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29.10.2019

Viele Busse – wenige Fahrgäste

Neuer Schnellbus in Stuttgart kostet Millionen − genutzt wird er aber kaum

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Was ist passiert?

Stuttgart. Zwischen dem Stadtteil Bad Cannstatt und der Stuttgarter Innenstadt verkehren seit Oktober 2018 von Montag bis Freitag zwischen 6.00 und 20.30 Uhr Schnellbusse der Linie X 1 im 5-Minuten- Takt. Das neue Angebot hat sich die Stadt einiges kosten lassen. Für bauliche Maßnahmen, wie z. B. Busspuren oder neue Haltestellen, wurden ca. 1,4 Mio. Euro ausgegeben, für signaltechnische Maßnahmen ca. 1,1 Mio. Euro.

Ein Teil des Konzepts ist, dass der Bus über eine gewisse Strecke auf einer eigenen Busspur unterwegs sein darf. Was gut für den Bus ist, sorgt bei den Autofahrern im Berufsverkehr aber immer wieder für Frust, da ihnen auf der stark frequentierten Bundesstraße nun eine Fahrspur fehlt.

Auch die Auslastung der Busse lässt zu wünschen übrig. Nach Auskunft der städtischen Verkehrsgesellschaft SSB liegen die täglichen Nutzerzahlen bei rund 2.500 Fahrten. Davon entfallen 1.200 Fahrten auf die Strecke zwischen Bad Cannstatt und der Innenstadt, 900 Fahrten auf die entgegengesetzte Richtung und 400 Fahrten auf den Bereich des Cityrings.

Bei 170 Verbindungen der Schnellbuslinie X 1 pro Tag kommt man selbst bei der am stärksten frequentierten Passage zwischen Bad Cannstatt und der Stuttgarter Innenstadt nur auf einen Durchschnitt von rund sieben Fahrgästen je Busfahrt. Dies mag daran liegen, dass es bereits zahlreiche Alternativen mit öffentlichen Verkehrsmitteln für diese Strecke gibt. Für Pendler, die mit der Ubzw. S-Bahn unterwegs sind, lohnt sich das Umsteigen in den Bus daher kaum.

Die jährlichen Betriebskosten belaufen sich auf rund 2,7 Mio. Euro. Mindestens bis Mitte Dezember 2020 soll die Schnellbuslinie X 1 betrieben werden. Eine Änderung des Fahrplantaktes ist aktuell – trotz der geringen Auslastung – nicht vorgesehen.

Foto: Michael Weiss

Der Bund der Steuerzahler meint

Fast 8 Mio. Euro in einem Zeitraum von rund zwei Jahren nimmt man in Stuttgart in die Hand, um nahezu leere Busse durch die Stadt fahren zu lassen. Hier stehen Kosten und Nutzen in keiner vernünftigen Relation zueinander.

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Autor des Artikels

Michael Beyer

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