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  • Nordrhein-Westfalen
  • Richtig skurril!
30.09.2025

Mit Sicherheit übertrieben

Nach einem überflüssigen Zaun hat Bonn-Niederholtorf nun eine überflüssige Treppe bekommen.

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Was ist passiert?

Bonn (NRW). Seit 1982 gibt es den Bolz- und Spielplatz „Am Waldrand“. Der offizielle Weg für die Bewohner des Bonner Stadtteils Niederholtorf geht über die Straßen Am Bolzplatz und Saynstraße. Doch es geht auch schneller: Als Abkürzung nahmen viele Anwohner jahrzehntelang den Weg über einen Garagenhof – so lange, bis sich ein Garagenbesitzer bei der Stadt beschwerte. Er sorge sich um die Sicherheit von Kindern durch die herausfahrenden Autos aus den Garagen, so erklärte die Stadt Bonn. 

Die Stadt gab dem Anliegen des Garagenbesitzers nach und setzte 2023 zwischen Bolzplatz und Garagenhof einen Zaun für 1.000 Euro – vorsorglich zur Vermeidung möglicher Gefahren und um kenntlich zu machen, dass es sich um ein privates Gelände handelt. 

Unfälle habe es dort noch nie gegeben, so die Stadt Bonn auf unsere Anfrage. Auch zwei Hinweisschilder – eines am Anfang, eines am Ende des Garagenhofs – machen deutlich: Es handelt sich um einen Privatweg, und das Betreten geschieht auf eigene Gefahr. 

Die Anwohner, die diese Abkürzung über 40 Jahre genutzt haben, sind nun sauer und beantragten, dass die Stadt den Zaun wieder entfernt. Doch die Stadt will den Zaun stehen lassen, denn sie sei nicht gehindert, „auch überobligatorische Sicherungsmaßnahmen zu ergreifen“. Ihr Alternativvorschlag: Die Bürger sollen über einen anderen Pfad hinter den Garagen zum Spielplatz gehen. Die Bonner Politik beauftragte die Verwaltung daher, den „nicht verkehrssicheren Trampelpfad“ mit einer sogenannten Knüppelstufenanlage auszustatten. Kostenpunkt: weitere 5.000 Euro. Büsche und Gehölze, die den Weg versperrten, hat die Stadt gerodet und die Treppe mittlerweile gebaut. 

Der Zaun mag rechtmäßig sein, ein Unfall auf dem Garagenhof kann nicht ausgeschlossen werden. Diese Gefahr gibt es aber auch auf dem offiziellen Weg über Straßen. Und wie wahrscheinlich ist es, dass auf dem Garagenhof ein Unfall passiert? 

Viele Anwohner haben sich mehr als 40 Jahre sicher gefühlt und die Verantwortung für sich und ihre Kinder übernommen, wenn sie die Abkürzung über diesen eindeutig ausgeschilderten Privatweg gegangen sind.

Foto: Andrea Defeld

Der Bund der Steuerzahler meint

Mit dem Zaun nimmt die Stadt den Bürgern die Eigenverantwortung ab und schießt nun auch noch mit der Treppe deutlich übers Ziel hinaus. Im Bonner Straßenverkehr gibt es sicher größere Gefahrenpunkte, wo das Geld besser angelegt wäre.

Video zum Fall

Stadt Bonn sperrt 40 Jahre alte Abkürzung über Garagenhof | Schwarzbuch 2025 NRW


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Autor des Artikels

Andrea Defeld

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Bemerkungen :

  • user
    Otto Kielhorn 30/09/2025 um 16:38

    Ich stimme Ihnen zu. Den Zaun brauchen wir nicht.
    Ihre Argumente finde ich richtig.
    Warum wurde der Zaun auf Wunsch eines Einzelnen errichtet, ohne die Anlieger zu fragen bzw. zu informieren?
    Nebenbei, um den Durchgang zu sperren, hätte auch ein kostengünstigerer niedrigerer Zaun gereicht. Sollte der hohe Zaun gegen Einbrecher schützen?
    Auch nach den Protesten der Anlieger wurden deren Argumente nicht akzeptiert, auch nicht bei einem Bürgerantrag bei der Bezirksvertretung Beuel. Da hatte man den Eindruck, als sei die Ablehnung schon vorher beschlossen gewesen. Eine richtige Diskussion kam nicht auf. Der Antrag wurde abgelehnt. Ich habe das nicht als demokratisch empfunden.
    Die Treppe ist wahnsinnig teuer. Das soll wohl ein Natur-Kunstwerk sein.
    Die aufgeführten Nachteile sind bemerkenswert. Junge Radfahrer werden sich daneben eine neue Spur anlegen.