
Repräsentatives Zählspiel statt Vernunft – Dresden investiert in teure Fahrradbarometer
Teures Prestigeprojekt: Fahrradbarometer in Dresden
Was ist passiert?
Dresden (SN). In Dresden werden Radfahrer seit April 2025 sichtbar gezählt – allerdings zu einem hohen Preis. Mit der Errichtung von zwei ersten sogenannten Fahrradbarometern an der St. Petersburger Straße – acht weitere an vier verschiedenen Standorten sind noch geplant – leistet sich die sächsische Landeshauptstadt ein Projekt mit fragwürdigem Kosten-Nutzen-Verhältnis.
Die Fahrradbarometer erfassen den Radverkehr in Echtzeit und präsentieren die Zahlen samt Datum und Temperatur gut sichtbar auf einer digitalen Anzeige. Ein echtes Plus für die Fahrradsicherheit oder die Infrastruktur sind die Fahrradbarometer jedoch nicht. Dafür sind die Kosten beachtlich: Pro Fahrradbarometer fallen 45.000 Euro an, davon trägt die Stadt Dresden rund 16.000 Euro, der Rest wird aus Bundesmitteln finanziert. Dabei gibt es längst günstigere Alternativen. So liefern unterirdische Dauerzählstellen, die für das Auge unsichtbar sind, seit Jahren zuverlässig und effizient dieselben Verkehrsdaten – und das zu deutlich geringeren Kosten.
Die Stadt Dresden verteidigt sich dagegen auf Anfrage des BdSt Sachsen im Juni 2025, dass die neuen Barometer „ein Bewusstsein für den Radverkehr schaffen“ sollen. Zudem benötige man die Daten zur langfristigen Planung und Analyse von Trends. Auf Nachfrage des Bundes der Steuerzahler betont die Stadt am 20. Juni 2025, dass eine Umschichtung der Mittel, z. B. in soziale Projekte oder die städtische Infrastruktur nicht möglich sei: Die Etats seien „festgelegt“.
Foto: Dirk Mohr
Der Bund der Steuerzahler kritisiert
Die Barometer dienen einem rein repräsentativen Zweck und nicht der Verkehrslenkung oder -sicherheit. Diese Investition ist unnötig und teuer, denn die Informationen wären mit bestehenden Technologien günstiger zu erzielen gewesen. Auch der Verweis auf Fördermittel rechtfertigt nicht diese Maßnahme, sondern eine Förderung verpflichtet zu einer besonders sorgfältigen Prüfung der Notwendigkeit.
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Kommentare und Antworten
Bemerkungen :
Könnt ihr diese Sinnvolle Maßnahme bitte wieder aus dem Schwarzbuch entfernen?
Radweg-Infrastruktur wird regelmäßig verbal und politisch angegriffen. Ein Kommunikationsmittel wie dieses ist ideal geeignet, um solchen Angriffen vorzugreifen und die politischen Wogen etwas zu glätten.
Zusammenhalt ist wichtig. Kommunikation ist wichtig. Diese Schilder sind etwas Gutes. Sie gehören nicht ins Schwarzbuch.
Lieber Dirk,
vielen Dank für deine Nachricht. Richtig ist, dass Radwege-Infrastruktur sinnvoll und wichtig ist. Auch eine sachdienliche Beschilderung ist ratsam. Die Daten (hier Anzahl der vorbeifahrenden Radfahrer) wurden bereits vor der Errichtung der Fahrradbarometern erfasst und ausgewertet. Die Fahrradbarometern kosten knapp TEUR 500 ( für 10 Exemplare insgesamt) - und zeigen zusätzlich Datum, Uhrzeit und Grafiken an. In dieser Höhe können Steuergelder sinnvoller und wirtschaftlicher eingesetzt werden. Und dieser Aspekt ist der Grund für die Aufnahme in das Schwarzbuch 2025. Wir kritisieren das eingesetzte Kommunikationsmittel, insbesondere das Verhältnis von Aufwand (Steuergelder) zu Nutzen (Glättung politscher Wogen).
Schreiben Sie mir gerne, wenn Sie einen weiteren Austausch diesbezüglich wünschen.
Mit freundliche Grüßen
Dirk Mohr