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29.10.2019

Teure Querelen bei den Stadtwerken Münster

Mehrkosten und Heimlichtuerei bei Kündigung von Stadtwerkechefs

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Was ist passiert?

Münster. Der Vertrag des kaufmännischen Geschäftsführers, seit 2008 bei den Stadtwerken Münster beschäftigt, war zuletzt 2017 verlängert worden und sollte eigentlich noch bis zum 31. März 2023 laufen. Im September 2018 trennten sich die Stadtwerke Münster jedoch von ihm und von dem technischen Geschäftsführer. Als Grund für die Trennung von beiden Geschäftsführern wird in einer Pressemitteilung der Stadtwerke die „Zuspitzung des Führungskonflikts“ sowie „Spannungen in der Führungsspitze“ angegeben. Der kaufmännische Geschäftsführer reichte gegen seine Abberufung Klage ein und erwirkte bei einem Vergleich vor Gericht eine Abfindung in Höhe von 1,2 Mio. Euro.

Funkstille herrscht jedoch bei den Regelungen für die Abberufung des technischen Geschäftsführers, der seit 2014 im Amt war. Über die Details zu seinem Aufhebungsvertrag wurde gegenseitiges Stillschweigen vereinbart, so die Stadt Münster. Sein Vertrag endete eigentlich im August 2019. Welche Gehaltsfortzahlungen, Abfindungen, Prämien und Bonuszahlungen er erhielt, erfährt man nicht.

Bis zum Herbst 2019 gibt es einen Interimsgeschäftsführer, der die Streithähne ersetzt, bis eine neue Geschäftsführung ihren Dienst antritt. Der Interimsgeschäftsführer, seit September 2018 im Einsatz, kostet zwischen 20.000 und 25.000 Euro – und das jeden Monat. Doch das sind noch nicht alle Extrakosten: Die Suche nach einem neuen Geschäftsführerteam für die Bereiche Energie und Mobilität wurde von einem Beratungsunternehmen übernommen. Zu den Kosten schweigt die Stadt: Das seien Geschäftsgeheimnisse.

Nach Darstellung der lokalen Presse war die Doppelspitze bei den Stadtwerken nie ein Dream-Team. Auch schon vor der Vertragsverlängerung des kaufmännischen Geschäftsführers habe es Konflikte zwischen beiden Geschäftsführern gegeben, die auch der Politik bekannt gewesen seien.

Foto (Symbolbild): 30daysreplay (PR & Marketing) on Unsplash  

Der Bund der Steuerzahler meint

Es stellt sich die Frage, warum der Vertrag des kaufmännischen Geschäftsführers noch 2017 verlängert und keine andere Lösung für den Führungskonflikt gefunden wurde, die für die Steuerzahler preiswerter gewesen wäre.

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Autor des Artikels

Andrea Defeld

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