Newsletter

Der Schutz Ihrer Daten ist uns wichtig. Diese Hinweise zum Datenschutz finden Sie in unseren Datenschutzrichtlinien. Diesen stimme ich zu.

Die mit einem * gekennzeichneten Felder sind Pflichtfelder


Besuchen Sie uns

News Bild 2162
  • Baden-Württemberg
  • Brücken, Straßen und Verkehr
30.09.2025

Viel Geld für Planungen rund um einen Tunnel

Konzept für Radverkehr zunächst gescheitert

Scrollenaccordion-icon

Was ist passiert?

Stuttgart (BW). In den vergangenen Jahren wurden immer wieder Ideen präsentiert, die die Situation besonders für Radfahrer von Stuttgart-Plieningen nach Filderstadt-Bernhausen bzw. in die entgegengesetzte Richtung verbessern sollen. Ein Tunnel im Bereich des Stuttgarter Flughafens gilt als Nadelöhr für den Radverkehr. Für den motorisierten Verkehr steht in beiden Richtungen ein Fahrstreifen je Fahrtrichtung zur Verfügung, für den Fuß- und Radverkehr gibt es einen höher gelegten Weg, der aber an vielen Stellen nur einen Meter breit ist. Bei Gegenverkehr kann das schwierig werden. 

Daher wurden verschiedene Überlegungen angestellt, wie die Situation für Radfahrer und Fußgänger verbessert werden kann. Auch ein ganz großer Wurf wurde angedacht: ein separater Tunnel für den Fuß- und Radverkehr. Dieser hätte aber sehr tief gebaut werden müssen und Kosten von voraussichtlich 100 Mio. Euro verursacht. Das war dann selbst für die Befürworter einer solchen Lösung zu viel des Guten. 

Schließlich sollte ein Kompromiss gefunden werden, der alle Verkehrsarten ermöglicht: Nach den Vorstellungen des baden-württembergischen Verkehrsministers hätte mehr Raum für den Fuß- und Radverkehr durch einen Umbau des Tunnels und den Verzicht auf einen Auto-Fahrstreifen (in Richtung Norden) geschaffen werden können. Doch dieses Konzept traf nicht auf allzu viel Gegenliebe. Zwar hätte sich der Autoverkehr vor allem auf die nahe Bundesstraße 27 verlagern sollen. Die Begeisterung der betroffenen Kommunen in der näheren Umgebung für diese Idee hielt sich dennoch sehr in Grenzen, denn sie befürchteten eine erhebliche Mehrbelastung durch einen zunehmenden innerörtlichen Verkehr. Zudem wurde bemängelt, dass wegen der Sperrung des Tunnels die deutlichen Umwege für den Autoverkehr aus ökologischer Sicht nicht sinnvoll wären.

Trotz der Kritik hielt man seitens des Verkehrsministeriums an den Plänen einer Teilsperrung fest, bevor dann im September 2024 verkündet wurde, dass der Flughafentunnel vorerst für den Autoverkehr offenbleiben soll. Begründet wurde diese Kehrtwende u. a. mit der zeitlichen Überschneidung des angedachten Tunnelumbaus für den Radverkehr mit der dringenden betriebstechnischen Sanierung des Tunnels. Für die Radfahrer soll nun erst einmal die östliche Umfahrung des Tunnels optimiert werden. Laut eines Presseberichtes vom März 2025 sollen dafür Kosten in Höhe von rund 150.000 Euro anfallen. Die Zukunft wird zeigen, ob der Flughafentunnel irgendwann tatsächlich noch umgebaut wird.

Jedenfalls hatte schon der bisherige Aufwand für das „Radwegekonzept Flughafentunnel“ seinen Preis: Für eine Machbarkeitsstudie fielen 158.000 Euro an, eine Verkehrsuntersuchung kostete 99.000 Euro und für Rechtsberatung wurden 7.000 Euro fällig. 

Für den Bund der Steuerzahler stellt sich nun die Frage, ob es wirklich notwendig war, 264.000 Euro an Steuergeldern in die Hand zu nehmen, um dann alles fast so zu belassen, wie es war.

Foto: Daniel Bilaniuk

Der Bund der Steuerzahler meint

Für Untersuchungen, wie der Radverkehr rund um den Stuttgarter Flughafentunnel verbessert werden könnte, wurde viel Geld in die Hand genommen. Dabei war absehbar, dass die einseitige Sperrung des Tunnels für den Autoverkehr kaum einvernehmlich durchsetzbar gewesen wäre. Positiv bleibt aber festzuhalten: Die bestehende Umfahrung des Flughafens für die Radfahrer kann für relativ wenig Geld optimiert werden.

Fragen an den Autor

Autor des Artikels

Michael Beyer

Spenden Sie für unsere Arbeit!

Als gemeinnützige Organisation sind wir auf Ihre Mithilfe angewiesen um Steuergeldverschwendungen wie diese aufzudecken. Unterstützen Sie uns mit einer kleinen Spende damit wir weiterhin Steuergeldverschwendung aufdecken können.

Kommentare und Antworten

×

Name ist erforderlich!

Geben Sie einen gültigen Namen ein

Gültige E-Mail ist erforderlich!

Gib eine gültige E-Mail Adresse ein

Kommentar ist erforderlich!

Akzeptieren der Bedingungen ist erforderlich!

bitte bestätigen

* Diese Felder sind erforderlich.

Bemerkungen :

  • user
    Udo 04/10/2025 um 13:38

    Niemand kommt auf das, was nach StVO der Standard sein soll und hier nur das Entfernen der Schilder kostet: Der Radfahrer benutzt die Fahrbahn. Das Geld wurde also nicht nur verschwendet, sondern veruntreut.