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13.03.2020

Trotz allem: Die „Gorch Fock“ wird weitergebaut

Dubiose Sanierung der „Gorch Fock“ geht weiter

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Aktuelle Entwicklung

Die Fertigstellung der „Gorch Fock“ verzögert sich erneut. Im Januar 2020 teilte das Verteidigungsministerium noch mit, dass das Segelschulschiff der Bundesmarine bis Ende Dezember 2020 fertiggestellt werde. Nun wurde der 31. Mai 2021 als spätester Termin für die Fertigstellung mit der Werft vereinbart.

Zur Erinnerung: Nach der Insolvenz der Elsflether Werft, die ursprünglich mit der Instandsetzung beauftragt war, wurde diese von der Lürssen-Gruppe mitsamt dem Instandsetzungsvertrag der „Gorch Fock“ übernommen. Damit waren die bisherigen Probleme, die immer wieder zu Verzögerungen geführt hatten, offenbar nicht aus der Welt geschafft und es kam zu weiteren Verzögerungen.

Nun sollen die Probleme gelöst. Mit dem neuen Partner und dem neuen Termin sei die Instandsetzung „auf Kurs“, teilte eine Sprecherin im BAINBw, dem Bundesamt für Ausrüstung, Informationstechnik und Nutzung der Bundeswehr, auf Anfrage des BdSt mit. Auch die Kostenobergrenze für das Gesamtvorhaben von 128 Mio. Euro sei mit der neuen Werft vereinbart.

Laut Medienberichten kommen nach Fertigstellung des Schiffs weitere 7 Mio. Euro für Ausrüstung hinzu, sodass die gesamte Instandsetzung den Steuerzahler dann bis zu 135 Mio. Euro gekostet haben wird – ursprünglich waren 10 Mio. Euro für veranschlagt.

Der Ausbildungsbetrieb soll ab der zweiten Jahreshälfte 2021 wieder auf der „Gorch Fock“ stattfinden. Momentan werden die Soldaten behelfsweise auf der „Alexander von Humboldt II“ ausgebildet. Die Bark wurde 2011 in Dienst gestellt – die Baukosten betrugen lediglich rund 15 Mio. Euro.

Was ist passiert?

Kiel. Die „Gorch Fock“, das einst stolze Segelschulschiff der Bundesmarine, hat sich zu einem Dauergast im Schwarzbuch entwickelt. Rund um ihre Sanierung kamen immer mehr dubiose Einzelheiten ans Licht. Die Elsflether Werft als Generalunternehmerin der Bundeswehr hat mittlerweile Insolvenz in Eigenverantwortung eingeleitet. Der abgesetzte Vorstand soll mindestens 20 Mio. Euro aus den Zahlungen für die „Gorch Fock“ in mysteriöse Kanäle umgeleitet haben. Subunternehmer haben Forderungen von 26 Mio. Euro aus der Sanierung des Segelschulschiffs angemeldet. Dennoch hat die damalige Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen beschlossen, die Sanierung für bis zu 135 Mio. Euro fortzuführen.

Zwischenzeitlich gab es einen Rechtsstreit des Verteidigungsministeriums mit der Bredo-Werft in Bremerhaven, die den Schiffsrumpf als Pfand für unbezahlte Rechnungen einbehalten wollte. Dieser Streit ist mit einem Vergleich beigelegt worden, über dessen Bedingungen bislang nichts bekannt wurde. Jetzt liegt das Schiff bei der Fassmer-Werft in Berne zur Fortsetzung der Sanierungsarbeiten.

Und die versprochene Aufklärung? Bis heute sind weder die Korruptionsvorwürfe noch der Betrugsverdacht geklärt. Ungeklärt bleibt auch der Vorwurf, dass die „Gorch Fock“ in den Jahren 2010/11 in einem nicht seetüchtigen Zustand auf Ausbildungsfahrten geschickt worden ist.

Für Laien wie Fachleute bleibt unbegreiflich, wie das Schiff unter den Händen seiner Besatzung in einen derart desolaten Zustand kommen konnte. Sicher ist nur eins: Die 20 Jahre älteren Schwesterschiffe „Eagle“ (USA), „Sagres“ (Portugal) und „Mircea“ (Rumänien) sind in einem weitaus besseren Unterhaltungszustand.

(Foto: Bundeswehr)

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Leider haben wir recht behalten: Für weniger als die Hälfte des Geldes und deutlich früher als jetzt hätte die Bundesmarine einen modernen Neubau als Segelschulschiff in Dienst stellen können.

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Bemerkungen :

  • user
    philip v. borch 18/03/2020 um 12:45
    Das würde ich von der Bundesmarine und/ oder den Werften schon mal gern genau wissen, warum eine Sanierung mit sicherlich weiterverwendbaren Komponenten so viel teurer ist als ein Neubau.

    Unser Traditions-Segelschulschiff, die "Großherzogin Elisabeth", mit Heimathafen Elsfleth muß um sehr viel geringere Beträge und Zuschüsse zu ihrer Sanierung und Instandhaltung regelrecht kämpfen und dabei ist es keineswegs ein Kriegsschiff wie die " Gorch Fock". Traurig und verständnislos mitanzusehen, wie in Sichtweite Millionen und Abermillionen nebulös versickern und offenbar freimütig über Bord geworfen werden.