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  • Bayern
  • Nachlese
29.10.2019

Weitere Kostensteigerung beim NS-Dokumentationszentrum

Bereits im Jahr 2016 hatte der Bund der Steuerzahler die Kostensteigerung gerügt

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Was ist passiert?

Berchtesgaden/Obersalzberg. Das Museum auf Hitlers einstigem Urlaubsdomizil im Berchtesgadener Land, das im Jahr von durchschnittlich 170.000 Menschen besucht wird, wird erweitert und ausgebaut. Die Ausstellungsfläche, die neben der Dauer- auch eine Wechselausstellung beinhaltet, wird auf rund 1.000 qm erweitert. Dort werden die Geschichte des Orts und die NS-Diktatur wissenschaftlich aufgearbeitet. Unter anderem soll ein 35 m langer Stollen gegraben und erschlossen werden, um den Besuchern einen Rundgang durch die alten SS-Bunker zu ermöglichen. Hintergrund der baulichen Erweiterung ist das stark gestiegene Interesse an der Dokumentationsstelle, die die NS-Vergangenheit auf höchstem Niveau vermitteln soll. Durch die Erweiterung erhält die Dokumentation mehr Platz, um das hohe Besucheraufkommen auch in der Hauptsaison von täglich bis zu 1.500 Personen bewerkstelligen zu können.

Dabei sind die Kosten explodiert. Die ursprünglich geschätzten 14,6 Mio. Euro sind im Jahr 2016 auf rund 21,35 Mio. Euro gestiegen. Die Ursache dieser erheblichen Kostensteigerung sind die spezifischen Anforderungen des Erweiterungsbaus wie z. B. Lüftungstechnik, Brandschutz und Barrierefreiheit. Diese Kostensteigerung war offenbar auch dem Ausschuss für Staatshaushalt und Finanzfragen im Bayerischen Landtag zu viel. Dieser hatte die Kosten zunächst auf den Prüfstand gestellt, dann aber dennoch grünes Licht für 21,35 Mio. Euro für den Erweiterungsbau gegeben. Diese Kostensteigerung hatte der Bund der Steuerzahler bereits im Jahr 2016 in seinem Schwarzbuch kritisiert.

Doch damit nicht genug. Wegen nicht fristgerechter Leistungen des Tragwerksplaners ist es immer wieder zu Verzögerungen im Bauablauf gekommen. Im Januar 2019 mussten die Bauarbeiten wegen starken Wintereinbruchs unterbrochen werden. All dies führte zu „baulichem und finanziellem Mehraufwand“. „[…] Darüber hinaus war in der Bauausführung mit den schwierigen Baugrundverhältnissen und der inhomogenen Hanggeologie umzugehen, was teilweise zu Konstruktionsänderungen zwang. Das Baugrundstück befindet sich am Obersalzberg an einem schwer zugänglichen Hang auf etwa 1.000 m ü. NN. Der Neubau greift massiv in den Hang ein. Weiterer Bestandteil der Kostensteigerungen sind baulich bedingte Mengen- und Ausführungsänderungen sowie Lohn- und Materialpreissteigerungen. Darüber hinaus konnten geringfügige nutzerspezifische Anforderungen, unter anderem hinsichtlich des einzuhaltenden Sicherheitskonzepts und des Betriebskonzepts, erst im Rahmen der Ausführungsplanung berücksichtigt werden […]“ – so die Mitteilung des Bayerischen Staatsministeriums der Finanzen und für Heimat. Auch weise die derzeitige Baukonjunktur ein nicht kalkulierbares Kostensteigerungspotenzial auf, sodass trotz nachhaltiger Suche nach Einsparmöglichkeiten unter anderem baukonjunkturelle Mehrungen nicht ansatzweise aufgefangen werden könnten.

All dies führte dazu, dass der Ausschuss für Staatshaushalt und Finanzfragen des Bayerischen Landtags am 20. März 2019 einen weiteren Nachtrag in Höhe von 8,75 Mio. Euro genehmigt hatte. Die neuen Gesamtkosten des ehrgeizigen Projekts betragen somit 30,1 Mio. Euro.

Nach Mitteilung des Bayerischen Staatsministeriums der Finanzen und für Heimat muss deshalb „der Eindämmung der Kosten weiterhin hohe Priorität zukommen. Um einer Überschreitung der neuen genehmigten Gesamtkosten entgegenzuwirken, gilt es, Nachlese Die Kosten für den Erweiterungsbau des NS-Dokumentationszentrums auf dem Obersalzberg sind explodiert. Foto: Maria Ritch / Michael Stocker, LV Bayern 162 Nachlese   mögliches Einsparpotential zu identifizieren“. Auch werde „die Bauverwaltung in Abstimmung mit dem Nutzer noch realisierbare Kosteneinsparungen konsequent realisieren“.

(Foto: Maria Ritch / Michael Stocker, LV Bayern)

Der Bund der Steuerzahler meint

Die Leidtragenden dieses finanziellen Abenteuers werden letztlich die bayerischen Steuerzahler sein. Es bleibt zu hoffen, dass die Kosten nicht noch weiter explodieren und dass der anvisierte Fertigstellungstermin Ende 2020 eingehalten werden kann.

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Autor des Artikels

Maria Ritch

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