Newsletter

Der Schutz Ihrer Daten ist uns wichtig. Diese Hinweise zum Datenschutz finden Sie in unseren Datenschutzrichtlinien. Diesen stimme ich zu.

Die mit einem * gekennzeichneten Felder sind Pflichtfelder


Besuchen Sie uns

News Bild 2428
  • Hessen
  • Teure Annehmlichkeiten
02.12.2025

Teure Lärmschutzwand auf falscher Straßenseite?

1,3 Mio. Euro teure Wand für wenige Häuser hinter Straße wirkt deplatziert

Scrollenaccordion-icon

Was ist passiert?

Eltville am Rhein (HE). Täglich fahren zahlreiche Personen- und Güterzüge zwischen Wiesbaden und Koblenz am Rhein entlang. Das bedeutet eine hohe Lärmbelastung für die dort lebenden Menschen. Lärmschutzwände sollen Abhilfe schaffen. Es ist jedoch fraglich, ob diese Investitionen an allen Stellen sinnvoll sind – wie ein Beispiel aus Eltville am Rhein zeigt.

Im Rahmen des Projekts „Leiseres Mittelrheintal“ setzt die Deutsche Bahn zahlreiche Maßnahmen zwischen Koblenz und Wiesbaden um, um den mittleren Lärmpegel für die Anwohnerinnen und Anwohner dauerhaft auf unter 55 Dezibel zu senken – so auch in Eltville. Dafür ermittelte die Deutsche Bahn in den Jahren 2014 und 2017 zunächst einen Nutzen-Kosten-Index und ein Nutzen-Kosten-Verhältnis. Neben dem akustischen Schleifen der Gleise und dem Einbau von Schienenstegdämpfern auf 2,2 Kilometer Länge wurde für Eltville dabei auch der Bedarf für eine zwei Meter hohe Lärmschutzwand ermittelt – unter anderem für die etwa einen Kilometer lange Strecke zwischen dem Ortsausgang Eltville und dem Straßenübergang nach Oberwalluf.

Diese Lärmschutzwand kostet rund 1,3 Mio. Euro und stößt vor Ort auf Unmut. Kritisiert wird, dass direkt neben den Schienen zwei Radwege und die vielbefahrene Straße K 638 (ehemals B 42) liegen. Erst auf der anderen Straßenseite, etwa 100 Meter von den Gleisen entfernt, stehen einige wenige Häuser, die stark vom Bahnlärm betroffen sind. Kritikerinnen und Kritiker fragen sich, ob die Lärmschutzwand nicht eher die Straßengeräusche reflektiert und so die Lärmbelastung sogar noch steigert, anstatt sie zu reduzieren. Die Deutsche Bahn verweist in einer Antwort an den Bund der Steuerzahler im August 2025 auf das Ergebnis der Nutzen-Kosten-Analyse, wonach dort teilweise Dezibelwerte von mehr als 70 gemessen wurden. Durch die Schallschutzwand verringere sich die Lautstärke um neun bis zwölf Dezibel. Doch damit fällt der Wert für die betroffenen Häuser schließlich immer noch nicht unter die anvisierten 55 Dezibel. 

Foto: Moritz Venner

Alternative Investition

Statt der fragwürdig platzierten Lärmschutzwand hätten mit dem Geld moderne Fenster mit Schallisolation für die betroffenen Haushalte finanziert werden können.

Der Bund der Steuerzahler kritisiert

Diese Lärmschutzwand wirkt deplatziert – und das für viel Steuergeld. Vielleicht wären Lärmschutzfenster sinnvoller gewesen, die die Bewohnerinnen und Bewohner unabhängig von den anderen Maßnahmen beantragen können.

Fragen an den Autor

Autor des Artikels

Portrait Christina Lehr, Redaktion Bund der Steuerzahler Hessen

Christina Lehr

Spenden Sie für unsere Arbeit!

Als gemeinnützige Organisation sind wir auf Ihre Mithilfe angewiesen um Steuergeldverschwendungen wie diese aufzudecken. Unterstützen Sie uns mit einer kleinen Spende damit wir weiterhin Steuergeldverschwendung aufdecken können.

Kommentare und Antworten

×

Name ist erforderlich!

Geben Sie einen gültigen Namen ein

Gültige E-Mail ist erforderlich!

Gib eine gültige E-Mail Adresse ein

Kommentar ist erforderlich!

Akzeptieren der Bedingungen ist erforderlich!

bitte bestätigen

* Diese Felder sind erforderlich.

Bemerkungen :

  • user
    Thorsten Niedzwietz 11/12/2025 um 13:35

    Was soll die Lärmschutzwand auf der anderen Seite ?
    Dafür ist die dortige Kommune - Stadt zuständig und nicht die Bahn !

    Noch dazu erst jetzt will man eine Lärmschutzwand, warum ?
    die Straße ist nicht erst seit gestern da und der Radweg !
    Soll die direkt neben die Schienen der Radweg und Straße verlaufen, damit die die Häuser, die nicht erst seit gestern da stehen eine Lärmschutzwand bekommen ?

    Ich Denke die Personen wollen auf Kosten der Bahn eine Lärmschutzwand , mehr nicht, weil die Gemeinde u.ä. das Ablehnt !
  • user
    Hans-Herbert Knigge 11/12/2025 um 10:52

    Sehr geehrte Frau Lehr,
    vor einigen Wochen habe ich Herrn Papendick beim Verteilen vom Schwarzbuch getroffen und dabei habe ich ihn auf die Lärmschutzwand hingewiesen. An der Lärmschutzwand ist über ein halbes Jahr gebaut worden, viele die dort vorbei gefahren sind müssen das doch registriert haben.!! Auf der Häuserseite befindet sich z.B. eine lange hohe Mauer ( mehr als 3 Meter hoch), da macht doch eine Lärmschutzwand keinen Sinn! Außerdem sind viele Häuser mehr als 100 Meter von der Straße entfernt.
    Können Sie mir Ihren Artikel zumailen, ich möchte einige Blätter am Wallufer Weinstand verteilen.
    Für mich es es unbegreiflich, warum mir als Wiesbadener dieser Blödsinn aufgefallen ist, während so viele Leute aus der Region, die mit den Örtlichkeiten vertraut sind, nicht reagiert haben.
    Herzliche Grüße und bleiben Sie weiter so aufmerksam!!
    Hans-Herbert Knigge
    • user
      Christina Lehr 11/12/2025 um 16:10

      Sehr geehrter Herr Knigge,

      wir freuen uns über Ihre positive Rückmeldung und Ihr Engagement und werden Ihnen das Material per E-Mail zukommen lassen.

      Viele Grüße aus Wiesbaden
      Christina Lehr
  • user
    Gerhard Viehstaedt 11/12/2025 um 07:31

    Spielt für die Bahn anderer Lärm als Bahnlärm eine Rolle bei den Maßnamhen? Sieht hier ja nicht danach aus.
    Vermutlich steht die Wand auf Bahngelände. Frage mich, ob Umsetzung auf anderer Seite im Genehmigungsprozess stecken bleiben würde.
    Das illustrative Bild oben wird leider zentral verdeckt vom Titelblock.
  • user
    Gunilde Kratz 08/12/2025 um 21:50

    Ausführliche Recherche, gut und verständlich formulierter Bericht.
    Wie lange hast du daran gearbeitet?
    • user
      Bund der Steuerzahler Hessen 09/12/2025 um 10:44

      Mitte Juli wurden wir auf den Fall in Eltville aufmerksam gemacht. Anschließend begann unsere Recherche, u.a. in öffentlich zugänglichen Quellen wie z.B. der Machbarkeitsuntersuchung und wir fragten bei der Deutschen Bahn nach. Nach Erhalt der Antwort folgte ein Ortstermin sowie eine Einordnung unsererseits, bevor dann der Text geschrieben und perfektioniert wurde.


      Weitere Informationen zu unserer Arbeitsweise gibt es hier:


      https://www.steuerzahler-hessen.de/positionen/schwarzbuch/


      https://www.youtube.com/watch?v=hRVBNFoHvw8