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  • Mecklenburg-Vorpommern
  • Richtig skurril!
26.03.2020

Superzaun für Superyacht

Für den Stadthafen wurde in Rostock ein teurer Sicherheitszaun angeschafft – nur Schiffe legen nicht an.

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Was ist passiert?

Rostock. Ein Zaun für 79.000 Euro erhitzt die Gemüter in Rostock. „Haben ist besser als brauchen“ lautet eine alte Volksweisheit, nach der man jüngst scheinbar auch in Rostock handelte. Die Hansestadt schaffte kurz vor Jahresende 2019 den 200 Meter langen mobilen Sicherheitszaun an. Statt eingesetzt zu werden, wird der neue „Superzaun“ jedoch seit Jahresbeginn gut verpackt in einer städtischen Immobilie gelagert. Wofür er in Zukunft genutzt werden soll, , ist noch nicht ganz klar. Aus der Stadt selbst heißt es, dass aktuell ein Bewirtschaftungskonzept erarbeitet werde.

Möglich wurde der Kauf des Zauns durch eine 100-prozentige Förderung aus EU-Mitteln, die ansonsten verfallen wären. Grundlage der Förderung sind die EU-Programme „Johann“ und das Nachfolgeprojekt „Johanna“. Sechs Städte in drei Ländern entlang der Ostseeküste sollen mit diesem Programm näher zusammenrücken und beliebte Destinationen für kleine Kreuzfahrtschiffe werden. Als kleinere Kreuzfahrtschiffe gelten private Megayachten und Schiffe mit bis zu 500 Passagieren. Zuletzt lief ein Schiff der entsprechenden Größenklasse 2014 den Stadthafen an.

Das soll sich nach dem Willen der Rostocker Projektbeteiligten künftig ändern. Voraussetzung ist dafür unter anderem: ein spezieller Sicherheitszaun. Um die Exklusivität dieser Schiffe zu betonen und, so heißt es aus der Verwaltung, weil es „schicker“ aussieht, wurde ein besonders teurer Zaun angeschafft. Den voraussichtlichen Nutzungszeitraum des Zauns schätzt die Verwaltung etwa auf 2 bis 3 Tage – pro Jahr. Schon heute ist klar: Auch in näherer Zukunft sind keine Anfahrten von Kreuzfahrtschiffen für den Rostocker Stadthafen angemeldet.

In der Hansestadt bleibt man jedoch optimistisch. Schließlich steht mit der Bundesgartenschau (BUGA) 2025 ein Großprojekt an, bei dem ein solcher Zaun auch sinnvoll eingesetzt werden könne. Aber ob der „Superzaun“ dann noch alle erforderlichen Sicherheitsbestimmungen erfüllt?

Foto: Julia Boldt auf Pixabay. Website der Fotografin: www.juliaboldt.de.

Der Bund der Steuerzahler kritisiert

Steuergelder, ganz gleich ob von der EU, vom Bund oder Land, sollten sorgfältig eingesetzt werden. Für 79.000 Euro einen Zaun zu kaufen, der letztlich kaum zum Einsatz kommt, ist Verschwendung. Die geforderten Sicherheitsstandards könnten sich auch mit einem günstigeren Modell umsetzen lassen.

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Autor des Artikels

Michaela Skott

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Bemerkungen :

  • user
    Friedhelm Berger 01/04/2020 um 13:20
    Ich denke und das schon seit vielen Jahrzehnten, das die Verantwortlichen dieser Steuerverschwendungen nie zur Rechenschaft gezogen werden ist nicht akzeptabel und das wird mich und viele andere ein Leben lang begleiten.
    Die Politikverdrossenheit besteht weiterhin bis sich spürbar was ändert.
    Ein wenig Hoffnung sollte noch vorhanden sein.