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  • Bund
  • Verschwendung droht
01.04.2021

Doppeltes Bundeskanzleramt

Ohnehin teurem Erweiterungsbau droht Kostenexplosion

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Was ist passiert?

Bund. Das Bundeskanzleramt in Berlins Mitte ist mit mehr als 25.000 Quadratmetern Nutzfläche größer als das Weiße Haus in Washington, D.C. oder der Élysée-Palast in Paris.

Doch keine 20 Jahre nach Erstbezug ist der Amtssitz der Bundesregierung bereits zu klein. So wird ein Erweiterungsbau am gegenüberliegenden Spree-Ufer vorbereitet. 2023 soll mit dem Bau begonnen werden. Wenn das neue Gebäude 2028 wie geplant bezogen wird, soll sich die Nutzfläche des Regierungssitzes in etwa verdoppeln.

Mitarbeiterzahl stark gewachsen

Als Grund für den Erweiterungsbau nennt die Bundesregierung den aktuellen Platzmangel, schließlich sei die Anzahl der Beschäftigten im Kanzleramt deutlich gestiegen – von 410 auf 750. Da der Bau für maximal 460 Arbeitsplätze ausgelegt worden war, sind heute mehr als 200 Mitarbeiter in anderen Gebäuden außerhalb des Kanzlerparks untergebracht. Durch den Neubau soll Platz für rund 400 zusätzliche Mitarbeiter geschaffen werden, damit künftig wieder alle Beschäftigten auf dem Gelände des Kanzleramts arbeiten können.

Kosten könnten deutlich ansteigen

Für das Neubauvorhaben sind laut Bundeshaushalt 485 Mio. Euro vorgesehen. Doch bereits heute ist abzusehen, dass das Gebäude teurer wird. Das für Bau zuständige Bundesinnenministerium schätzt die Kosten (inklusive Baukostensteigerungen und weiterer Kosten) auf 600 Mio. Euro. Der Bundesrechnungshof hat Zweifel daran, dass bereits alle Kosten erfasst sind und sieht ein hohes Risiko für mögliche Mehrkosten. Mit Blick auf die Geschichte des ursprünglichen Kanzleramts sind diese Sorgen berechtigt: Der Bau war fast 30 Prozent teuer als geplant. Wenn Gleiches mit dem geplanten Erweiterungsbau passieren sollte, werden die Kosten sogar weit über den vom Innenministerium genannten Kosten von 600 Mio. Euro liegen.

Konkret zeichnet sich bereits jetzt ein zusätzlicher Kostenfaktor ab: So haben Prüfungen im August 2020 ergeben, dass die geplante oberirdische Zufahrt zum Neubau nicht möglich sein wird. Die alternative Zufahrt durch einen Tunnel soll nach ersten Planungen zusätzliche Kosten von rund 39 Mio. Euro verursachen.

Foto: Philipp Behm

Der Bund der Steuerzahler fordert

Angesichts hoher Schulden und absehbar knapp gefüllter Kassen in den nächsten Jahrzehnten wirkt es wie aus der Zeit gefallen, das Bundeskanzleramt zu verdoppeln. Daher sollten die Pläne grundsätzlich überdacht werden.

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Autor des Artikels

Philipp Behm

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Bemerkungen :

  • user
    Marie-Rose Keller 20/04/2021 um 21:15
    Man müsste die Zahl der Beschäftigten so reduzieren, dass der bestehende Bau bzw. ein kleinerer Neubau ausreicht.
  • user
    Helmut Selter 15/04/2021 um 15:34
    Ein größeren Wahnsinn gibt es nicht.!!!

    Die Politiker sprechen alle von der nachwachseden Jugend !

    Was wird für sie getan ?
    Viele Schulen und Lehrer werden dringend benötigt.
    Für die entstehenden Kosten des Bundeskanzler-Gebäude+Personal
    könnte viel erforderliches Gutes für die so wichte nachwachsende
    Jugend getan werden.
    Frau Bundeskanzlerin, Müssen Sie sich auch Denkmäler setzen, so wie König Ludwig?
    Viele Grüße
    H. Selter
  • user
    Veith Alfred 14/04/2021 um 13:52
    Das ist eine große Schweinerei, wie man mit den Steuerzahlergeld umgeht. Haben wir nicht an noch dringendere Baustellen.
    Unsere Kinder die Zukunft die Rentner wo alles wieder aufgeschlagen ist zum Beispiel der Strom ab 1.4.21 um 20%
  • user
    Viktor Moser 14/04/2021 um 13:47
    Warum wurde die Mitarbeiterzahl stark erhöht? Sind das externe Berater? Man hat das Gefühl dass immer mehr Leute zu den Honigtöpfen im öffentlichen Dienst drängeln...
  • user
    Hermann Hosp 14/04/2021 um 11:30
    Da nützt kein Jammern und kein Meckern die machen doch was sie wollen und keiner der verantwortlichen Politiker oder Politkerinnen wird je für seine Steuerverschwendungen haftbar gemacht. Der Bundesrechnungshof moniert zwar die Verschwendungen und ist aber machtlos. Also könnte seine Existenz und Unterhalt auch als Steuerverschwendung betrachtet werden.
  • user
    Barbara Erdmann 14/04/2021 um 10:09

    Man hat mir als Nachkriegskind durch den vererbten Schuldkomplex ein Stück Identität genommen, die 68er Bewegung hat es danach sogar geschafft, mir die Identität zum Deutschsein abzuerkennen. Wenn ich heute Ihren Beitrag über die Erweiterung des Kanzleramts lese, wozu ich mich schon öffentlich geäußert habe, verzichte ich sogar freiwillig auf meine von allen Seiten zerstörte Identität als Deutsche.

  • user
    Peter Bantele 12/04/2021 um 15:50
    unverantwortlicher Hang zur Größe und Pomp (wie dekadent)
  • user
    Heinz Lappe 10/04/2021 um 11:09
    Die geplante Erweiterung ist genauso wahnsinnig wie der übergroße
    Bundestag. Es wird höchste Zeit dagegen massiv vorzugehen!!!
  • user
    R. Obergfäll 09/04/2021 um 19:10
    Ich sehe das auch so, dass das überzogen ist mit 450 neuen Arbeitsplätzen , da würde auch nur 20 % reichen. aber es ist immer so die Politiker o. innen verwirklichen sich immer u. dann wird der Bürger dafür abgeklopft zum Steuern erhöhen . Muß mann nur die Soziale Autobahn fahren und schon ist der Mittelstand dran.
  • user
    Peter Jarchow 09/04/2021 um 17:52
    Stoppt den Wahnsinn. Immer mehr Abgeordnete und immer mehr Bürokratie. Wohin das führt sehen wir doch gerade. Keine wirkliche Handlungsfähigkeit, da jeder macht was er will. Das Gegenteil wäre gut, Abbau der unsinnigen Zahl an Abgeordneten und effektiveres arbeiten unserer Volksvertreter. So kann es nicht weiter gehen. Unsere Regierung sollte Mal darüber nachdenken, Volksvermögen sinnvoll einzusetzen. Nichts läuft wirklich rund, Stichwort Digitalisierung, öffentlicher Nahverkehr, Bildung, Gesundheitswesen und so weiter und so fort. Hier gibt es genug zu tun. Ein Neubau und noch mehr Staatsbedienstete sind Unsinn.