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29.10.2019

Teurer Sing-Wettbewerb

560.000 Euro für Motivations-Kampagne „Klingt nach Teamwork“

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Was ist passiert?

Bund. Was ist wichtig, um sich am Arbeitsplatz wohlzufühlen? Es sind: kollegiale Zusammenarbeit und Teamzusammenhalt. Zu diesem wenig überraschenden Ergebnis kommt eine Umfrage im Auftrag des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF). Da Eigenschaften wie Teamgeist, Kreativität und Spontaneität nach Auffassung des Ministeriums auch in der Arbeitswelt der Zukunft unverzichtbar sein werden, will es diese stärker in den Fokus der Öffentlichkeit rücken – unter anderem mit der Mitsing- Aktion „Klingt nach Teamwork“.

Arbeitsteams in ganz Deutschland waren bis Ende 2018 sechs Monate lang dazu aufgerufen, gemeinsam zu singen. Ziel der Aktion sei es gewesen, „Kolleginnen und Kollegen zum gemeinschaftlichen Singen zusammenzubringen und die Bedeutung von Empathie, kollegialer Zusammenarbeit und persönlicher Inspiration in der Arbeitswelt in den Fokus der Öffentlichkeit zu rücken“, teilte das Ministerium mit. Die Videos ihrer gemeinschaftlichen Gesänge konnten die Teams einreichen und mit etwas Glück Preise gewinnen.

Das Ministerium wertete die Kampagne als Erfolg: Die Ziele seien sichtbar erreicht worden. Dabei hebt das Ministerium auch die Berichterstattung in den Medien sowie die Webzugriffe auf die Kampagnenseite www.klingtnachteamwork.de hervor.

Ein genauer Blick auf die Kampagne wirft jedoch Fragen auf. Zugegeben: Die eingereichten Videos erwecken den Eindruck, dass die Teams Spaß bei der Arbeit haben. Und vielleicht mag der Dreh eines Videos zum Zusammenhalt des Teams beigetragen haben. Jedoch zu welchen Kosten?

560.000 Euro hat die Aktion die Steuerzahler gekostet, teilte das Ministerium auf Nachfrage des Bundes der Steuerzahler mit. 56 Teams aus 14 Bundesländern haben sich bundesweit beteiligt. Das heißt, dass pro teilnehmendem Team am Ende rund 10.000 Euro Kosten für die Steuerzahler angefallen sind. Ein hoher Preis!

Bemerkenswert ist auch ein Blick auf die Teams, die mitgemacht haben. Zwar waren einige Unternehmen dabei, doch finden sich auch etliche staatliche Organisationen bzw. Beschäftigte des öffentlichen Dienstes darunter. So haben beispielsweise Mitarbeiter eines Landesministeriums aus Niedersachsen sowie einer Behörde der Stadt Lübeck teilgenommen, darüber hinaus Vereine von Polizisten aus Brandenburg und Hessen. Auch das BMBF selbst hat ein Team gestellt – obendrein wurden sogar Videos von zwei Agenturen eingereicht, die die Kampagne im Auftrag des Ministeriums umgesetzt haben. Fazit: Viele Teams kamen aus dem eigenen staatlichen Dunstkreis. Somit stellt sich die Frage, ob die Mitsing-Aktion auf Kosten der Steuerzahler tatsächlich eine breite Öffentlichkeit erreicht hat.

(Foto: Philipp Behm)

 

Der Bund der Steuerzahler meint

Dass Arbeiten in kollegialer Zusammenarbeit mehr Spaß macht, ist klar. Dafür braucht es keine steuerfinanzierten staatlichen Image-Kampagnen.

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Philipp Behm

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