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  • Bund
  • Richtig skurril!
27.10.2020

Kein goldenes Händchen bei Sammlermünzen

Bund lässt Möglichkeit millionenschwerer Einnahmen verstreichen

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Was ist passiert?

Bund. Rund 300 Mio. Euro hat der Bund im Jahr 2019 durch den Verkauf von Sammlermünzen eingenommen – ein einträgliches Geschäft. Recherchen des Bundes der Steuerzahler zeigen jedoch, dass die offizielle Verkaufsstelle des Bundes goldene Sammlermünzen teils zu Preisen angeboten hat, die unter dem Materialwert des Goldes zum jeweiligen Bestellzeitpunkt lagen. Wie konnte es dazu kommen?

Der Verkaufspreis der Sammlermünzen wird auf Basis des Materialpreises sowie der Produktions- und Handlingkosten festgelegt, wie das Bundesfinanzministerium auf Anfrage des Bundes der Steuerzahler mitteilte. Eine Münze zu planen und zu produzieren, nehme Zeit in Anspruch. Deshalb werde das benötigte Gold weit vor dem Verkauf der Sammlermünzen beschafft, so das Ministerium weiter. Wenn nun der Goldpreis zwischen dem Material-Ankauf und dem Verkauf der fertigen Münze steigt, kann es beim Verkauf passieren, dass der Verkaufspreis unter dem Materialwert des Goldes zu genau diesem Zeitpunkt liegt. Dies war 2019 der Fall. Somit nahm der Bund durch den Verkauf weniger ein als er gekonnt hätte, wenn der Verkaufspreis der Münzen zum Bestellzeitpunkt über dem Materialpreis gelegen hätte.

Über die konkrete Höhe der entgangenen Einnahmen macht das Bundesfinanzministerium keine Angaben: Man wolle zu „hypothetischen Fragen“ keine Stellung nehmen. Dass es sich nicht nur um „Peanuts“ handeln dürfte, legt die überschlägige Rechnung nahe: Der Preis für die 100-Euro-Sammlermünze wurde im Februar, nach dem Goldkauf, festgesetzt. Ende der Bestellfrist war August. Im Februar 2019 kostete ein Gramm Gold im Mittelwert rund 37 Euro, im August 2019 waren es pro Gramm bereits 43 Euro – also rund 6 Euro mehr als im Februar. 155.015 der 100-Euro-Goldmünzen wurden im Jahr 2019 herausgegeben; pro Münze wurden 15,55 Gramm Gold eingesetzt – damit insgesamt rund 2,4 Tonnen Gold. Diese Goldmenge war im Februar 2019 im Mittelwert rund 90 Mio. Euro wert und im August 2019 rund 105 Mio. Euro. Die Differenz beträgt also rund 15 Mio. Euro.

Zu welchem Betrag das Gold im Februar 2019 genau gekauft wurde, ist dem BdSt ebenso wenig bekannt wie die exakten Zeitpunkte, zu denen die Münzen verkauft wurden. Dass der Materialwert des eingesetzten Goldes für die 100-Euro-Goldmünze des Jahres 2019 zwischen Einkauf und Ende der Bestellfrist um rund 15 Mio. Euro zugenommen hat, lässt jedoch die Größenordnung erahnen, in der sich der Bund hat Einnahmen entgehen lassen, die er durchaus hätte realisieren können. Immerhin zeigt sich eine Einsicht: Der Bund gibt auf Anfrage an, dass Änderungen der Ausgabepraxis geprüft würden.

Foto: Philipp Behm

Der Bund der Steuerzahler meint

Der Bund sollte sich mögliche Einnahmen aus dem Verkauf von Sammlermünzen nicht entgehen lassen und zumindest zu Preisen verkaufen, die über dem Materialpreis des Goldes zum Verkaufszeitpunkts liegen.

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Autor des Artikels

Philipp Behm

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