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  • Bayern
  • Brücken, Straßen und Verkehr
09.11.2021

Lärmschutzwände – ein kostspieliger Sanierungsfall für die Bahn

Erhebliche Kostensteigerung bei dem Austausch von Lärmschutzwänden der DB Netz AG

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Was ist passiert?

München/Obermenzing/Rohrbach (BY). Die DB Netz AG, ein hundertprozentiges Tochterunternehmen der Deutschen Bahn AG, die sich wiederum vollständig im Eigentum der Bundesrepublik Deutschland befindet, hatte ein Problem mit Lärmschutzwänden an der ICE-Hochgeschwindigkeitsstrecke Ingolstadt-München. Die Lärmschutzwände wurden in den Jahren 2004 bis 2006 errichtet und mussten auf der Strecke zwischen München-Obermenzing und Rohrbach nach nur gut 10 Jahren ausgetauscht werden. Die „Druck-Sog-Wirkungen“ vorbeifahrender Hochgeschwindigkeitszüge führten nämlich zu Schäden an den Aluminiumschutzelementen. Insgesamt wurden 100.555 qm Lärmschutzwand ausgetauscht.

In einer Vorplanung ist man hierfür von geschätzten Kosten in Höhe von circa 30 Mio. Euro ausgegangen. Am Ende war man bei 45,7 Mio. Euro angelangt, worin auch Kosten für landschaftspflegerische Begleitarbeiten in Höhe von circa 300.000 Euro enthalten sind.

Die Kostensteigerung ist nach Mitteilung der DB Netz AG auf folgendes zurückzuführen: „Der Detailierungsgrad in der Vorplanung hatte noch nicht alle Einflüsse auf die Baustelle berücksichtigt. Die Rohstoffpreisvariation von Aluminium 2016/2017 hat sich teilweise auf die Angebote der Firmen ausgewirkt. Die Arbeiten von außen, der gleisabgewandten Seite, wurden, im Stadtgebiet von München, in größeren Teilbereichen durch die Untere Naturschutzbehörde untersagt. Dadurch wurde eine Umplanung, Ausführung der Arbeiten von der Gleisseite erforderlich, d. h. nachts in Zug- bzw. Sperrpausen. Auch gleisgebundene, längere Anfahrtswege reduzierten zusätzlich die effektive Arbeitszeit an den Lärmschutzwänden […]“.

Die in den Jahren 2004 bis 2006 verbauten Lärmschutzelemente entsprachen zwar in Qualität und Ausführung dem damaligen Stand der Technik und den für Hochgeschwindigkeitsstrecken gültigen Richtlinien. Dennoch wurden schon nach wenigen Jahren an den Aluminiumlärmschutzelementen erste Schäden festgestellt. Diese wurden durch die „Druck-Sog-Wirkungen“ vorbeifahrender Züge verursacht.

Hieraus hat man seine Lehren gezogen und die entsprechenden Richtlinien für die Planung und Berechnung von Lärmschutzwänden mit „Druck-Sog-Beanspruchung“ vorbeifahrender Hochgeschwindigkeitszüge überarbeitet und ergänzt, wie die DB Netz AG den Bund der Steuerzahler wissen ließ.

Foto: Maria Ritch/Michael Stocker

 

Der Bund der Steuerzahler meint

Auch wenn die Aluminiumlärmschutzelemente seinerzeit dem Stand der Technik entsprachen, lässt dies nicht darüber hinwegtäuschen, dass letztlich die Steuerzahler die Leidtragenden dieses Sanierungsfalles samt Kostenexplosion sind.

Fragen an den Autor

Autor des Artikels

Maria Ritch

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Bemerkungen :

  • user
    Jakob Zankl 10/11/2021 um 01:07
    Guten Tag, es ist natürlich sehr ärgerlich, wenn ei Bauwerk so schnell zum Sanierungsfalö wird, Aber wenn nach den damals gültigen Regeln der Technik gebaut wurde, hat die Bahn alles richtig gemacht. Nicht Nachvollziehbar ist das Verhalten der Stadt München. Was ar denn das so schützenswert? Die Kostensteigerungen hätte eine gute Projektleitung auffangen müssen.
    • user
      Helge 10/11/2021 um 11:14
      Die Bauarbeiter, die den Lärmschutzzaun repariert haben, hätten mit ihren schweren Stiefeln den Rasen auf dem Bahndamm zertrampelt, sowie die seltenen Kräuter, sowas kann eine ordentliche Behörde nicht zulassen!