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  • Rheinland-Pfalz
  • Richtig skurril!
29.10.2019

Steuergeld abgeluchst

20 Luchse, ein Luchs-Parlament und 2,75 Mio. Euro

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Was ist passiert?

Rheinland-Pfalz. Einst waren Luchse in ganz Europa verbreitet. Doch in Mitteleuropa wurden die katzenartigen Tiere durch den Menschen weitgehend ausgerottet. Rheinland-Pfalz versucht hierbei, die Uhr zurückzudrehen und den Luchs im Pfälzerwald anzusiedeln. 2015 startete das auf sechs Jahre angelegte Projekt. Um eine überlebensfähige Population zu begründen, sollen insgesamt 20 Luchse im Ausland gefangen und anschließend im Pfälzerwald ausgewildert werden.

Das finanzielle Gesamtvolumen dieses Projekts umfasst satte 2,75 Mio. Euro. Gut die Hälfte davon stammt aus EU-Mitteln, weitere 400.000 Euro gibt das Land Rheinland- Pfalz. Insofern stemmen die Steuerzahler den Großteil der Finanzierung. Projektträger ist die Stiftung Natur und Umwelt Rheinland-Pfalz, eine Stiftung des öffentlichen Rechts, dessen Vorsitzende die rheinland-pfälzische Umweltministerin ist. Daneben gibt es z. B. auch private Partner und Mitfinanziers.

Warum kosten 20 Luchse nun Millionenbeträge? Schuld sind nicht etwa extrem verwöhnte Tiere, sondern das umfangreiche „Begleitprogramm“ durch den Menschen. Das umfasst nicht nur Tierschutzmaßnahmen und ein Monitoring, sondern z. B. auch eine umfangreiche Koordination mit verschiedenen Akteuren, diverse Veranstaltungen und eine intensive Öffentlichkeitsarbeit. Zur Steigerung der Akzeptanz wurde sogar ein deutsch-französisches „Luchsparlament“ gegründet. Denn ohne eine aktive Unterstützung und gesellschaftliche Akzeptanz durch den Menschen – so die Erklärung – könnten sich die Luchse nicht dauerhaft etablieren. Zudem hat das Land Rheinland-Pfalz einen ausführlichen wie komplizierten Luchsmanagementplan aufgestellt, u. a. mit detaillierten Anweisungen zur „Konfliktbewältigung“ oder dazu, welche Meldekette zwingend zu befolgen ist, um Entschädigungen für gerissene Nutztiere zu erhalten. Und wer einen Luchs verscheuchen bzw. „vergrämen“ will, sollte sich lieber vorher erkundigen, welchen Antrag er dafür ausfüllen muss und welche behördliche Ausnahmegenehmigung er braucht. Denn mit Luchsen in der Nachbarschaft kann es ganz schön bürokratisch werden.

Trotz des massiven Aufwands bleibt Rheinland-Pfalz für die Tiere eher ein raues Pflaster. Autoverkehr und Wilderei stellen schließlich Gefahren dar. Mindestens drei Luchse sollen schon getötet worden sein. Andererseits gibt es Nachwuchs unter den Tierchen. Insofern ist es ein makabres Rennen: Können sich die importierten Luchse schneller vermehren, als sie sterben?

Ein Blick über die Grenze stimmt da eher pessimistisch: In den nahen französischen Vogesen gab es auch ein großes Luchs-Ansiedlungsprojekt. Zeitweilig sollen dort sogar mehr als 50 Tiere gelebt haben – doch nun sind sie wieder selten.

Foto: skeeze auf Pixabay

Der Bund der Steuerzahler meint

Artenschutz ist vom Prinzip her ein nobles Ziel − aber wie nachhaltig und sinnvoll ist die Ansiedlung bedrohter Tierarten in Regionen, in denen sie bereits ausgerottet wurden und wo ohne millionenschweren Aufwand keine lebensfähigen Populationen entstehen könnten? Rechnerisch schlägt jeder der 20 Luchse im Schnitt mit rund 140.000 Euro zu Buche. Diese Summe würde sogar für ein schmuckes Eigenheim im Pfälzerwald ausreichen. Doch was passiert, wenn die Finanzierung des Luchsprojekts ausläuft? Dann wird sich zeigen, ob die Tiere auch ohne die millionenschwere Koordinations-, Werbe- und Bürokratiemaschinerie unbeschwert im Wald herumtollen können – oder ein weiteres Mal verschwinden werden.

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Bemerkungen :

  • user
    Björn Nelius 30/10/2019 um 11:46

    Es ist sicherlich unstrittig, dass der aufgezeigte Verwaltungswahnsinn (-Schwachsinn?) eine Verschwendung von Steuergeldern darstellt.



    Aber hier wird gleichzeitig infrage gestellt, dass das Wiederansiedeln von Wildtieren, die früher einmal in der Region gelebt haben, sinnvoll ist - und das finde ich absolut daneben Herr Quante.



    Jeder Versuch, menschengemachten Schaden wiedergutzumachen, verdient Respekt und ist im Grundsatz aller Mühen wert. Klar, dass das keiner bezahlen will, aber trotzdem sind wir doch alle froh, wenn unser Umfeld lebenswert bleibt, weil es Menschen gibt, die sich für Natur und Umwelt stark machen, nicht war?



    Ich würde mir mehr solcher 'Steuerverschwendungen' wünschen - allerdings gebe ich Ihnen recht, dass bei solchen Aktionen das Richtige in der richtigen Weise und vor allen Dingen von pragmatisch denkenden und handelnden Leuten getan werden sollte.


    Dann wäre es zwar sicherlich immer noch teuer, aber vermutlich doch deutlich preiswerter, als der genannte Millionenbetrag.

    • user
      Rene Quante 11/11/2019 um 10:53
      Lieber Herr Nelius,

      wo wir die Probleme beim kostspieligen Luchs-Projekt sehen, haben wir in unserem Artikel ausführlich dargestellt. Leider gehen Sie darauf nicht wirklich ein. Selbst das Umweltministerium geht davon aus, dass ohne den massiven Mitteleinsatz das Wiederansiedlungsprojekt nicht erfolgreich sein kann.

      Schauen Sie auf die französischen Vogesen. Das eingesetzte Geld ist weg, die Luchse sind wieder weitgehend verschwunden und ob die französischen Steuerzahler wie Luchse etwas vom "Respekt" haben, dürfte sehr zweifelhaft sein.

      Gut gemeint hat selten etwas mit gut gemacht zu tun.

      BG

      René Quante