
Opern-Geschenk mit Risiko
Ein Geschenk, das teuer werden kann
Was ist passiert?
Hamburg. Die HafenCity soll ein Opernhaus von Weltrang bekommen, koste es, was es wolle. Der Senat nimmt ein großzügiges Geschenk zum Anlass, den vermeintlichen Bedarf, die tatsächlich anfallenden Kosten sowie die finanziellen Risiken passend darzustellen, um nicht das Gesamtprojekt in Frage stellen zu müssen.
Ein privater Mäzen möchte bis zu 330 Mio. Euro für den Opernbau bereitstellen. Diese Summe soll sämtliche Baukosten abdecken, einschließlich möglicher Preissteigerungen.
Davon unabhängig, hätten die Steuerzahler folgende Kosten für den Opernbau zu tragen: Der vorgesehene Standort, der Baakenhöft an der Elbe, ist komplex und für die Stadt kostenintensiv. Allein für standortspezifische Mehrkosten wie Rückbau, Altlasten und Flutschutz sollen 147,5 Mio. Euro an die Projektgesellschaft fließen. Hinzu kämen 104 Mio. Euro für die Herrichtung des Grundstücks, Erschließung, Freiraum, Promenade und Ufereinfassung – finanziert aus dem Sondervermögen „Stadt und Hafen“. Zusätzlich stellt die Stadt das Grundstück zur Verfügung, dessen Wert nach konservativen Schätzungen bei 40 bis 60 Mio. Euro liegt. Aus dem Budget der Kulturbehörde fallen zudem Projektkosten in Höhe von rund 483.000 Euro für Personal und
Rechtsberatung an. Und als Bonus für den frischgebackenen Intendanten der Staatsoper stellt die Stadt einmalig 4,8 Mio. Euro für den Spielbetrieb bereit.
Für die Sanierung des bisherigen Opernhauses hat der Senat zusätzlich 95 Mio. Euro beantragt. Der Betrag soll allerdings nur die Maßnahmen, die zur Aufrechterhaltung des Spielbetriebs bis 2034 unerlässlich sind, abdecken. Was im Anschluss mit dem traditionsreichen Opernhaus an der Dammtorstraße geschehen soll, ist völlig ungewiss. Ob Sanierung, Umbau oder neue Nutzung als Kulturstätte – bislang fehlt es an belastbaren Konzepten und klaren Aussagen.
Klar ist: Die Stadt hält sich bei beiden Projekten, alter wie neuer Oper, in Sachen Bürgerbeteiligung und Transparenz auffallend zurück und erweckt den Anschein, die neue Oper um fast jeden Preis realisieren zu wollen.
Foto: Martin Elsen
Alternative Investition
Die 311,5 Mio. Euro (Beteiligung der Stadt) sollten besser in den Erhalt und die Sanierung der alten Oper investiert werden.
Der Bund der Steuerzahler meint
Was als Geschenk geplant ist, könnte Hamburg teuer zu stehen kommen. Daher braucht es für die neue Oper verlässliche Planung, öffentliche Kontrolle und echte Transparenz – erst dann ist eine fundierte Entscheidung für oder gegen das Opernhaus möglich. Der Senat schuldet den Bürgerinnen und Bürgern auch Antworten auf die Frage, was mit der Oper an der Dammtorstraße geschehen soll.
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Kommentare und Antworten
Bemerkungen :
In jedem der vorgestellten Fälle kann man nur mit dem Kopf schütteln. Es werden Milliarden für Kriege ausgegeben , Milliarden für die Entwicklung anderer Länder. Nicht einer kontrolliert was mit den Geldern passiert wie diese eingesetzt und verwendet wurden. Bei uns fehlt , bei derartigen Fehlplanungen Bundesrepublikweit , die persönliche Haftung der Verursacher. Sie sind geschützt durch Immunität wissen also bei jedweder Fehlleistung dass ihnen nichts geschehen kann. Das ist nicht rechtens gegenüber dem Volke die eine riesige Steuerlast zu tragen haben , machen wir Fehler in unseren Tätigkeitesbereichen dann sind wir unseren Job schneller los als wir denken und die Gerichtsbarkeit fordert den angerichteten Schaden wieder zurück. Schlimmstenfalls landen wir auch mal hinter Gittern . Unseren Politikern bleibt dies jedoch alles erspart. Das muss endlich aufhören , es ist nicht zu fassen wieviel Regierungsarbeit offensichtlich nur durch Gutachten oder sonstige Experten geleistet wird. Hier muss endlich mal gründlich saniert werden . Würde rein rechnerisch auch einiges Geld in die Kassen des Staates zurück fliessen lassen .