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29.10.2019

Trotz allem: Die „Gorch Fock“ wird weitergebaut

Dubiose Sanierung der „Gorch Fock“ geht weiter

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Was ist passiert?

Kiel. Die „Gorch Fock“, das einst stolze Segelschulschiff der Bundesmarine, hat sich zu einem Dauergast im Schwarzbuch entwickelt. Rund um ihre Sanierung kamen immer mehr dubiose Einzelheiten ans Licht. Die Elsflether Werft als Generalunternehmerin der Bundeswehr hat mittlerweile Insolvenz in Eigenverantwortung eingeleitet. Der abgesetzte Vorstand soll mindestens 20 Mio. Euro aus den Zahlungen für die „Gorch Fock“ in mysteriöse Kanäle umgeleitet haben. Subunternehmer haben Forderungen von 26 Mio. Euro aus der Sanierung des Segelschulschiffs angemeldet. Dennoch hat die damalige Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen beschlossen, die Sanierung für bis zu 135 Mio. Euro fortzuführen.

Zwischenzeitlich gab es einen Rechtsstreit des Verteidigungsministeriums mit der Bredo-Werft in Bremerhaven, die den Schiffsrumpf als Pfand für unbezahlte Rechnungen einbehalten wollte. Dieser Streit ist mit einem Vergleich beigelegt worden, über dessen Bedingungen bislang nichts bekannt wurde. Jetzt liegt das Schiff bei der Fassmer-Werft in Berne zur Fortsetzung der Sanierungsarbeiten.

Und die versprochene Aufklärung? Bis heute sind weder die Korruptionsvorwürfe noch der Betrugsverdacht geklärt. Ungeklärt bleibt auch der Vorwurf, dass die „Gorch Fock“ in den Jahren 2010/11 in einem nicht seetüchtigen Zustand auf Ausbildungsfahrten geschickt worden ist.

Für Laien wie Fachleute bleibt unbegreiflich, wie das Schiff unter den Händen seiner Besatzung in einen derart desolaten Zustand kommen konnte. Sicher ist nur eins: Die 20 Jahre älteren Schwesterschiffe „Eagle“ (USA), „Sagres“ (Portugal) und „Mircea“ (Rumänien) sind in einem weitaus besseren Unterhaltungszustand.

(Foto: Bundeswehr)

Der Bund der Steuerzahler meint

Leider haben wir recht behalten: Für weniger als die Hälfte des Geldes und deutlich früher als jetzt hätte die Bundesmarine einen modernen Neubau als Segelschulschiff in Dienst stellen können.

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Autor des Artikels

Rainer Kersten

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