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  • Thüringen
  • Teure Imagepflege
09.11.2021

Zehn Jahre und kein Ende in Sicht

Fragwürdiger Bau einer neuen Stadtinformation in Weißensee wird teuer

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Was ist passiert?

Weißensee (TH). Der Tourismus ist ein wichtiger Wirtschaftsfaktor für die thüringische Stadt Weißensee. Besucher können sich die malerische Altstadt, die Runneburg oder die Kulturkirche ansehen. Hauptattraktion ist jedoch der Chinesische Garten.

Bislang können sich die Besucher in der modern ausgebauten Stadtinformation im ältesten Rathaus Thüringens informieren. Trotzdem wurde der Bau einer neuen Touristeninformation gegenüber dem Rathaus beschlossen. Seit dem Beginn der Baumaßnahmen im Jahr 2011 ist der Komplex Marktplatz 18 aber lediglich eine Baustelle.

Begonnen wurde mit den Arbeiten auf dem Außengelände; dabei wurde hinter dem Haus am Marktplatz eine baufällige Scheune abgerissen und eine andere saniert. Dann begannen die Arbeiten zur Sanierung des Hauses, das die Stadtinformation beherbergen soll. Ein Ziel der Umbauarbeiten war, einen barrierefreien Zugang über die Außenanlagen zu ermöglichen. Unter anderem Fehler in der Planung, mangelhafte handwerkliche Ausführung sowie Änderungswünsche des Bauherrn verschuldeten die lange Bauzeit und noch nicht erfolgte Fertigstellung. Zudem wurden den Gewerken teilweise keine Fristen zur Ausführung der Arbeiten gesetzt, sodass sie diese eigenständig hinauszögern konnten – ein großes Problem für andere Beteiligte.

Dazu kamen unerwartete Schwierigkeiten bei der Bausubstanz und dem Untergrund. Zeitweise stand sogar alles still. Durch die lange Bauzeit gab es zudem eine erhebliche Steigerung der Baupreise.

Für die Planungs- und Bauarbeiten Marktplatz 18 kamen in den Jahren 2011 bis 2019 laut Haushaltsplan Ausgaben in Höhe von 1.480.124 Euro zusammen. Im gleichen Zeitraum flossen Fördermittel des Landes in Höhe von 1.017.830 Euro.

Für die kommenden Jahre sind horrende Ausgaben geplant, denn vor 2025 wird offenbar nicht mit der Fertigstellung gerechnet. Im Investitionsprogramm ist ein weiterer Finanzbedarf von mehr als 5 Mio. Euro angemeldet.

Begonnen wurde das Projekt noch vom Vorgänger des amtierenden Bürgermeisters. Dieser übernahm das Amt 2015 – und damit auch die Baumaßnahme. In seinem Wahlprogramm hatte er die zügige Fertigstellung versprochen. Gleichzeitig mit der Bundestagswahl wurde nun auch der Bürgermeister in der Stichwahl knapp wiedergewählt – genug Zeit also, sein Wahlversprechen von 2015 umzusetzen.

Und noch etwas kann die Steuerzahler nicht zufriedenstellen: mangelnde Transparenz gegenüber der Öffentlichkeit. Der Bund der Steuerzahler Thüringen hat die Stadtverwaltung mehrmals um Auskunft zu diesem Projekt gebeten. Leider hat sie keine unserer Anfragen beantwortet – nach Ansicht des BdSt ein sehr beredtes Schweigen.

Foto: Sven Ehling

Der Bund der Steuerzahler kritisiert

Es fragt sich, ob trotz einer bereits funktionierenden und modern ausgebauten Touristeninformation eine neue gebaut werden musste. Die lange Bauzeit sowie die Fehler in Planung und Umsetzung haben zu enormen Kosten geführt. Auch die Intransparenz der Stadtverwaltung ist nicht akzeptabel.

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Autor des Artikels

Sven Ehling

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