Newsletter

Der Schutz Ihrer Daten ist uns wichtig. Diese Hinweise zum Datenschutz finden Sie in unseren Datenschutzrichtlinien. Diesen stimme ich zu.

Die mit einem * gekennzeichneten Felder sind Pflichtfelder


Besuchen Sie uns

News Bild 2289
  • Bund
  • Teure Imagepflege
30.09.2025

Webseiten-Wildwuchs im Wirtschaftsministerium

Zu viel des Guten: Die Webseiten des Wirtschaftsministeriums

Scrollenaccordion-icon

Was ist passiert?

Bund. Ohne eine starke Internetpräsenz geht heute gar nichts – das gilt auch für die Bundesregierung. Eigene Webseiten, die den Bürgerinnen und Bürgern als Informationsquelle und Kontaktstelle dienen, sind daher für alle Bundesministerien ein Muss. 

Bei einem Blick auf die Liste der Webseiten des Bundeswirtschaftsministeriums drängt sich allerdings die Frage auf, ob hier nach dem Prinzip „im Dutzend billiger“ vorgegangen wurde, denn neben der naheliegenden Webseite www.bmwk.de betreibt das Ministerium erstaunliche 48 zusätzliche Seiten! Zum Vergleich: Das Verkehrsministerium verfügt über einen Etat von knapp 50 Mrd. Euro, also fast fünfmal mehr als das Wirtschaftsministerium, und betreibt 19 Webseiten. 

Die 49 Domains des Wirtschaftsministeriums beziehen sich auf verschiedenste Themen, haben ganz unterschiedliche Designs und ebenso unterschiedliche Besucherzahlen. Aufgrund technischer Lösungen und Cookie-Banner lassen sich laut Ministerium die Zahlen zwar nur bedingt miteinander vergleichen, dennoch machen sie die Dimensionen deutlich. So verzeichneten manche Seiten für das komplette Jahr 2024 gerade einmal 1.500 Zugriffe, andere mehrere Hunderttausend und die Hauptseite des Ministeriums knapp drei Mio. Das ist auch kaum verwunderlich, wenn man sich die 49 verschiedenen Domain-Namen anschaut. Manche sind so kryptisch, dass kein Wanderer im weltweiten Netz jemals durch Zufall auf diese Seiten gerät, zum Beispiel auf www.bq-portal.de, www.nks-kem.de oder www.nde-germany.de. Andere lassen schon vom Namen her vermuten, dass es um sehr ähnliche oder gar redundante Inhalte geht, die man gut zusammenfassen könnte – drei verschiedene Webseiten zur Energieforschung, zur Energiewende und zum Energiewechsel leuchten jedenfalls nicht wirklich ein. 

Aus Sicht des Bundes der Steuerzahler ist hier ein großes Ausmisten, Sortieren und Priorisieren dringend geboten: Welche Domains braucht man wirklich? Welche Inhalte sind für das Wirtschaftsministerium essenziell? Und warum sind genau diese Inhalte nicht auf der Hauptseite zu finden, etwa in Form von Unterseiten oder Landingpages? Denn dort würden interessierte Nutzer sie doch vermutlich suchen! 

Was noch ärgerlicher ist: Auch bei den Kosten der wild wuchernden Webseiten hat man im Ministerium offensichtlich den Überblick verloren. Die 49 Webseiten werden aus dem Haushaltstitel für Öffentlichkeitsarbeit finanziert, für den 2024 gut drei Mio. Euro vorgesehen waren. Da der gesamte Bereich der Öffentlichkeitsarbeit jedoch sicherlich mehr umfasst als nur den Internetauftritt, hat der BdSt die genauen Kosten für die Webseiten erfragt. Die erstaunliche Antwort des Ministeriums: „Es existiert keine spezifischere Kostenübersicht, die über den genannten Titel hinausgeht.“ Doch wer gar nicht weiß, was die einzelnen Webseiten oder andere Maßnahmen kosten, hat erkennbar kein Interesse daran, die Ausgaben dafür im Sinne des Steuerzahlers möglichst gering zu halten. 

Dabei wäre Sparsamkeit hier in doppelter Hinsicht angebracht: Wenn Ministerien ihre Webseiten schlank und übersichtlich gestalten, spart das viel Geld für Design, Betrieb und Pflege der Seiten und ist zugleich sehr viel nutzerfreundlicher. Weniger Wildwuchs und mehr Struktur, das wäre hier die richtige Devise. 

Foto: www.bmwk.de

Der Bund der Steuerzahler kritisiert

Eine starke Internetpräsenz ist heute für jedes Bundesministerium ein Muss. Allerdings sollte auch hier Qualität vor Quantität gehen. Ein unübersichtlicher Web-Wildwuchs nützt niemandem, kostet aber eine Menge Zeit, Personal und Steuergeld!

Fragen an den Autor

Autor des Artikels

Portrait Anna Hierlwimmer, Leitung Recherche beim Bund der Steuerzahler Deutschland

Anna Hierlwimmer

Spenden Sie für unsere Arbeit!

Als gemeinnützige Organisation sind wir auf Ihre Mithilfe angewiesen um Steuergeldverschwendungen wie diese aufzudecken. Unterstützen Sie uns mit einer kleinen Spende damit wir weiterhin Steuergeldverschwendung aufdecken können.

Kommentare und Antworten

×

Name ist erforderlich!

Geben Sie einen gültigen Namen ein

Gültige E-Mail ist erforderlich!

Gib eine gültige E-Mail Adresse ein

Kommentar ist erforderlich!

Akzeptieren der Bedingungen ist erforderlich!

bitte bestätigen

* Diese Felder sind erforderlich.

Sei der Erste, der kommentiert