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29.10.2019

Viktoriabrücke ist das zweite Millionengrab in Bonn

Marode Brücke muss saniert werden und wird durch Extras deutlich teurer

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Was ist passiert?

Bonn. Dass die ursprüngliche Summe nicht gehalten werden konnte, zeichnete sich früh ab. Nach einem städtebaulichen Wettbewerb im Juni 2015 stimmte der Stadtrat einschneidenden Änderungen der Brückengestaltung zu, die hohe Kosten nach sich ziehen würden. Erst vier Jahre später liegen dazu konkrete Zahlen vor. Ende Mai 2019 veröffentlichte die Stadt die Kostenentwicklung der Maßnahme in einem Sachstandsbericht. Dort steht: „Im Ergebnis ist eine erhebliche Abweichung zwischen der Schätzkostenübersicht und den voraussichtlichen tatsächlichen Kosten der Maßnahme in Höhe von ca. 19.600.000 Euro gegeben.“

Allein der Abriss der alten Brücke und der Neubau schlagen mit 28,5 Mio. Euro zu Buche. Teuer wurde es nicht zuletzt durch geänderte gestalterische Vorgaben gegenüber den Planungen aus dem Jahr 2012. Die Brücken, Straßen & Verkehr 124 Brücken, Straßen & Verkehr  Brücke soll nun z. B. einen „Lichterhimmel“ bekommen, ein leuchtendes Netz, das über ihr „schwebt“. Allein diese Extravaganz kostet über 1,5 Mio. Euro mehr als in der Ursprungsplanung vorgesehen.

Als weitere Gründe für die Kostensteigerungen nennt die Stadt zusätzliche, vorab nicht absehbare Leistungen (z. B. Neubau der Rampenwände, Verlegung eines Stauraumkanals und nachträglich angemeldete Leistungen für die Deutsche Bahn) sowie die rasante Entwicklung der Baupreise in den vergangenen Jahren. Weitere Kostenrisiken lauern laut Stadt bei der Rampe und der Fußgänger-Radfahrer-Unterführung, da hierfür noch ein Planfeststellungsverfahren erforderlich ist.

Die Stadt sieht die Verteuerung allerdings gelassen, denn dass die Viktoriabrücke erneuert werden musste, stand zweifelsfrei fest. Deshalb hätte man so oder so neu gebaut, auch wenn man von Anfang an die höheren Kosten gekannt hätte. Ein teures Schulterzucken für die Steuerzahler.

Kritik kommt auch von Kommunalpolitikern: Sie werfen der Stadtverwaltung vor, ohne fertigen Plan mit einer Baumaßnahme begonnen zu haben. Bis Ende 2021 will die Stadt beide Brückenhälften und die Straßenrampen der Viktoriabrücke fertigstellen.

Der Bund der Steuerzahler meint

Bonn ist mit 1,7 Mrd. Euro verschuldet. Es ist unverständlich, dass man sich nicht auf den Erhalt der Brücke konzentriert, sondern zusätzlich teure Extravaganzen einbaut.

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Autor des Artikels

Janine Bergendahl

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