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  • Nordrhein-Westfalen
  • Kostenexplosion
27.10.2020

Kölns Geschichte wird immer teurer

Kosten für Archäologieprojekt klettern von 48 auf 95 Mio. Euro

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Was ist passiert?

Köln (NW). Fachleute graben und sieben seit fünf Jahren auf dem Platz vor dem historischen Rathaus in Köln. Dort soll ein neues Museum entstehen. Das Besondere daran: In einem unterirdischen Rundgang unterhalb des Rathausplatzes will die Stadt zeigen, was von einem römischen Statthalterpalast, einem mittelalterlichen jüdischen Viertel und einem Goldschmiedeviertel die Jahrhunderte überdauert hat. „MiQua” heißt das Projekt, das diese unter der Erde liegende Archäologische Zone mit einem oberhalb liegenden Jüdischen Museum verbindet. Archäologiefans werden allerdings weiterhin warten müssen. Wann das Museum eröffnet und was es tatsächlich am Ende kosten wird, ist derzeit unklar.

Ein Sachstandsbericht der Stadt nennt die Ursachen für die Verzögerungen und Preissteigerungen: Allein der Stahlpreis habe sich in dieser Zeit verdreifacht, ein beteiligtes Bauunternehmen Insolvenz angemeldet und sechs Unternehmen wegen Bauverzögerungen ihre Verträge gekündigt. Die Stadt musste daher sieben Aufträge neu ausschreiben.

2017 war für das Museum als Eröffnungstermin Ende 2019 vorgesehen, später korrigierte man den Zeitpunkt der Eröffnung auf Ende 2020. Jetzt ist eine Eröffnung nicht vor August 2024 geplant. Doch selbst dieser Termin ist unsicher, denn wenn sich für sieben Gewerke keine Interessenten finden, drohen weitere Verzögerungen.

Auch die Kosten explodierten: 2010 ging der Rat davon aus, dass das Projekt 48 Mio. Euro kosten würde. Nach einer Neuberechnung im Jahr 2011 lagen die prognostizierten Kosten dann bei knapp 52 Mio. Euro. Und 2017 stiegen sie auf 77 Mio. Euro inklusive Risikopuffer und Einrichtungskosten. Doch auch das ist längst Geschichte: Aktuell rechnet die Stadt mit 95 Mio. Euro inklusive Risikopuffer – also fast das Doppelte dessen, was ursprünglich geplant war. Eine genauere Kostenprognose wird es erst im Herbst 2020 geben, wenn die Ergebnisse der Neuausschreibungen vorliegen.

Wieder einmal ist die finanziell angeschlagene Domstadt auf die Verlockungen der Fördermittel hereingefallen, denn zunächst sah es so aus, als könne sie mit dem Zuschuss des Landes das Prestigeprojekt irgendwie stemmen. Doch die Kostensteigerungen wird wohl die Stadt tragen müssen. Aus einem Sachstandsbericht der Verwaltung geht hervor, dass sich die Fördermittel des Landes nicht erhöhen werden: Sie betragen weiterhin 32,7 Mio. Euro, während der Finanzierungsanteil der Stadt auf 62,3 Mio. Euro steigt.

Wie die Stadt die Mehrkosten finanzieren will, und welche Projekte für das „MiQua“ geschoben oder gestrichen werden müssen, beantwortete die Stadt bis Redaktionsschluss nicht.

Foto: Bärbel Hildebrand

Der Bund der Steuerzahler meint

Wieder zeigt sich, dass sich eine finanziell angeschlagene Stadt wie Köln auf Großprojekte mit unkalkulierbaren Risiken nicht einlassen darf. Die Stadt sollte dringend prüfen, ob und wie sie beim Projekt „MiQua“ umsteuern kann.

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Autor des Artikels

Andrea Defeld

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