News Bild 179
  • Niedersachsen
  • Teure Fehler
29.10.2019

Weder innen noch außen

Steuergeld für städtischen Starrsinn

Scrollenaccordion-icon

Was ist passiert?

Wolfsburg. Ob sich im Schloss Fallersleben jemals gehbehinderte Personen eigenständig werden bewegen können? Zweifel sind angesichts endloser „Fahrstuhlpossen“ angebracht, auch wenn der Stadtbaurat derzeit einen neuen Vorstoß zur Problemlösung wagt.

Im März 2013 hatte der Rat der Stadt Wolfsburg die Verwaltung offiziell damit beauftragt, die Planungen für einen Innenaufzug voranzutreiben. Für einen besser geeigneten Außenaufzug im Innenhof des Schlosses fand sich keine Mehrheit.

Der Bund der Steuerzahler hatte die Entscheidung des Rates für den Innenaufzug schon 2013 kritisiert, da zum Zeitpunkt des Stadtratsbeschlusses ein offener Dissens mit dem Niedersächsischen Landesamt für Denkmalpflege bestand. Das Amt hatte die vom Stadtrat favorisierte Variante nach eingehender Untersuchung mehrfach als nicht genehmigungsfähig qualifiziert, weil bei dem Innenaufzug „Geschossdecken gestört“ und somit Statik und historische Elemente beeinträchtigt werden. Über die Einwände des Denkmalschutzes setzte sich die Lokalpolitik jedoch mehrheitlich hinweg und gab die Planungen für den Innenaufzug in Auftrag.

Die Planungskosten bis zur Leistungsphase 4 (Genehmigungsplanung) wurden 2013 auf 100.000 Euro veranschlagt. Es wurde also eifrig geplant, aber das Landesamt für Denkmalschutz blieb bei seiner ablehnenden und allseits bekannten Einschätzung. So musste notwendigerweise die Baugenehmigung versagt werden. Im Widerspruchsverfahren lehnte auch das Niedersächsische Ministerium für Wissenschaft und Kultur als oberste Denkmalschutzbehörde den Innenaufzug ab. Doch auch damit gab sich das Wolfsburger Baudezernat nicht zufrieden. Es strengte beim Verwaltungsgericht Braunschweig eine Klage gegen die Entscheidung der Denkmalschützer an und fuhr sich dort im September 2017 eine juristische Schlappe ein.

(Foto: Bernhard Zentgraf)

Der Bund der Steuerzahler meint

Die beharrliche Uneinsichtigkeit der Wolfsburger Bauverwaltung hat die Steuerzahler geschätzte 100.000 Euro gekostet. Barrierefrei ist der Zugang zu den Schlossräumen aber bis heute nicht. Zielorientierte kommunale Bauplanung sieht anders aus!

Fragen an den Autor

Autor des Artikels

Bernhard Zentgraf

Sag uns deine Meinung

Teil uns mit, was du
denkst!

Kommentare und Antworten

×

Name ist erforderlich!

Geben Sie einen gültigen Namen ein

Gültige E-Mail ist erforderlich!

Gib eine gültige E-Mail Adresse ein

Kommentar ist erforderlich!

Akzeptieren der Bedingungen ist erforderlich!

bitte bestätigen

* Diese Felder sind erforderlich.

Sei der erste der kommentiert