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  • Hessen
  • Brücken, Straßen und Verkehr
30.09.2025

Neues Parkhaus beschert den Fuldaer Steuerzahlern keine rosigen Zeiten

Neues Parkhaus mit überschaubarer Nutzung

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Was ist passiert?

Fulda (HE). Die osthessische Stadt Fulda eröffnete Ende April 2023 direkt neben der gleichnamigen Badeanstalt das Parkhaus „Freibad Rosenau“. Nach ihrer Darstellung soll es vorrangig die jahrelangen Parkplatzprobleme im Umfeld des Schwimmbads beseitigen. Gleichzeitig sollte es nach Aussage des Magistrats aber auch ein „wichtiger Baustein“ für die Landesgartenschau 2023 und den Hessentag 2026 sein. Bauträger und Betreiber ist der städtische „Eigenbetrieb Parkstätten, Energie und Wasser Fulda“. 

Ursprünglich war eine eingeschossige Variante mit zwei Parkebenen vorgesehen. Im Zuge der Planung wurde das ganze jedoch auf zwei Geschosse mit drei Parkebenen erweitert. Die Mehrkosten dafür betrugen 1,55 Mio. Euro, am Ende lagen die Gesamtkosten der Baumaßnahme bei 4,6 Mio. Euro. Für diese Summe wurden 210 zusätzliche Parkhaus-Stellplätze geschaffen. Zusammen mit den 74 bereits vorher auf einer Außenfläche vor dem neuen Parkhaus vorhandenen Parkplätzen beträgt die Zahl der Stellplätze nun also 284. Für den Neubau musste zudem eine Fahrradabstellfläche verlagert werden. Die neue, moderne Radabstellanlage kostete weitere 321.047 Euro, wovon 236.700 Euro über das Förderprogramm „Verkehrsinfrastrukturförderung in Hessen“ finanziert wurden. 

Ob die Stadt wohl auch so viel Geld für neue Parkplätze in die Hand genommen hätte, wenn keine Großereignisse vor der Tür gestanden hätten? Schließlich existierte auf der gegenüberliegenden Straßenseite bereits das Parkhaus „Rosengarten“ mit 665 Stellplätzen, nicht einmal 100 Meter Luftlinie entfernt. Das neue Parkhaus wurde rechtzeitig, einen Tag vor Beginn der Landesgartenschau, eröffnet. Und so zählte die Stadt von Ende April bis Ende Dezember 2023 – also inklusive der Zeit der Landesgartenschau – immerhin 27.878 Parkvorgänge (ca. 112 pro Tag) und spricht – mathematisch nicht ganz korrekt – von einer Auslastung von ca. 50 Prozent. Im Jahr 2024 waren es dann in zwölf Monaten 36.160 Parkvorgänge, also rund 99 pro Tag. Bei insgesamt 284 Stellplätzen war das Parkhaus „Freibad Rosenau“ also im Schnitt gerade einmal zu etwas mehr als einem Drittel belegt – kein überzeugender Wert, zumal der Großteil der Parkvorgänge 25.585 Kurzparker waren, die ihren Stellplatz natürlich nicht den ganzen Tag belegt haben.

Es liegt in der Natur der Sache, dass die Auslastung an Spitzentagen der Freibadsaison deutlich höher liegen dürfte. Das heißt aber im Umkehrschluss, dass die Auslastung an „normalen“ Tagen noch erheblich niedriger als die durchschnittlichen 99 Parkvorgänge pro Tag wäre. So konnte der Bund der Steuerzahler bei mehreren Besuchen im Sommer und Herbst nur wenige Autos zählen, die restliche Fläche stand leer. 

Die Stadt Fulda geht davon aus, dass in Zukunft die Nutzung des Parkhauses durch größere Bauprojekte im Umfeld noch steigen wird. Aus Sicht der Steuerzahlerinnen und Steuerzahler kann man nur hoffen, dass diese Rechnung aufgeht, denn Fulda wird nicht mehr allzu oft Großereignisse wie die Landesgartenschau oder den Hessentag ausrichten können.

Foto: Moritz Venner

Der Bund der Steuerzahler kritisiert

Angesichts der schlechten Auslastung stellt sich die Frage, ob die Investition für das neue Parkhaus „Freibad Rosenau“ in Höhe von 4,9 Mio. Euro wirklich nachhaltig war. Mit den bisherigen Bestandsplätzen sowie dem gegenüberliegenden Parkhaus „Rosengarten“ hätte der Bedarf an Parkplätzen wohl die meiste Zeit des Jahres gedeckt werden können.

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Autor des Artikels

Jochen Kilp

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