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  • Sachsen-Anhalt
  • Nachlese
09.11.2021

Unendliches finanzielles Tunneldesaster

Ein Meter Tunnel kostet rund 613.000 Euro

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Was ist passiert?

Magdeburg (ST). Der erneute Kostenschock kam Ende 2020: Die prognostizierten Gesamtkosten stiegen gegenüber der Einschätzung von 2018 noch einmal um rund 60 Mio. Euro. Im Juli 2021 ging die Stadt in ihrem Schreiben an den Bund der Steuerzahler überraschenderweise noch von Gesamtkosten in Höhe von rund 198 Mio. Euro aus. Aufgrund von Risiken wird die Summe von 200 Mio. Euro jedoch mit hoher Wahrscheinlichkeit überschritten werden. In einigen Medien werden sogar schon rund 210 Mio. Euro genannt. Klar ist jedenfalls: Seit dem Baubeginn Mitte 2015 haben sich damit die Gesamtausgaben von damals rund 102 Mio. Euro fast verdoppelt. Besonders gravierend ist die Tatsache, dass bei den steigenden Gesamtausgaben der Eigenanteil der Stadt Magdeburg 80 Mio. Euro betragen soll – eine doppelt so hohe Belastung, wie zum Baubeginn 2015 prognostiziert.

Wahrscheinlich wird die Stadt dies wieder durch eine „höhere Kreditaufnahme neutralisieren“. Das jedenfalls hatte die Stadtverwaltung gegenüber dem BdSt schon 2018 im Zusammenhang mit der damaligen Kostensteigerung mitgeteilt.

Auch verkehrspolitisch ist das Tunnelprojekt nach wie vor eine Baustelle. Die mehrfach verschobene Fertigstellung 2019 war schon lange nicht mehr zu halten. Die betroffenen Bürger können nur hoffen, dass die nunmehr anvisierte Fertigstellung und damit Freigabe für den Autoverkehr im Dezember 2022 klappt.

Die Gründe für die missliche Situation liegen in dilettantischen Planungsfehlern: Diese hatten unter anderem geänderte und zusätzliche Leistungen, Neuvergaben und externe Beratungsleistungen zur Folge. Hinzu kamen Mehrkostenforderungen wegen des gestörten Bauablaufs und Baupreissteigerungen aufgrund der signifikanten Verlängerung der Bauzeit.

Wenigstens, so die Stadt, hätten sich die ab 2018 ergriffenen Maßnahmen zur Kontrolle und Steuerung hinsichtlich der Bauzeit und Kosten bewährt: „Ein Erfolg dieser Maßnahmen ist dahingehend zu verzeichnen, als dass zum einen gegenüber den Auftragnehmern eine stärkere Position in vertraglicher und fachlicher Hinsicht erzielt wurde und zum anderen das Projekt in eine klare und realistische Termin- und Kostenstruktur geführt wurde.“ Für den Steuerzahler kam die Einrichtung des Steuerkreises unter Federführung des Oberbürgermeisters im Jahr 2018 aber leider viel zu spät.

Foto: Bund der Steuerzahler Sachsen-Anhalt e. V.

Der Bund der Steuerzahler meint

Die Verwaltung und eine Mehrheit des Stadtrats haben bei der Planung und Steuerung des Tunnelprojekts versagt und dadurch zur Steuergeldverschwendung beigetragen. Die Kosten wurden kleingerechnet, der angebliche Nutzen überhöht. Die Zusatzkosten bleiben – zu Lasten der Steuerzahler. Die Entscheidung der Stadträte wäre wohl anders ausgefallen, wenn ihnen bei der Beschlussfassung bereits klar gewesen wäre, dass 1 m des rund 323 m langen Tunnels über 610.000 Euro kosten werden.

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Autor des Artikels

Ralf Seibicke

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