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  • Nordrhein-Westfalen
  • Kostenexplosion
01.10.2026

Nicht notwendige Mauer wurde teuer saniert

Bei der Sanierung einer alten Rundmauer in Lüdenscheid sind die Kosten explodiert

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Was ist passiert?

Lüdenscheid (NRW). Seit Mitte 2021 bröckelte die 55 Meter lange Rundmauer zwischen Winkhauser Straße und Parkstraße sichtbar vor sich hin. 2022 schätzte die Stadt Lüdenscheid die Sanierungskosten auf Basis ähnlicher Baumaßnahmen auf 140.000 Euro brutto. Die genauere Planung der neuen Stützwand erfolgte ab Herbst 2023, zweimal wurden die Kosten nach oben korrigiert. Gebaut wurde schließlich ab Oktober 2025 – für 335.000 Euro.

Die Bürgerinnen und Bürger in Lüdenscheid empörte diese Kostenexplosion. In den sozialen Medien überschlugen sich die Kommentare wie: „Kommen bei dieser Summe vergoldete Fugen in die mit Blattgold veredelten Steine?“ oder „Unglaublich!! Was wird da eingesetzt? Gold?“.

Recherchen des Bundes der Steuerzahler zeigen, dass die hohen Kosten v. a. durch zwei Faktoren verursacht wurden: Statt die Mauer zu sanieren, wäre es möglich gewesen, das abschüssige Areal ohne Mauer und ohne Grünanlage neu zu gestalten, bestätigte die Stadt. Die Mauer ist also nicht notwendig, sondern lediglich ein gestalterisches Mittel.

Doch erst hieß es seitens der Unteren Denkmalbehörde, dass Mauer und Park denkmalgeschützt seien und genauso wiederhergestellt werden müssten wie vorher. Es stellte sich aber heraus, dass nur das angrenzende Gebäude denkmalgeschützt ist. Für Park und Mauer gelte jedoch ein Umgebungsschutz, so die Stadt. Das Protokoll einer späteren Fehleranalyse zeigt, dass die Stadt nicht mit der Unteren Denkmalbehörde klärte, was der „Umgebungsschutz“ für dieses Projekt bedeutet. Möglicherweise hätte die Stadt dann das Areal ohne Mauer viel kostengünstiger gestalten können.

Aber auch eine Planungspanne der Stadt trieb die Kosten in die Höhe: Für den barrierefreien Ausbau zweier Bushaltestellen im Umfeld der Mauer war im Sommer 2025 für mehrere Wochen die Winkhauser Straße halbseitig gesperrt worden. Eigentlich war geplant, den Ausbau der Bushaltestellen und die Mauersanierung zu kombinieren, so die Stadt. Doch das habe zeitlich nicht funktioniert, weil „das Mauerthema noch zweimal dem Rat vorgelegt werden musste – zwecks Nachbewilligungen“. Eine weitere halbseitige Sperrung in diesem Bereich im November wollte die Stadt den Anwohnern nicht zumuten, denn die Verkehrsbelastungen im Sommer seien sehr hoch gewesen. Dadurch wiederum habe sich das Baufeld für die Fachfirma verengt. Die Folgen: Ein „logistischer Mehraufwand und eine kleinteiligere Herstellung der Stützwand als ursprünglich angenommen“, so die Stadt in einer Antwort an den Bund der Steuerzahler vom Dezember 2025. Welche Mehrkosten bei der Mauersanierung dadurch entstanden, dass die beiden Projekte nicht parallel durchgeführt wurden, konnte die Stadt nicht exakt beziffern.

Foto: Cedric Nougrigat

Der Bund der Steuerzahler meint

Lüdenscheid hat ein Haushaltssicherungskonzept; da ist eine 335.000-Euro-Mauersanierung genauso wenig vermittelbar wie die schlechte Baustellen-Abstimmung. Positiv ist, dass die Stadt nach Abschluss des Projekts eine Fehleranalyse gemacht hat, die Pannen bei künftigen Bauprojekten verhindern soll. 

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Autor des Artikels

Andrea Defeld

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