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  • Baden-Württemberg
  • Brücken, Straßen und Verkehr
27.10.2020

Schotter für südbadischen Radweg

Wenn der Radweg von der Fahrbahn abgeknapst wird…

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Was ist passiert?

Gottenheim (BW). Allerorten entstehen neue Radwege, weil der Anteil des Radverkehrs am Verkehrsaufkommen deutlich erhöht werden soll. Radwege werden neu gebaut oder, wie zwischen Gottenheim und Umkirch im Südbadischen, von der Fahrbahn quasi „abgezwackt“.

Dort wurde an der Landesstraße 115 ein Trennstreifen zwischen Fahrbahn und Radweg herausgefräst. Die ursprünglich bis zu 7,70 m breite Straße schrumpfte so auf maximal 5,60 m. Der neue Radweg ist 1,60 m breit. Inklusive neuer Fahrbahndecke und Radweg kostete diese Maßnahme 160.000 Euro.

Was auf dem Papier noch gut klingt, erwies sich in der Wirklichkeit als weniger gelungen. Es zeigte sich nämlich, dass der Radweg laut zahlreicher Radfahrer zu schmal ist, um einen gefahrlosen Begegnungsverkehr zu gewährleisten. Treffen sich zwei Radfahrer, vor allem, wenn diese auch noch mit einem Anhänger unterwegs sind, muss einer ins Grün fahren – und das auch noch möglichst auf der richtigen Seite. Die Trennung zwischen Autostraße und Radweg ist nämlich tückisch: Gerade einmal 50 cm Schotterrasen liegen dazwischen. Schnell stellte sich heraus, dass die Autos beim nahen Vorbeifahren auch noch Schotter auf den Fahrradweg wirbeln – ebenfalls sehr zum Unmut der Radfahrer, deren Sicherheit dadurch zusätzlich in Gefahr ist.

Bis der Zwischenrasen richtig gewachsen ist, sollen Warnbaken helfen. Damit hofft man, auch den Radweg sauber zu halten und für die Sicherheit der Radfahrer sorgen zu können. Doch so richtig scheinen die Verantwortlichen dieser Lösung nicht zu trauen, denn sowohl Gottenheim als auch Umkirch haben sich dafür ausgesprochen, dass – als sichere Trennung – eine Schutzplanke zwischen Radweg und Straße errichtet werden soll. Kosten: nochmals 60.000 Euro. Zu zahlen – wie auch die gesamte Ausgleichsmaßnahme – vom Bund.

Damit wäre der Radweg zwar sauberer, aber leider immer noch zu schmal. Aber was nicht ist, kann ja noch werden. Die beiden Gemeinden werden künftig allein entscheiden, ob und wie der Radweg verbreitert wird. Dabei werden dann gegebenenfalls auch wieder die Steuerzahler – aufgrund des Gesetzes über Zuwendungen des Landes zur Verbesserung der Verkehrsverhältnisse der Gemeinden (LGVFG) – mit im Finanzierungsboot sein.

Foto (Symbolbild): pixabay/MichaelGaida

Der Bund der Steuerzahler meint

Bei sorgfältigerer Planung hätte man die Nachbesserung sicher vermeiden und dieses Geld besser investieren können.

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Autor des Artikels

Michael Weiss

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Bemerkungen :

  • user
    Beccs 11/12/2020 um 19:11
    Wie lustig, ich fahre auf dieser Straße jede Woche. Mit dem Auto. Die Straße ist ebenfalls zu schmal, vor allem da hier ja nicht nur Autos fahren, sondern auch deutlich breitere Landmaschinen und LKW - also eine Lösung, mit der alle unglücklich sind.
    Aber es gibt noch mehr. Die aufgestellten Schilder, die auf Fahrverbot für Autos und Motorräder - vermutlich auf dem Radweg - hinweisen sollen, sind so uneindeutig zwischen dem schmalen Radweg und der schmalen Straße hingestellt worden, dass ein ortsfremder sich nicht sicher sein kann, ob das nun für den gesamten Weg oder nur den Radweg gelten soll.
    Die Einfahrt zur Dachswanger Mühle ist das Beste: Um hier genügend Platz für LKW zum Abbiegen zu gewährleisten, hat man die Abtrennung zwischen Straße und Radweg (derzeit durch Schotter und Baken realisiert) einfach entfernt und der Teer ist durchgängig mit einer gestrichelten Linie. So können die LKW auf den Radweg ausscheren um von einer zu schmalen Straße in die nächste einbiegen zu können. Genial, so geht Sicherheit für Fahrradfahrer.
    Übrigens: Im Wald direkt neben der misslungenen Straße gibt es schon lange auf der Hälfte der Strecke einen parallelen Waldweg, der mit dem Rad super zu befahren ist. Unbehelligt vom Autoverkehr. Hätte man den einfach noch bis Umkirch weiter geführt und die Straße gelassen wie sie war ....