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  • Bund
  • Teure Imagepflege
18.07.2022

Gar nicht helle: Licht-Show vor dem Bundestag

Video- und Licht-Show wirkt wie aus der Zeit gefallen

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Was ist passiert?

Bund. Deutschland im Sommer 2022: Der Bundesminister für Wirtschaft und Klima ruft die Deutschen zum Energiesparen auf und liefert in Form der millionenschweren Kampagne „80 Millionen für Energiewechsel“ so manchen Spartipp gleich mit. Tipps, die da lauten: Nicht so lange duschen!, Beim Kochen Deckel auf den Topf legen! Nachts den WLAN-Router ausschalten!, etc.

Während die Tipps der Energiesparkampagne von den Werbetafeln der Republik herabflimmern, verwandelt sich ein Teil des Berliner Regierungsviertel allabendlich zudem in eine Lichtspielbühne. Nach Einsetzen der Dunkelheit wird die Fassade des Marie-Elisabeth-Lüders-Hauses – einem Gebäude des Deutschen Bundestages – für eine Film-, Licht- und Tonprojektion zur Geschichte des deutschen Parlamentarismus genutzt. Dabei werden fünf Projektionsflächen zwischen 21 und 300 qm bespielt. Zusätzlich werfen Laserprojektoren weitere Motive auf das Gebäude. Über riesige Lautsprecher werden die Zuschauer beschallt, die das Spektakel von der Freitreppe vor dem Reichstagsgebäude aus bestaunen können.

Die Show ist Teil der Öffentlichkeitsarbeit des Bundestages und soll „den zahlreichen in- und ausländischen Besucherinnen und Besuchern Berlins das Reichstagsgebäude – jetziger Sitz des Deutschen Bundestages – in verschiedenen Facetten und geschichtlichen Perioden näherbringen und gleichzeitig Bezüge zur deutschen und besonders zur parlamentarischen Geschichte aufzeigen“, so der Deutsche Bundestag auf eine BdSt-Anfrage.

Zwischen 3. Juli und 3. Oktober laufen täglich zwei je rund 30-minütige Vorführungen. Dafür sind Ausgaben von insgesamt 1.160.000 Euro (netto) vorgesehen, wie der Deutsche Bundestag weiter mitteilt. Somit belaufen sich die Kosten der Show je Tag auf rund 12.500 Euro. Gerechnet wird insgesamt mit 130.000 bis 160.000 Gästen – also zwischen 700 und 860 pro Show.

In Zeiten der Energiespar-Appelle interessant: Der erwartete Stromverbrauch für alle diesjährigen Shows beläuft sich auf rund 27.000 kWh – rechnerisch also rund 145 kWh pro halbstündiger Show. Das ist in etwa der Verbrauch von 15.000 WLAN-Routern im gleichen Zeitraum – lang genug also, um den Online-Zusammenschnitt der Film- und Lichtprojektion auf YouTube anzusehen, den der Deutsche Bundestag 2020 hat erstellen lassen. Netto-Kosten für das Video damals: 119.000 Euro.

Foto: Philipp Behm

Der Bund der Steuerzahler meint

Politik und Demokratie gibt es nicht zum Nulltarif. Dazu gehört auch, immer wieder für unsere parlamentarische Demokratie zu werben. In Anbetracht von Rekordschulden des Bundes und von Energiesparappellen der Politik wirkt jedoch nicht nur der XXL-Bundestag etwas aus der Zeit gefallen, sondern auch Film- und Licht-Shows auf Kosten der Steuerzahler.

Lichtshow als Video

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Autor des Artikels

Philipp Behm

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Bemerkungen :

  • user
    A. Pacholak 25/07/2022 um 19:36

    Das zeigt wie weit sich die Politiker vom Bürger entfernt haben. Es wird höchste Zeit, dass derartige Verschwendung von Steuergeldern sanktioniert werden.