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  • Bund
  • Verschwendung droht
09.11.2021

Doppeltes Bundeskanzleramt

Teurem Erweiterungsbau droht zudem Kosten-Explosion

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Was ist passiert?

Bund. Das Bundeskanzleramt in Berlin ist mit mehr als 25.000 qm Nutzfläche größer als das Weiße Haus in Washington, D.C. oder der Élysée-Palast in Paris. 2001 wurde der 262,5 Mio. Euro teure Bau bezogen. Weniger als 20 Jahre nach dem Erstbezug ist der Amtssitz der Bundesregierung bereits wieder zu klein.

So wird ein Erweiterungsbau am gegenüberliegenden Spree-Ufer vorbereitet. Wenn das neue Gebäude wie geplant 2028 bezogen wird, würde sich damit die Nutzfläche des Regierungssitzes verdoppeln. 2023 soll mit den Bauarbeiten begonnen werden.

Grund für den Erweiterungsbau sei laut Bundesregierung akuter Platzmangel. Die Zahl der Beschäftigten im Kanzleramt sei von 410 auf 750 gestiegen, hieß es im Januar2019, als die Pläne erstmals vorgestellt wurden. Mittlerweile dürften es noch mehr Mitarbeiter sein. Da der Kanzleramtsbau für maximal 460 Arbeitsplätze ausgelegt worden war, sind viele Mitarbeiter längst in anderen Gebäuden außerhalb des Kanzlerparks untergebracht. Durch den Neubau sollen bis zu 400 neue Büros hinzukommen, damit künftig wieder alle Beschäftigten auf dem Gelände des Kanzleramts arbeiten können.

Für den Neubau wurden Gesamtkosten von 485 Mio. Euro genehmigt. Doch bereits heute – vor dem ersten Spatenstich – ist abzusehen, dass das Gebäude noch teurer wird. Die Kostenermittlung beruht auf dem Preisstand 2019. Seitdem sind insbesondere die Baupreise teils kräftig gestiegen. Zudem hegt der Bundesrechnungshof Zweifel daran, dass bereits alle zu erwartenden Kosten überhaupt bekannt sind. Das für Bau zuständige Bundesinnenministerium prognostizierte die Gesamtkosten unter Berücksichtigung möglicher Risiken auf 600 Mio. Euro. Diese Zahl gibt auch das zuständige Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung auf ihrer Website als Kostenprognose an, allerdings mit der Bemerkung „ohne Tunnel“.

Zu dem Neubau war eine oberirdische Zufahrt geplant, die durch einen städtischen Park führen soll. Dies lehnt jedoch der Bezirk Berlin-Mitte ab. Deshalb soll nun ein Tunnel gebaut werden, der nach ersten neuen Planungen zusätzliche Kosten von rund 39 Mio. Euro verursachen wird. Somit könnte der Bau am Ende stattliche 639 Mio. Euro kosten.

Foto: Philipp Behm

Alternative Investition

Für 639 Mio. Euro könnten mehr als 270 Brücken an Bundesfernstraßen saniert werden.

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Der Bund der Steuerzahler fordert

Angesichts hoher Schulden und voraussichtlich knapp gefüllter Kassen in den nächsten Jahrzehnten wirkt eine Verdopplung des Kanzleramts wie aus der Zeit gefallen. Zudem ist zu bezweifeln, dass die Kosten im geplanten Rahmen bleiben. Diese Pläne sollten dringend überdacht werden!

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Autor des Artikels

Philipp Behm

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Bemerkungen :

  • user
    Simons, M. 10/11/2021 um 13:22
    Deutschland ist zum Selbstbedienungsland für die Politik, Unternehmen und die Oberschicht geworden. Vor allem für Arbeitnehmer u. Rentner wird vielzuwenig getan. Dafür ist immer kein Geld da. Ein erster Schritt zu mehr Gerechtigkeit währe dieBürgerversicherung gewesen, so dass endlich alle in die Sozialkassen einzahlen (Beispiel Österreich, dort bekommen alle eine Pangsion von über 80%).
    Wofür ist eine Vergrößerung des Bundeskanzleramt notwendig. Unsere Regierung föhrt doch eh nicht auf ihre Sachverständigen Beamten sondern lieber auf die Lobbyisten. Aber klar sonst wären ja lukrative Posten in der Industrie nach der Politiker edit gefährdet. Es lebe Deutschland mit seiner Nachgelagerten Bestechung und hohen Nebenverdienst für Politiker. Pfui Teufel!