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09.11.2021

Kosten für Ludwigsparkstadion verdreifacht

Ludwigsparkstadion in Saarbrücken kostet die Steuerzahler 47 statt 15 Mio. Euro

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Was ist passiert?

Saarbrücken (SL). Das Ludwigsparkstadion ist die Heimspielstätte des 1. FC Saarbrücken, gehört aber der Landeshauptstadt. Doch das 1953 eröffnete Stadion war in die Jahre gekommen. So beschlossen die Stadt Saarbrücken und das Saarland im Februar 2013, das Stadion gemeinsam zu modernisieren und umzubauen. Eine Machbarkeitsstudie wurde vorgelegt, die Kosten wurden auf 15 Mio. Euro beziffert und als Investitionsobergrenze festgelegt. Davon sollte das Land 10 Mio. Euro und die Stadt die restlichen 5 Mio. Euro übernehmen.

Allerdings erwies sich diese Kostenkalkulation als unrealistisch, sodass die Investitionsobergrenze in mehreren Schritten gesprengt wurde: Bis August 2019 erhöhten sich die Gesamtkosten aus vielfältigen Gründen auf satte 38 Mio. Euro, was wir im Schwarzbuch 2019/20 kritisiert hatten. Seinerzeit versicherte die Stadt, dass es bei den Gesamtkosten von 38 Mio. Euro bleiben werde. Doch das war schnell Makulatur.

Auch der Termin für die Fertigstellung des Ludwigsparkstadions wurde mehrfach verschoben: Aus Anfang 2020 wurde Sommer 2020 und dann Frühjahr 2021. Aber selbst diesen Termin einzuhalten, erwies sich angesichts der langen Problemliste als unmöglich. Als besonders kritisch galt der neue Rasen, der sich bereits ab 2020 in einem katastrophalen Zustand befand und für Spielausfälle bzw. -verlegungen sorgte. Bis Mitte 2021 herrschten laut Stadt zumindest im Stadion keine Mängel mehr, die den Spielbetrieb gefährden würden, sodass der 1. FC Saarbrücken etwas aufatmen konnte. Doch fertig ist das Ludwigsparkstadion immer noch nicht. Mittlerweile liegen die Gesamtkosten des Projekts bei rund 47 Mio. Euro.

Wieso kam es zu dieser erneuten Kostenexplosion? Neben allgemeinen Baupreissteigerungen, Arbeitsverzögerungen, unzureichenden Risikozuschlägen sowie heftigen Streitigkeiten mit beteiligten Firmen zu Mängeln, offenen Rechnungen und Vertragsstrafen kamen noch viele Extras dazu, die in der ursprünglichen Planung so nicht vorgesehen waren oder fehlten. Dazu gehören z. B. die Stadionheizung, die Erneuerung des Stadionrasens, eine Polizeiwache mit Arrestzellen, Kühlanlagen für die Gastronomie und neue Zäune.

Insofern würde es wohl kaum jemanden überraschen, wenn das Pannenprojekt noch die Kostenmarke von 50 Mio. Euro sprengt.

Foto: Christoph Walter

Der Bund der Steuerzahler kritisiert

Ein Stadionbau gehört weder zur Daseinsvorsorge einer Stadt noch eines Bundeslandes. Wer trotzdem viel Steuergeld in kommerzielle Fußballstadien stecken will, sollte zumindest eine gründliche wie sparsame Bau- und Kostenplanung vornehmen. Das war beim Ludwigsparkstadion in Saarbrücken definitiv nicht der Fall. Mit der leidigen Salami-Taktik der öffentlichen Hand bei Bauprojekten haben sich die Gesamtkosten im Laufe der Zeit mehr als verdreifacht. Die Steuerzahler konnten nur schockiert den Kopf schütteln, während eine Hiobsbotschaft der nächsten folgte.

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Autor des Artikels

Christoph Walter

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