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07.04.2021

Kommunikation ist gut, Innovation ist besser

Bundesforschungsministerium zahlt 3 Mio. Euro für Werbekampagne

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Was ist passiert?

Bund. Innovationen sind wesentliche Treiber von Fortschritt und Wohlstand in Deutschland – denken wir zum Beispiel an den Buchdruck, den Dynamo oder das Automobil. Da in einer alternden Gesellschaft der Wohlstand auch künftig maßgeblich von Innovationen abhängen dürfte, ist es zweifelsohne nötig, die richtigen Voraussetzungen für Innovationen zu schaffen. Noch steht Deutschland im internationalen Vergleich nicht schlecht da. Verschiedene Indizes versuchen, die Innovationskraft der Länder zu messen und sie miteinander zu vergleichen. Im „Global Innovation Index“ (2020) belegt Deutschland immerhin Platz 9 von 131 untersuchten Ländern.

Auch die Bundesregierung hat die Bedeutung des Themas erkannt, hat Strategien verabschiedet und Fördermittel bereitgestellt. Und sie hat die „Informations- und Dialogkampagne #innovationsland Deutschland“ gestartet. Seit September vergangenen Jahres will das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) mit dieser Kampagne zeigen, „dass Deutschland ein riesiges Potenzial an Kreativität, Offenheit und Engagement besitzt.“ Dazu werden auf dem „Kampagnenportal“ www.innovationsland-deutschland.de „Innovationsgeschichten aus einer persönlichen Perspektive“ erzählt. Zudem bieten „partizipative Veranstaltungsformate Gelegenheiten zum Mitmachen und bringen Menschen miteinander ins Gespräch – mit dem Ziel, zu inspirieren und zum Nachahmen zu motivieren“, so die ausdrückliche Hoffnung des Forschungs-Ministeriums.

Inwieweit eine Werbekampagne und Online-Veranstaltungen tatsächlich zu mehr Innovationen in Deutschland beitragen, ist nicht bekannt – und wird im Rahmen der Kampagne auch gar nicht gemessen. Erhoben wird lediglich die Reichweite, da der Erfolg durch „Sichtbarkeit der Themen und die Beteiligung an den Veranstaltungsformaten“ gemessen werde. Die Bilanz ein halbes Jahr nach dem Start: 7.000 Shares und Likes in den Sozialen Medien, 26.000 Teilnehmer bei elf digitalen Veranstaltungen und 95.000 Besucher der Kampagnen-Seite.

Diese werbewirksame Reichweite lässt sich die Bundesregierung einiges kosten: Rund 3 Mio. Euro sind für die Konzeption und Umsetzung der Kampagne eingeplant, die ursprünglich ein halbes Jahr laufen sollte, nun aber bis zum Ende der Legislaturperiode 2021 verlängert wurde, da eine der geplanten Veranstaltungen „aufgrund von terminlichen Engpässen“ vom März in den April dieses Jahres geschoben worden war. Für die Verlängerung der Kampagne fallen rund 350.000 Euro Mehrkosten an, wie das Ministerium auf Nachfrage mitteilte. Durch die Verlängerung könnten die „vielfältigen Inhalte“, die im Laufe der Kampagne entstanden sind, auch weiterhin der Öffentlichkeit zur Verfügung stehen, um so „Mehrwerte für die innovationsinteressierte Öffentlichkeit zu schaffen“, hofft das Ministerium.

Einen echten Mehrwert für eine innovative Volkswirtschaft könnte die Bundesregierung vor allem aber durch geeignete Rahmenbedingungen schaffen. Doch genau hier hakt es: Bei der Bewertung der Institutionen (Politik und Regulierung) kommt Deutschland im „Global Innovation Index“ (2020) nur auf Platz 18. Und insbesondere mit Blick auf die Möglichkeit, einfach ein Unternehmen zu gründen, liegt Deutschland abgeschlagen auf Platz 96. Das ist besorgniserregend, denn letztlich braucht es Unternehmen, die das vom Ministerium richtigerweise attestierte riesige Potenzial an Kreativität, Offenheit und Engagement auch tatsächlich in weltweit gefragte Produkte umsetzen.

Foto: Philipp Behm

Der Bund der Steuerzahler meint

Die Kampagne „#innovationsland Deutschland“ setzt auf Kommunikation – ob damit auch, wie gehofft, Innovation entsteht, ist unklar bis unwahrscheinlich. Der Hemmschuh für Innovationen in Deutschland ist weniger die Motivation als der regulatorische Rahmen. Hier sollte die Bundesregierung ansetzen, statt Millionen Euro in Werbekampagnen zu stecken.

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Autor des Artikels

Philipp Behm

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