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29.10.2019

Teurer Rheinblick endlich freigegeben

Rheinbalkon mit fünffachen Kosten freigegeben

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Was ist passiert?

St. Goar. Nur wenige Schritte sind es, die man auf dem Rheinbalkon trockenen Fußes über dem längsten deutschen Strom spazieren gehen kann: Wie ein Schiffsbug ragt die Aussichtsplattform an der örtlichen Uferpromenade in den Rhein hinein.

Rückblick: Es ist viel Wasser den Rhein heruntergeflossen, bis die berühmt-berüchtigte Aussichtsplattform endlich fertig wurde. Bei der Ausschreibung des Bauprojekts hätte sie zum Ende des Jahres 2014 fertiggestellt werden sollen. Doch die − immer wieder nach hinten verlegten − Termine konnten nicht eingehalten werden. Zwischenzeitlich ging St. Goar von einer Einweihung des Rheinbalkons im Jahr 2017 aus, schließlich von Anfang 2018 und zuletzt hätten im Herbst 2018 die ersten Besucher die Plattform betreten dürfen. Tatsächlich konnte der Rheinbalkon erst im April 2019 für die Öffentlichkeit freigegeben werden.

Während der Bauzeit floss nicht nur mehr Wasser den Rhein hinunter, sondern auch weit mehr Steuergeld als zu Planungsbeginn gedacht. Anfang 2014 waren die Kosten mit 408.000 Euro angesetzt worden, bis Ende 2015 erhöhten sie sich auf rund 1,4 Mio. Euro. Unterm Strich betrugen die Gesamtkosten für den Rheinbalkon rd. 2,1 Mio. Euro – damit rund fünf Mal so viel wie ursprünglich geplant.

Gab es Fehler und Versäumnisse vonseiten der Stadt? Das kann sie nicht erkennen, teilte St. Goar dem Bund der Steuerzahler auf Anfrage mit. Auch die Hoffnung auf Schadenersatz gegen die ausführende Baufirma zerplatzte. Ein von St. Goar beauftragtes Rechtsanwaltsbüro sah keine Aussicht auf Erfolg. Ob die Stadt gegen den beauftragten Planer Schadenersatzforderungen erhebt, wird noch anwaltlich geprüft, Optimismus versprühte St. Goar dabei aber nicht.

Der Bund der Steuerzahler kritisiert

Von Anfang an bestanden beim Rheinbalkon für die Steuerzahler schlechte Aussichten. Denn einen wirklich besseren Blick als vom Ufer aus bietet die Plattform nicht. Insofern war und ist sie unnötig. Als sinnvoll hätte sich ein früher Ausstieg aus dem Bauprojekt erweisen können, denn bereits 2015 war eine drohende Verdreifachung der Kosten erkennbar. Dennoch wurde der Rheinbalkon ohne jede Rücksicht auf die Kostenexplosionen weitergebaut.

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Autor des Artikels

Frank Senger

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