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  • Baden-Württemberg
  • Verschwendung droht
09.11.2021

Hochfliegende Pläne: Ein Aussichtsturm zur Identitätsbildung?

„Eindrucksvolle Blicke“ in Stuttgart-Heumaden könnten Steuerzahler fast 600.000 Euro kosten

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Was ist passiert?

Stuttgart (BW). Am Rande des Stuttgarter Stadtteils Heumaden soll ein Holz-Aussichtsturm in Form eines Apfelkerns realisiert werden. Der 13 Meter hohe Holzbau wird in einer städtischen Gemeinderatsdrucksache als Sinnbild und markante Landmarke der umgebenden Kulturlandschaft bezeichnet und soll vor allem Fahrradfahrern und Spaziergängern einen eindrucksvollen Ausblick über die erhaltenswerte Kulturlandschaft ermöglichen.

Aber nicht nur das: Der Aussichtsturm soll auch zur Identitätsbildung im Landschaftsraum Filder – ein Gebiet im Süden Stuttgarts und Landkreis Esslingen – beitragen: „Auf den Fildern herrscht aufgrund einer prosperierenden Wirtschaft und dem damit verbundenen starken Zuzug in die Region weiterhin ein hoher Siedlungsdruck, der die Gefahr eines unkontrollierten Zusammenwachsens der Filderorte sowie einen damit verbundenen Identitätsverlust mit sich bringt“, so die Drucksache.

Hohe Erwartungen an einen Aussichtsturm! Der Turm ist ein Projekt des Kommunalen Arbeitskreises Filder (KAF), in dem mehrere Städte und Gemeinden Mitglieder sind. Dessen Ziel ist, die kommunale Zusammenarbeit zu intensivieren und die Lebensqualität zu verbessern. Der KAF soll für den Aussichtsturm knapp 163.000 Euro beitragen, während der Verband Region Stuttgart eine Förderung von knapp 113.000 Euro zugesagt hat.

So schick der „Apfelkernturm“ auch werden dürfte – der Bund der Steuerzahler appelliert an den Stuttgarter Gemeinderat, sich eines Besseren zu besinnen und gegen den geplanten städtischen Kostenanteil von 300.000 Euro zu stimmen. In den nächsten Jahren wird der Steuerzahler nämlich die Lasten der Coronakrise tragen müssen.

Foto: Philipp Behm, Karte: © OpenStreetMap-Mitwirkende

Der Bund der Steuerzahler meint

Für die kommenden Haushaltsjahre wurden Stuttgart hohe Defizite prognostiziert. Daher sollte ein Projekt wie der „Apfelkernturm“ abgeblasen werden.

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Autor des Artikels

Michael Beyer

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