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  • Mecklenburg-Vorpommern
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27.10.2020

Viel Wind um eine Eiche

Unterlassene Sicherung eines Baumes wird am Ende teuer

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Was ist passiert?

Neubrandenburg (MV). In Neubrandenburg wurde eine Ortsumgehung gebaut. Dieses Mammutprojekt wurde jahrelang geplant und umgesetzt. Im Zuge dieser Bauarbeiten wurde eine Straße um ein paar Dutzend Meter verlegt. Wo einst ein Wald den Hang bedeckte, rollt nun der Verkehr. In diesem Wald stand mehr als 200 Jahre lang inmitten anderer Bäume und Sträucher eine Eiche. Auf älteren Luftbildern ist sie kaum auszumachen. Im Vorfeld der Bauarbeiten wurde diese Eiche als schützenswert eingestuft und daher im Planfeststellungsbeschluss fixiert, dass sie während der Bauzeit geschützt werden sollte; die übrigen Gehölze in der Umgebung wurden jedoch gerodet. So stand die Eiche auf einmal ganz alleine auf einem Hügel, wind- und wetterexponiert, inmitten der Großbaustelle zwischen zwei Straßen.

Sogleich entbrannte eine öffentliche Diskussion um ihren Erhalt. Nach regem Hin und Her attestierte ein Baumgutachter schließlich, dass die Eiche durch die fortgeschrittenen Bauarbeiten und den veränderten Flächenbedarf gefährdet sei. Daraufhin wurden die zu diesem Zeitpunkt noch möglichen Sicherungsmaßnahmen geprüft, um den alten Baum zu erhalten. Die beiden möglichen Varianten: Eine Spundwand mit einer Länge von 57 m und einer Höhe von bis zu 7 m für 620.000 Euro oder eine Schwergewichtswand mit umfangreichen Bodenarbeiten für 820.000 Euro.

Angesichts dieser Kosten wurde schließlich ein Antrag auf Fällung der Eiche gestellt. Das Landesamt für Straßenbau und Verkehr Mecklenburg-Vorpommern stimmte zu. Nach dem Baumschutzkompensationserlass des Landes ist der Verlust der Eiche auszugleichen; seltene Baumarten, und zu diesen gehört die Eiche, im Verhältnis 1:3. Das heißt: Wird z. B. eine Eiche gefällt, müssen drei neue gepflanzt werden. Über diese Regelung ging die Behörde nun allerdings weit hinaus. Mit der Begründung, es handele sich hier um einen für das Landschaftsbild prägenden Baum, wurde eine erweiterte Ausgleichspflicht festgelegt. Zusätzlich zu den drei Ausgleichsbäumen musste eine weitere Eiche gepflanzt werden: Kein Bäumchen, sondern ein stattlicher Baum - 12 m hoch, 2 t schwer, 8 m Kronendurchmesser und ca. 35 Jahre alt.

Die Umpflanzung eines so großen Baumes ist mit einem extrem hohen Aufwand verbunden und macht eine langjährige, intensive Pflege notwendig. Die nächsten 7 Jahre wird die neue Eiche nun gehegt und gepflegt. Die Kosten belaufen sich auf mehr als 100.000 Euro.

Hoffentlich überlebt sie…

Foto: Christoph Fredrich

 

Der Bund der Steuerzahler meint

Naturschutz hat seinen Preis. Hier kommt der nachlässige Umgang mit der Natur den Steuerzahler jedoch teuer zu stehen. Die unterlassene frühzeitige Sicherung der Eiche hat erhebliche finanzielle Auswirkungen. Allerdings muss man in diesem Fall wohl auch von einer Überkompensation sprechen, denn der kurzzeitig landschaftsprägende Charakter des Baums entstand erst durch die Bauarbeiten. Mit einer Ausgleichspflicht derart über die gesetzlichen Regelungen hinauszugehen, ist hier schlicht unverhältnismäßig.

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Autor des Artikels

Diana Veronika Behr

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