Newsletter

Der Schutz Ihrer Daten ist uns wichtig. Diese Hinweise zum Datenschutz finden Sie in unseren Datenschutzrichtlinien. Diesen stimme ich zu.

Die mit einem * gekennzeichneten Felder sind Pflichtfelder


Besuchen Sie uns

News Bild 443
  • Schleswig-Holstein
  • Teure Fehler
27.10.2020

Energiegewinnung teuer bezahlt oder: Plastik-Panne in der Schlei

1,8 Mio. Euro für 5 Tonnen Plastik

Scrollenaccordion-icon

Was ist passiert?

Schleswig (SH). Die Stadtwerke Schleswig betreiben eine Kläranlage an der Schlei, einem Nebenarm der Ostsee, der in Teilen unter Naturschutz steht. Im Faulturm der Kläranlage wird Biogas zur Energieerzeugung gewonnen. Um die Biogasausbeute zu erhöhen, nahmen die Stadtwerke auch Lebensmittelreste von einem Entsorgungsunternehmen entgegen, das abgelaufene und nicht mehr zum Verzehr geeignete Lebensmittel inklusive ihrer Verpackung entsorgt. Nach dem Walzen und Schreddern wurden größere Verpackungsanteile herausgesiebt – aber nicht alle. Weil die Kläranlage nicht geeignet war, Kleinstteile herauszufiltern, gelangten feine Plastikteile in den Faulturm und – über den Ablauf – anschließend in die Schlei.

Erstmals im März 2016 bemerkten Naturschützer am Schleiufer auffallend viele Plastikschnipsel, doch erst im März 2018 verdichteten sich die Hinweise auf den Verursacher: das Klärwerk in Schleswig. Von da an bemühte man sich um Schadensbegrenzung: Arbeitstrupps versuchten, so viel Plastikmüll wie möglich vom Uferbereich zu sammeln, doch dabei wurden insgesamt auch 650 Tonnen organischen Materials mit aufgegriffen. Außerdem mussten 8.500 Tonnen Klärschlamm verbrannt werden, die für die Landwirtschaft vorgesehen waren.

Bis heute sind für die Reinigung, die Klärschlammverbrennung und Anwaltskosten rund 1,8 Mio. Euro angefallen. Über die Haftung und eine mögliche Strafbarkeit streiten die Juristen. Offenbar sind die Verträge missverständlich formuliert. So will der Lebensmittelentsorger auf verbleibende Restbestände an Verpackungsmüll hingewiesen haben, während die Stadtwerke jegliche Verschmutzung des angelieferten Materials ausgeschlossen sahen. Auch über den tatsächlichen Anteil der Reststoffe gibt es unterschiedliche Aussagen. Selbst wenn es gelingen sollte, den Lebensmittelentsorger und die Haftpflichtversicherungen mit in Haftung zu nehmen, wird ein hoher Eigenanteil an den Stadtwerken Schleswig hängen bleiben. Ob dieser dann von den Gebühren- oder Steuerzahlern zu tragen ist, ist unerheblich: Im Zweifelsfall sind es die gleichen Bürger.

Foto: NABU/Ingo Ludwichowski

Der Bund der Steuerzahler kritisiert

Das Problem des kleinteiligen Plastikmülls ist wirklich nicht neu. Warum keiner der Verantwortlichen richtig hingesehen hat, ist unerklärlich.

Fragen an den Autor

Autor des Artikels

Rainer Kersten

Spenden Sie für unsere Arbeit!

Als gemeinnützige Organisation sind wir auf Ihre Mithilfe angewiesen um Steuergeldverschwendungen wie diese aufzudecken. Unterstützen Sie uns mit einer kleinen Spende damit wir weiterhin Steuergeldverschwendung aufdecken können.

Sag uns deine Meinung

Teil uns mit, was du
denkst!

Kommentare und Antworten

×

Name ist erforderlich!

Geben Sie einen gültigen Namen ein

Gültige E-Mail ist erforderlich!

Gib eine gültige E-Mail Adresse ein

Kommentar ist erforderlich!

Akzeptieren der Bedingungen ist erforderlich!

bitte bestätigen

* Diese Felder sind erforderlich.

Bemerkungen :

  • user
    Chianti 27/10/2020 um 15:52
    Erstaunlich viele Fälle in SH. Warum?