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  • Bayern
  • Verschwendung droht
01.10.2026

Neue Zentrale des Augsburger Abfallwirtschafts- und Stadtreinigungsbetriebs

Augsburgs neuer AWS-Bau – ein Millionengrab?

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Was ist passiert?

Augsburg (BY). Der Augsburger Abfallwirtschafts- und Stadtreinigungsbetrieb (AWS) erbringt mit seinen rund 310 Mitarbeitern zentrale Aufgaben der öffentlichen Daseinsvorsorge. Der noch aus der Kaiserzeit stammende Betriebshof in der Riedingerstraße in Augsburg ist aber vollkommen überaltert. Er ist Standort für die Steuerung der Abfallwirtschaft, der Stadtreinigung und des Winterdienstes. Er beherbergt Werkstätten für rund 50 Großfahrzeuge, 20 Kleinfahrzeuge sowie die notwendigen Lager-, Tank- und Waschbereiche.

Da die veraltete Bausubstanz nicht mehr den heutigen arbeitsrechtlichen, technischen und energetischen Anforderungen entspricht und auch nicht mehr wirtschaftlich sinnvoll saniert werden kann, ist ein Neubau unumgänglich.

Die ersten Kosten für neue Werkstätten für Klein- und Großfahrzeuge, Sozialgebäude, einen Verwaltungsbau, ein Parkhaus sowie die erforderlichen Großfahrzeugstände wurden im Jahr 2021 grob auf rund 37 Mio. Euro geschätzt. „Durch die im Jahr 2021 bereits angenommene jährliche Preissteigerung von drei Prozent über eine kalkulierte Bauzeit von etwa zehn Jahren ergab sich“ – nach Mitteilung der Stadt Augsburg – „ein Gesamtwert von 43 Millionen Euro“. Eine im Jahr 2024 aktualisierte Gesamtkostenschätzung für die neue Betriebszentrale beläuft sich auf rund 73 Mio. Euro.

Die Gründe für diese weitere gewaltige Kostensteigerung sind nach Mitteilung der Stadt Augsburg vielfältig:

  • Steigerung der bundesweiten und regionalen Baukostenentwicklung führt zu einer Erhöhung der Bauwerkskosten um mehr als 13,2 Mio. Euro.
  • Fachliche Anpassungen wie z. B. veränderte Anforderungen an Sozialräume, Umkleide- und Sanitärbereiche, die Ausstattung der neuen Pausenbereiche und die notwendige technische Aufwertung des Werkstattgebäudes erfordern Mehrkosten von rund 1,3 Mio. Euro.
  • Eine Photovoltaikanlage mit einer Fläche von rund 3.000 Quadratmetern samt Stromspeicher und Batterielademanagementsystem schlägt mit 1,6 Mio. Euro zu Buche. 30 Ladepunkte mit 22 Kilowatt und 46 Ladepunkte mit elf Kilowatt auf dem Gelände führen zu einem zusätzlichen Kostenblock von 2,9 Mio. Euro.
  • Ein erhöhter Risikoaufschlag von 30 Prozent aufgrund der Vielzahl technischer Gewerke und der bauwirtschaftlichen Unsicherheiten führt zu Mehrkosten von rund 12,2 Mio. Euro.
  • Kleinere Preis- und Mengeneffekte summieren sich darüber hinaus auf weitere 0,5 Mio. Euro.

Mit dem Bau der neuen AWS-Zentrale soll im Jahr 2027 begonnen werden. Erste Funktionsbereiche – insbesondere Teile des Hauptgebäudes – sollen spätestens 2029 in Betrieb gehen. Die vollständige Fertigstellung des gesamten Areals ist für das Jahr 2034 geplant.

Foto: Maria Ritch / Michael Stocker

Der Bund der Steuerzahler meint

Zugegeben – die durch Krieg und Krisen geprägte Weltlage trägt zur Kostensteigerung vieler Bauprojekte bei. Auch wenn die Erforderlichkeit einer neuen AWS-Zentrale außer Frage steht, werden die Augsburger Steuer- und Gebührenzahler die Kostensteigerung zu schultern haben.

Fragen an den Autor

Autor des Artikels

Maria Ritch

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