nun soll der Bau 2024 fertig sein.

Während sich die Bauzeit beinahe verdoppelt hat, haben sich die im Bundeshaushalt veranschlagten Kosten sogar mehr als verdreifacht. Anfangs waren 26,5 Mio. Euro im Bundeshaushalt eingestellt. Nun sind es bereits 80,6 Mio. Euro – 54,1 Mio. Euro mehr als anfangs veranschlagt.

Je Quadratmeter (Bruttogrundfläche) kostet die Herrichtung des Gebäudes damit rund 8.100 Euro. Zum Vergleich: Das sind rund 1.000 Euro mehr als die Sanierung des repräsentativen Reichstagsgebäudes je Quadratmeter (Bruttogrundfläche, preisbereinigt) gekostet hat, in dem auch der Plenarsaal des Deutschen Bundestages untergebracht ist.

Foto: Philipp Behm

Der Bund der Steuerzahler meint

Bauen im Bestand birgt immer Risiken. Künftig sollten die Projekte aber so vorbereitet werden, dass es keine bösen Überraschungen gibt.

Fragen an den Autor

Autor des Artikels

Philipp Behm

Spenden Sie für unsere Arbeit!

Als gemeinnützige Organisation sind wir auf Ihre Mithilfe angewiesen um Steuergeldverschwendungen wie diese aufzudecken. Unterstützen Sie uns mit einer kleinen Spende damit wir weiterhin Steuergeldverschwendung aufdecken können.

Sag uns deine Meinung

Teil uns mit, was du
denkst!

Kommentare und Antworten

×

Name ist erforderlich!

Geben Sie einen gültigen Namen ein

Gültige E-Mail ist erforderlich!

Gib eine gültige E-Mail Adresse ein

Kommentar ist erforderlich!

Akzeptieren der Bedingungen ist erforderlich!

bitte bestätigen

* Diese Felder sind erforderlich.

Bemerkungen :

  • user
    Günter Diehl 24/04/2022 um 20:50
    Es wirkt auf mich etwas befremdlich, daß in einem solchen Umfang so viel Geld für einen ehemaligen Bundeskanzler in Form von Gebäuden ausgegeben wird, um damit für eine Partei eine glorreiche Vergangenheit zu dokumentieren. Ich will die Verdienste nicht schmälern, nur frage ich mich, ob es angebracht ist, bei weiteren zukünftigen verdienstvollen Bundeskanzlern immer eine Stiftung mit Gebäuden und Ausstattung, finanziert aus Steuergeldern, am Laufen zu halten. Wer entscheidet darüber? - der Steuerzahler doch nicht. Damit dürften doch Tür und Tor für weitere Verschwenungen geöffnet werden - oder?
    MfG
    Günter Diehl
  • user
    Lothar Sandner 20/04/2022 um 23:55
    Hallo BdSt,
    ich bin nun 71 Jahre und noch bei bester Gesundheit! Ich beobachte seit Jahrzehnten das soche Machenschaften tagtäglich bei diversen Vorhaben vom Staat solche unverschämtheiten zu Tage gefördert werden!
    Ser Klüngel der da im Staatsfilz und befreundeten Handwerkern sitzt ist ist eine Katastrophe!
    Die sitzen am Abend bei gutem Wein und Speisen die mit Staatsspeesen abgerechnet werden zusammen, machen sich über den rechtschaffenden Bürger Lustig...beschliessen wie der Staat über den Tisch gezogen wird! Auch die Summen die am Ende für jeden bleiben sind schon errechnet!
    Früher hat man mit dem Finger auf die DDR zeigen können und die Korruption zu kritisieren, aber man hat nur die eigenen Unfähigkeiten damit verduscht. Eigentlich gehören die Alle wegen schweren Raub an der Bevölkerung eingekerkert! Aber die Gutachter die man braucht sind genauso koruppte Verbrecher!!!
    Ich versuche jetzt aus meinen Enkel einen auf einen vorbildlichen Weg zu bringen oder sollte ich doch aus Ihm einen Koruppten unredlichen Menschen mache....denn ein einziger Staatsauftrag und er ist saniert!!! Kann einen auf Gutachter machen da läuft das auch so....! Ich empfinde das als so traurig und schäbig sein eigenes Land zu betrügen....Pfuiteufel!!!!!
    mfG
    Lothar Sandner