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29.10.2019

Trotz Reform: Rüstungseinkauf bleibt teuer

Rüstungsmanagement der Bundeswehr weiterhin ineffizient

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Was ist passiert?

Bund. Immer wieder macht die Bundeswehr Schlagzeilen mit milliardenschweren Kostenexplosionen durch schlecht gemanagte Rüstungsprojekte. Nach dem Desaster mit der Euro-Hawk-Drohne der Bundeswehr wurden 2014 große Militärprojekte mit einem Volumen von insgesamt 58 Mrd. Euro kritisch unter die Lupe genommen – von externen Beratern, die wiederum mehr als 1 Mio. Euro gekostet haben.

Das verheerende Urteil der Experten zum Zustand des Rüstungsmanagements führte zur „Agenda Rüstung“, die für ein straffes, professionelles Rüstungscontrolling sorgen sollte. Drastische Lieferverzögerungen und unkontrollierbare Kostenexplosionen sollten der Vergangenheit angehören. Doch die großen Erfolge lassen immer noch auf sich warten. Aktuell liegen bei den Top-Projekten der Bundeswehr 90 Prozent der Beschaffungsmaßnahmen außerhalb der Planungen, etwa beim Transportflieger A400M, Kampfhubschrauber Tiger, Schützenpanzer Puma oder bei den Fregatten des Typs F125. Die Mehrkosten für die Steuerzahler summieren sich auf 13,5 Mrd. Euro – eine Kostenüberschreitung gegenüber der ersten parlamentarischen Befassung um 30 Prozent. Besonders ärgerlich: Selbst neu aufgelegte Projekte, die erst ab 2015 auf den Weg gebracht wurden, tragen zu den Kostenexplosionen bei, wie etwa die Sanierung betagter Marineflugzeuge vom Typ P-3C Orion.

Auch in zeitlicher Hinsicht läuft es bei der Bundeswehr alles andere als rund. Derzeit bereiten 80 Prozent der Top-Projekte Probleme. Sie liegen im Durchschnitt mehr als fünf Jahre hinter dem Zeitplan zurück – eine Zeitverzögerung von insgesamt knapp 60 Prozent.

Die hohe Quote kritischer Großprojekte der Bundeswehr lässt daran zweifeln, ob der strukturelle Wandel beim Rüstungsmanagement wirklich gelungen ist. Vor allem im Vergleich mit Daten aus dem Jahr 2015 schneiden die aktuellen Top-Projekte hinsichtlich Kosten- und Zeitbudget insgesamt schlechter ab als zu Beginn der „Agenda Rüstung“.

Foto: Daniel Eledut on Unsplash

Der Bund der Steuerzahler meint

Das Verteidigungsministerium muss sein Rüstungsmanagement erneut auf Herz und Nieren prüfen, denn das Verbesserungspotenzial liegt auf der Hand: Das Kosten- und Zeitmanagement muss deutlich effizienter werden. Auch die Bundeswehr ist gegenüber den Steuerzahlern verpflichtet, sparsam und wirtschaftlich mit Steuergeld umzugehen.

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Autor des Artikels

Sebastian Panknin

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Bemerkungen :

  • user
    Manfred Leffer 30/10/2019 um 14:47

    So lange die Verantwortlichen nicht Haftbar gemacht werden Menschen wie Scheuer und von der Layen weiter machen.