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  • Baden-Württemberg
  • Kostenexplosion
27.10.2020

Turmbau mit Tücken

Teures Denkmal für Flugpionier – deutliche Kostensteigerung bei Turmbau in Ulm

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Was ist passiert?

Ulm (BW). In der baden-württembergischen Stadt Ulm wird 2020 ein großes Jubiläum gefeiert: Der berühmte Schneider Albrecht Berblinger wäre 250 Jahre alt geworden. Zahlreiche Veranstaltungen wurden auf die Beine gestellt, um an den Flugpionier zu erinnern, der einst mit einem selbst gebauten Flugapparat die Donau überqueren wollte. Viele Events mussten wegen der Corona- Pandemie abgesagt bzw. verschoben werden, doch der Berblinger Turm konnte eröffnet werden. Das Denkmal in Form einer Spindeltreppe aus Stahl am Ulmer Donauufer erinnert an die Stelle, wo Albrecht mit seinem Flugapparat absprang. Der Turm kann beleuchtet werden und ist 20 m hoch; als besonderes Markenzeichen können Besucher auf dem Weg nach oben einem Hörspiel lauschen.

Nach Auslobung eines Wettbewerbs und anschließendem Vertrag mit den Künstlern plante die Stadt mit Kosten von 500.000 Euro – ein Pauschalpreis. Die Stadt wies bereits im Vorfeld die Künstler darauf hin, dass aus statischen wie archäologischen Gründen ein größerer Eingriff in den Boden möglichst vermieden werden sollte. Nach einiger Zeit stellte sich jedoch heraus, dass die ursprünglichen Annahmen des durch die Künstler beauftragten Statikers unrealistisch waren. Die Folgen: eine Überarbeitung samt erheblicher Kostensteigerung, die laut Stadt auf die hohen statischen Anforderungen insgesamt und die schwierigen Baugrundverhältnisse im Besonderen zurückzuführen sind. So wurden es schließlich 750.000 Euro, für die die Steuerzahler aufkommen müssen.

Immerhin ist der Turm für bis zu 30 Besucher gleichzeitig frei zugänglich. Zwischenzeitlich war nämlich gemunkelt worden, dass eine Besichtigung nur mit Führung möglich sei bzw. nur eine Windung der Spindeltreppe frei begehbar wäre. Dann hätte man wohl von einem Treppenwitz sprechen können.

Foto (Symbolbild): Hans Braxmeier/pixabay

Alternative Investition

Für 750.000 Euro hätte die Stadt Ulm mehrere Kinderspielplätze bauen können.

Der Bund der Steuerzahler meint

Das vermeintlich neue Ulmer Wahrzeichen kostet die Steuerzahler deutlich mehr als ursprünglich geplant. „Augen zu und durch“ lautete offenbar irgendwann das Motto. Ein Abbruch des Projekts hätte laut Stadt annähernd die vollständigen Kosten verursacht. Diese Blamage wollte man sich jedoch ersparen.

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Autor des Artikels

Michael Beyer

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