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  • Niedersachsen
  • Staatliche Wirtschaftsflops
27.10.2020

Turmbau zu Schortens

Steuergeld für einen Werbeturm – der zu klein, falsch ausgerichtet und zu teuer ist.

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Was ist passiert?

Schortens (NI). Der stählerne Turm sollte das Aushängeschild des neuen Schortenser Gewerbegebiets werden und den ortsansässigen Firmen eine günstige Werbeplattform in unmittelbarer Nähe zur Bundesstraße 210 bieten.

Der Grundsatzbeschluss zur Errichtung des aus Steuergeld finanzierten Webeturms erfolgte im Oktober 2017. Zu diesem Zeitpunkt rechnete die Stadt mit Baukosten von ca. 250.000 Euro. Doch schon wenige Monate später stellte sich heraus, dass die Kosten aus Gründen der Statik auf 547.000 Euro steigen würden. Der städtische Verwaltungsaus-schuss hielt jedoch am Projekt fest und winkte die Mehrkosten im März 2018 durch. Um die Mietkosten für potenzielle Werbekunden dennoch möglichst gering zu halten, nahm die Stadt den Landkreis Friesland mit ins Boot. Der erkannte die Baumaßnahme „im Rahmen der Verbesserung der Wirtschaftsstruktur“ an und gewährte eine Förderung von 92.900 Euro.

Nach dem Bau im Sommer 2019 stellte sich heraus, dass der Werbeturm doch wohl etwas zu kurz geraten ist. Statt der angepeilten 40 Meter ist er lediglich 37 Meter hoch. Die fehlenden 3 Meter und die ungünstige Ausrichtung des Turms sind nun ein Problem: Die Verkehrsteilnehmer auf der Bundesstraße 210 – also die Hauptadressaten der PR-Botschaften – können die Werbeflächen nur unzureichend sehen. Wegen dieser geschmälerten Wirkung ist zu befürchten, dass die Werbeflächen nicht vollständig vermietet werden können. Bis Redaktionsschluss waren lediglich 10 der insgesamt 30 Flächen belegt – 2 davon belegt die Stadt Schortens selbst: für ihre Eigenwerbung.

Zu allem Überfluss waren zwischenzeitlich auch die Baukosten erneut gestiegen: Bis zu seiner Fertigstellung hat der Turm 707.000 Euro gekostet, fast dreimal so viel wie einst geplant. Auf Nachfrage des Bundes der Steuerzahler erklärte die Stadt dazu, die Kostensteigerungen seien auf den Baugrund, auf gestiegene Stahlpreise und Nachlässigkeiten der ausführenden Firmen zurückzuführen. Diese wehrten sich jedoch gegen die Vorwürfe und sehen die Fehler dagegen bei der Stadt. Dies würde auch erklären, warum die Prüfung möglicher Regressansprüche der Stadt Schortens gegen die beauftragten Firmen negativ ausgefallen ist.

Angesichts der horrenden Baukosten und dem mäßigen Erfolg bei der Vermarktung der Werbeflächen bezweifelt der BdSt, dass die Amortisationsrechnung der Stadt aufgeht. Am Ende wird also voraussichtlich der Steuerzahler für die fehlenden Werbeeinnahmen einspringen müssen.

Foto: Anonym

Der Bund der Steuerzahler kritisiert

Die Errichtung eines Werbeturms ist keine kommunale Aufgabe! Stattdessen hätte der Turm, wie sonst üblich, durch einen Investor oder einen Zusammenschluss werbewilliger Firmen errichtet werden können.

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Autor des Artikels

Jan Vermöhlen

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