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  • Nordrhein-Westfalen
  • Nachlese
09.11.2021

Die Unvollendete? Beethovenhalle entpuppt sich als schweres Erbe

Sanierung der Bonner Beethovenhalle dauert noch länger

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Was ist passiert?

Bonn (NRW). 2012 hieß es in einem ersten Gutachten zur Sanierung der Beethovenhalle in Bonn, dass rund 43 Mio. Euro investiert werden müssten, um das Gebäude zu einem „hochwertigen Konzertsaal“ umzubauen. 2016 stimmten CDU, Grüne, FDP, Linke und AfD für die Sanierung, die nach damaligen Plänen 60,7 Mio. Euro kosten sollte. SPD, Sozialliberale und der Bürger Bund Bonn stimmten dagegen. Ende 2016 begann die Sanierung der Beethovenhalle – mit lückenhafter Planung, unvollständiger Prüfung der Bausubstanz und des Untergrunds, dafür aber schon damals mit Zeitdruck im Nacken: Ursprünglich ging man von einer Fertigstellung bis Mitte 2019 aus, da man die Halle im Beethovenjahr 2020 als Spielstätte nutzen wollte.

Im Juni 2018 stieg die Kostenprognose bereits auf 79 Mio. Euro, im Oktober wurden die Kosten aufgrund des „schlechten und unberechenbaren Untergrundes“ auf rund 94 Mio. Euro erhöht. Im März 2019 wurde das Jahr 2022 als Fertigstellungstermin genannt, und die Kostenprognose stieg auf 102 Mio. Euro. Auch heute noch ist „die Fertigstellung der Beethovenhalle im Rahmen der bisherigen Kosten- und Terminziele […] nach aktuellen Erkenntnissen unter Beibehaltung der aktuellen Rahmenbedingungen gefährdet“, so die Stadtspitze.

Das Ergebnis von „intensiven Gesprächen“ zwischen den Beteiligten ist ernüchternd: Man konnte Anfang 2021 zwar auf Basis einer internen und externen Analyse einige Maßnahmen ergreifen, um den als „Worst-Case-Szenario“ bezeichneten Kostenrahmen von 166 Mio. Euro einzuhalten. Doch die Probleme bleiben bestehen: Die Stadt streitet mit den beiden wichtigsten Planungsbüros ums Honorar und beschuldigt die Planer, dass sie ihre Aufträge nicht erfüllten. Die endgültigen Planungen für die Architektur und die Technik sind deshalb immer noch nicht abgeschlossen und führen weiterhin zu einer Leistungslücke, die sich zunehmend auf den Projektablauf auswirkt. Dadurch verliert die Projektsteuerung immer mehr an Effektivität. Bauleistungen können nicht durchgeführt werden, und das wird die Termineinhaltung erschweren. Ein totaler Baustopp droht.

Ein Sachverständiger soll nun in zwei Schiedsverfahren den Honorarstreit mit den beiden Planungsbüros beilegen. Wegen der „erheblichen Bauzeitverschiebung“ verlangen sie eine finanzielle Anpassung ihrer Verträge. Es geht um Zusatzforderungen von insgesamt 11 Mio. Euro.

Bereits im Sommer 2021 veröffentlichte die Verwaltung eine Stellungnahme, in der sie mitteilte, dass die „aktuelle Prognose“ im Vergleich zur jüngsten Mitteilungsvorlage von August 2020 um rund 3,6 Mio. Euro angepasst werden musste. Die aktuell prognostizierte Bausumme beträgt somit 162,3 Mio. Euro – und damit rückt das Worst-Case-Szenario mit 166,2 Mio. Euro immer näher.

Dass diese Grenze sogar noch überschritten wird, scheint unabwendbar, denn auch den Fertigstellungstermin kann die Stadt aktuell nicht gesichert prognostizieren, da kein belastbarer Terminplan vorliegt. Schätzungen gehen davon aus, dass die Beethovenhalle nicht vor 2024 wieder in Betrieb genommen werden kann.

Foto Janine Bergendahl

Der Bund der Steuerzahler kritisiert

Der Zeitdruck, den die Stadt sich in den ersten 2 Jahren der Sanierung selbst gemacht hat, führte zu einer Kostenexplosion. Zudem wurde mit den Bauarbeiten begonnen, ohne dass die Planung abgeschlossen war.

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Autor des Artikels

Janine Bergendahl

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