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29.10.2019

Sanierung und Erweiterung der Inselhalle in Lindau

Jedoch sind bei der Modernisierung der Inselhalle die Kosten nicht unerheblich gestiegen

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Was ist passiert?

Lindau. Die „alte“ Inselhalle wurde im Jahr 1981 als Ersatzneubau für die abgerissene alte Stadthalle (Baujahr 1924) errichtet. Seit ihrer Inbetriebnahme wurde sie baulich nicht wesentlich verändert und verfügte im Kern über einen großen, in drei kleine Einheiten unterteilbaren Saal, ein Foyer sowie vier Konferenzräume. Da die Infrastruktur der Inselhalle nach mehr als 30 Jahren intensiver Nutzung nicht mehr den heutigen Anforderungen entsprach und unter anderem keine Seminarräume, keine zeitgemäße informations- und kommunikationstechnische Ausstattung und mangelnde Barrierefreiheit aufwies, wurde sie schließlich „saniert und bedarfsgerecht erweitert“. Die Nutzflächen wurden dabei in etwa verdreifacht. Es entstand ein „multifunktionales Tagungs- und Kongresszentrum“.

Jedoch sind bei der Modernisierung der Inselhalle die Kosten nicht unerheblich gestiegen. Ursprünglich sollte das Projekt Kosten in Höhe von rund 35 Mio. Euro erfordern. Doch die Investitionskosten für die Inselhalle werden nach Mitteilung der Stadt Lindau schließlich „auf ca. 45,4 Mio. Euro taxiert. Der Freistaat Bayern fördert diese Maßnahme mit einem Festbetrag von 28,3 Mio. Euro, d. h. der Eigenanteil der Stadt Lindau beträgt 17,1 Mio. Euro. Dieser Eigenanteil wurde im Wesentlichen durch Vermögensumschichtungen finanziert“. Die Kostensteigerung des Projekts beträgt ca. 29 Prozent und ist vor allem auf folgende und zumindest laut Mitteilung der Stadt Lindau nicht beeinflussbare Sachverhalte zurückzuführen:

  • Mehrmengen / Höhereinstufungen zu im Bodengutachten festgestellten Altlasten
  • Abweichungen zwischen Bestandsplänen und tatsächlich vorgefundenen Verhältnissen im Bestand
  • Änderungen im Gründungsbereich aufgrund statischer Notwendigkeiten
  • Zusätzliche Lärmschutzmaßnahmen aufgrund von Verzögerungen durch Einwendungen der Nachbarn
  • Auflagen zu fest eingebautem Hochwasserschutz (ursprünglich mobil)
  • Kündigung und Neuvergabe von Gewerken
  • Nicht im geplanten Umfang zu erwartende Vergabeverluste
  • Aufwändige Sanierung der Saaldecke
  • Prognosen bzw. getroffene Vereinbarungen mit Auftragnehmern bzgl. Verzug, Bauzeitverlängerung, Beschleunigung, die nicht zu umgehen waren
  • Technische erforderliche Nachträge aus Bestandssanierung
  • Erkenntnisse aus Massen in Schlussrechnungen.

Nach Mitteilung der Stadt Lindau waren „die langjährige Historie am Standort und über 65 Jahre erfolgreiche Nobelpreisträgertagungen in Lindau eine solide Basis, aber keine dauerhafte Garantie für die Zukunft in Lindau. Hätten die Lindauer Tagungen aufgrund veralteter Infrastruktur oder sonstiger nicht bedarfsgerechter Bedingungen mit den Anziehungspunkten solcher Initiativen an Orten mit zeitgemäßer Infrastruktur nicht länger mithalten können und deswegen die Unterstützung Stockholms verloren, wäre unser `Fenster Europas zur Welt´ verloren gegangen“. Außerdem kann die neue Inselhalle „auch Bürgern und Interessengruppen verstärkt als Kommunikationsforum zur Verfügung stehen“.

(Foto: Maria Ritch / Michael Stocker, LV Bayern)

Der Bund der Steuerzahler meint

Auch wenn die Erforderlichkeit der Sanierung und bedarfsgerechten Erweiterung der Inselhalle außer Frage steht, müssen wieder einmal die Steuerzahler für die nicht unerhebliche Kostensteigerung bei dem ehrgeizigen Projekt der Stadt Lindau geradestehen.

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Maria Ritch

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