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  • Mecklenburg-Vorpommern
  • Teure Imagepflege
30.09.2025

Teure Wandkalender: Haben wir schon immer so gemacht?

Jedes Jahr drucken Landtag und Staatskanzlei für viel Geld teure Wandkalender

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Was ist passiert?

Schwerin (MV). Als sich das Jahr 2024 dem Ende zuneigte, wurde klar: Das Land muss eine riesige Haushaltslücke schließen. Weniger Einnahmen aus den Bundeszuweisungen nach dem Mikrozensus, eine schwächelnde Wirtschaft, schlechte Planung in den vergangenen Jahren – die Gründe sind vielfältig. Erste Sparmaßnahmen werden verkündet.

Doch weder das Land noch die Politik hält dies davon ab, die jährlichen Hochglanz-Wandkalender mit schönen Ansichten von Mecklenburg-Vorpommern zu drucken. Diese gehen an „Multiplikatoren“ im ganzen Bundesgebiet und an Vereine, Verbände sowie andere Institutionen im Land MV. Im Durchschnitt kostet ein Exemplar fast zwölf Euro in Herstellung und Versand. Wenn dieser Kalender dann bei jemandem in der Post landet, der von den aktuellen Sparmaßnahmen betroffen ist, kommt dies gar nicht gut an. So geschehen bei einem unserer Hinweisgeber. 

Sage und schreibe 138.817,40 Euro gaben der Landtag und die Staatskanzlei für die Produktion und den Versand von 11.700 Wandkalendern aus, die der Werbung für MV und das Schloss dienen sollen. Weshalb man die Kalender trotz der knapp gefüllten Kassen noch druckt, wollte der Bund der Steuerzahler von der Staatskanzlei wissen und erhielt diese Antwort zu Beginn des Jahres: „Der Wandkalender ist eines der ältesten Werbemittel für Mecklenburg-Vorpommern und hat sich als solches bewährt“. Er sei „gewissermaßen ein Botschafter für das Landesparlament“, hieß es auf eine Anfrage des BdSt aus dem Landtag. Einen solchen „Botschafter“ erhält auch jedes Mitglied des Landtags im Dezember zum Verteilen. Insgesamt kommen auf diese Weise 62 Kalender pro Abgeordneten (zehn aus der Staatskanzlei, 52 vom Landtag) zusammen, außerdem erhalten zahlreiche Einrichtungen und Institutionen sowohl im Inland als auch im Ausland ein Exemplar. Unser Hinweisgeber hat für die Antworten aus Politik und Regierung kein Verständnis. „Das können die doch nicht ernst meinen!“ so die empörte Reaktion. Doch, meinen sie. Und deshalb ist auch in diesem Jahr erneut mit dieser verschwenderischen Ausgabe zu rechnen.

Foto: Michaela Skott

Der Bund der Steuerzahler fordert

Auch der BdSt erhält alljährlich ein solches Exemplar, meint aber: Alle Ausgaben gehören auf den Prüfstand. Glaubwürdige Sparpolitik fängt vor der eigenen Haustür an. „Haben wir schon immer so gemacht“, ist gerade in Zeiten knapp gefüllter Kassen kein gutes Argument.

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Autor des Artikels

Michaela Skott

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Bemerkungen :

  • user
    Christian Albert 30/09/2025 um 16:16

    Wo kann man die kostenlos bestellen?
    Ich hätte auch gerne so einen Kalender, wenn ich diesen schon mit meinen Steuern bezahle!
    Andererseits sind das ja nur 11,86€ pro Kalender. Wenn man solche " Hochglanz-Wandkalender mit schönen Ansichten von Mecklenburg-Vorpommern" im Laden kaufen würde währen sie wesentlich teurer!
    Also, ich will so einen haben!