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29.10.2019

Sanierung des Deutschen Museums wird teurer als geplant

Weitere kostensteigende Bauverzögerungen sind zu befürchten

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Was ist passiert?

München. Die Generalsanierung des Deutschen Museums, eines der bedeutendsten Museen für Naturwissenschaft und Technik, ist ein Jahrhundertprojekt. Seit der Eröffnung des Museums im Jahr 1925 wurden nur grobe Schäden behoben. Jetzt wird das zentrale Sammlungsgebäude des Deutschen Museums generalsaniert – u. a. sind jetzt Brand- und Hochwasserschutz, Elektrik, Klimatechnik, Treppen, Fenster, Dächer, Ausstellungsräume, Serviceeinrichtungen, Gastronomie und einiges mehr dran.

„Auf der Basis einer Vereinbarung zwischen dem Deutschen Museum, der Bundesrepublik Deutschland und dem Freistaat Bayern wird die Generalsanierung trilateral finanziert, wobei bei Abschluss der Vereinbarung im Jahr 2011 von einer Summe in Höhe von 400 Mio. Euro ausgegangen wurde, die zu 180 Mio. Euro vom Bund, zu 180 Mio. Euro vom Freistaat Bayern und zu 40 Mio. Euro vom Deutschen Museum über Spenden aufgebracht werden. Zwischenzeitliche Mittelumschichtungen führten im Jahr 2015 zu einer Gesamtfinanzierungssumme in Höhe von 445 Mio. Euro. Dies ist eine Festbetragsfinanzierung“, so die Mitteilung des Bayerischen Staatsministeriums für Wissenschaft und Kunst. „Im Zuge einer Sitzung des Ausschusses für Wissenschaft und Kunst des Bayerischen Landtags am 6. Februar 2019 sind in der Öffentlichkeit Prognosen bekannt geworden, wonach die Sanierung Mehrkosten in Höhe von rd. 150 Mio. Euro verursachen könnte. Diese Zahl ist eine Prognose des Deutschen Museums, die unter anderem auf den derzeit in einem boomenden Baumarkt stark steigenden allgemeinen Baukosten beruht und daneben diverse Sondereffekte berücksichtigt, die sich aus der Struktur des zu sanierenden Gebäudes ergeben, u. a. aus denkmalschützerischen Belangen, Problematiken der alten Bausubstanz, besonderen Anforderungen an Brandschutz und Haustechnik und einiges mehr“.

Das Deutsche Museum ist eine Anstalt des öffentlichen Rechts und baut nach Mitteilung des Bayerischen Staatsministeriums für Wissenschaft und Kunst in eigener Verantwortung. Dieses Ministerium ist „Zuwendungsgeber für das Museum im Bereich der institutionellen Förderung sowie im Bereich der ‚Projektförderung‘ der Generalsanierung“. Die Zuwendungsgeber – Freistaat Bayern und Bund – werden sich in Abstimmung mit dem Deutschen Museum verständigen, „wie die Sanierung zu welchen Konditionen fortgesetzt wird“.

Auch die zwischenzeitlich beantragte Insolvenz des mit der Planung und Bauleitung beauftragten Architekturbüros ist dabei nicht gerade förderlich. Weitere kostensteigernde Bauverzögerungen sind dadurch zu befürchten.

(Foto: Maria Ritch / Michael Stocker, LV Bayern)

Der Bund der Steuerzahler meint

Große Bauvorhaben wie die Sanierung des Deutschen Museums in München sind komplex. Es kann immer Unvorhersehbares passieren. Eine derartig hohe Kostensteigerung wirft jedoch Fragen zum Risikomanagement auf. Bleibt nur zu hoffen, dass das gesamte Museumshaus wie geplant zu seinem 100. Geburtstag im Jahr 2025 wiedereröffnet werden kann – vollständig saniert mit neuen Ausstellungen und im Sinne der Steuerzahler ohne weitere Kostensteigerungen!

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Maria Ritch

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