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  • Niedersachsen
  • Staatliche Wirtschaftsflops
09.11.2021

Regenwald-Panorama am Zoo Hannover gefloppt

Ambitioniert gestartet und grandios gefloppt

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Was ist passiert?

Region Hannover (NI). Nach mehreren Verzögerungen bei Bau und Genehmigung der 32 m hohen Rotunde war es im November 2017 endlich soweit: Der Zoo Hannover – dessen alleiniger Gesellschafter die Region Hannover ist – feierte die Eröffnung des neuen 360-Grad-Panoramabilds „Amazonien“. Rund 5 Mio. Euro haben der Bau des Gebäudes und die Ausstellung gekostet. Fortan konnten Besucher in dem siloartig anmutenden Gebäude einen beeindruckenden Blick auf die Regenwaldlandschaft des Amazonas werfen. Gleich drei Besucherplattformen warteten in unterschiedlicher Höhe auf die Gäste, die dank wechselnder Tages- und Nachtsimulationen sowie zahlreicher visueller und akustischer Effekte in die Welt des Regenwaldes eintauchen wollten – inmitten der norddeutschen Tiefebene.

Kommen sollten sie eigentlich zuhauf, schließlich feiern die Panoramabilder des Künstlers Yadegar Asisi andernorts große Erfolge, etwa in Berlin, Leipzig oder Dresden. Mit bis zu 280.000 Regenwald-Besuchern rechnete der Zoo im ersten Jahr, korrigierte diese Prognose jedoch bereits nach wenigen Monaten deutlich nach unten – auf 200.000 Besucher.

Schätzungsweise fanden sich jedoch nur rund 60.000 Gäste, die bereit waren, den gesonderten Eintritt von zunächst 12,80 Euro zu berappen. Denn: Über die genauen Besucherzahlen wurde im Rahmen einer vertraglichen Vereinbarung mit dem Künstler Stillschweigen vereinbart. Die Erlöse jedenfalls blieben allein im ersten Jahr nach der Eröffnung rund 1,5 Mio. Euro hinter den hohen Erwartungen zurück. In den Folgejahren 2019 und 2020 dürfte das Ergebnis nicht viel besser gewesen sein. Das Gesamtdefizit beläuft sich schätzungsweise auf rund 5 Mio. Euro. Zu den genauen Zahlen machte der Zoo leider keine Angaben.

Mitte 2019 wurde das Panorama schließlich in den Erlebniszoo Hannover integriert, die Eintrittspreise wurden angepasst. Mit einem Kombi-Ticket konnte der Zoobesuch nun mit der Besichtigung Amazoniens verbunden werden. Doch auch dieser Schritt reichte nicht, um dem Regenwaldpanorama noch zum Erfolg zu verhelfen.

So kam es, wie es kommen musste: Zum Jahresende 2020 schloss das Panorama am Zoo nach nur drei Jahren seine Pforten. Während die Panoramabilder entfernt werden, soll die Rotunde künftig weiter durch den Zoo genutzt werden. Überlegungen, die Rotunde künftig als Einstieg zu einem noch zu errichtenden Baumwipfelpfad im benachbarten Stadtwald „Eilenriede“ zu nutzen, erteilten der Zoo-Aufsichtsrat sowie die Stadt und die Region Hannover schnell eine Absage. Die für die Errichtung des Baumwipfelpfads abermals notwendigen 5 Mio. Euro waren der Politik angesichts des gerade erst beendeten Amazonien-Desasters wohl zu hoch.

Foto: Jan Vermöhlen

 

 

Alternative Investition

10 Mio. Euro würden ausreichen, um die Aufwendungen des Zoos für Tierfutter, Medikamente und Praxisbedarf der Tierarztpraxis ganze 15 Jahre lang zu decken.

Der Bund der Steuerzahler kritisiert

Es war eine gigantische Fehleinschätzung, dass die Besucher in Massen bereit wären, neben dem stattlichen Zoo-Eintritt nochmal mehr als 10 Euro pro Person für einen Besuch Amazoniens auszugeben. Vermutlich wurde das Projekt bewusst schöngerechnet, um sich hochtrabende Pläne auf Kosten der Steuerzahler zu erfüllen.

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Autor des Artikels

Jan Vermöhlen

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